Schmätzer, Drosseln und Kleinvögel

In dieser Gruppe befinden sich eine ganze Reihe sehr interessanter Vogelarten. Sie kennzeichnen sich durch kurze und kräftige Schnäbel, kräftige Beine und eine rundlich, gedrungene Gestalt. Ich habe noch den Zaunkönig und das Wintergoldhähnchen in den Ordner hinzugefügt. Einige der Arten sind recht selten, andere sehr häufig. Da lohnt sich bestimmt ein Blick in diesen Ordner.

 

Letzter Edit: 05.03.2026

 

Blaukehlchen (Luscinia svecica)

Das Blaukehlchen (Luscinia svecica) ist ein kleiner, lebhaft gefärbter Singvogel, dessen Männchen durch die leuchtend blaue Kehle mit weißem oder rostfarbenem Fleck auffällt.
In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg kommt es vor allem in geeigneten Feuchtgebieten vor, jedoch meist nur lokal und nicht flächendeckend.
Sein bevorzugtes Habitat sind Röhrichte, Uferzonen, Feuchtwiesen und buschreiche Niederungen.
Das Blaukehlchen hält sich oft versteckt im dichten Bewuchs auf, trägt seinen abwechslungsreichen Gesang jedoch von erhöhten Singwarten vor.
Es ernährt sich hauptsächlich von Insekten, Spinnen und anderen kleinen Wirbellosen, im Herbst auch von Beeren.
Als Langstreckenzieher überwintert es in Südeuropa oder Afrika und kehrt im Frühjahr in seine Brutgebiete zurück.

 

Ich muss schon zugeben - der Gesang der Blaukehlchen ist einer der schönsten in der Vogelwelt. Aber auch ihr Anblick ist nicht zu verachten. Im Laufe der Jahre haben sich eine ganze Reihe sehr guter Aufnahmen von den seltenen Singvögeln angesammelt. Die meisten stammen aus der Wagbachniederung, einige vom "Spieß" in Rheindürkheim. Wer die Blaukehlchen sehen möchte, sollte in größere Schilfgebiete gehen. Dort kann man sie finden. Am besten prägt man sich den Gesang ein. Dadurch sind sie in der Brutzeit am besten zu orten.

 

Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola)

Das Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola) ist ein kleiner, auffälliger Singvogel, dessen Männchen durch schwarzen Kopf, weißen Halsseitenfleck und orangefarbene Brust gut erkennbar ist.
In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist es regional verbreitet und besiedelt vor allem offene, strukturreiche Landschaften.
Typische Lebensräume sind Wiesen, Weiden, Brachflächen und Heiden mit einzelnen Sträuchern oder Zaunpfählen als Ansitz.
Von solchen erhöhten Sitzwarten aus späht es nach Beute und lässt seinen kurzen, knackenden Gesang hören.
Seine Nahrung besteht überwiegend aus Insekten und anderen kleinen Wirbellosen, im Herbst ergänzt durch Beeren.
Das Schwarzkehlchen ist je nach Region Standvogel oder Kurzstreckenzieher und überwintert teils in Mitteleuropa, teils im Mittelmeerraum.

 

Braunkehlchen (Saxicola rubbetra)

Das Braunkehlchen (Saxicola rubetra) ist ein zierlicher Wiesenvogel mit hellem Überaugenstreif und warm braun-orangefarbener Brust.
In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist es heute nur noch lückenhaft verbreitet und gilt vielerorts als gefährdet.
Es bevorzugt extensiv genutzte Wiesen, Feuchtwiesen und Brachflächen mit einzelnen Hochstauden oder Zaunpfählen als Sitzwarte.
Von dort aus startet es kurze Jagdflüge auf Insekten, Raupen, Spinnen und andere kleine Wirbellose.
Während der Brutzeit brütet es gut versteckt am Boden in dichter Vegetation.
Als Langstreckenzieher überwintert das Braunkehlchen im tropischen Afrika und kehrt erst im späten Frühjahr in seine mitteleuropäischen Brutgebiete zurück.

 

Rotkehlchen (Erithacus rubecula)

Das Rotkehlchen (Erithacus rubecula) ist ein kleiner, rundlicher Singvogel mit auffälliger orange-roter Brust und Kehle.
In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist es flächendeckend verbreitet und einer der häufigsten Gartenvögel.
Es lebt in Wäldern, Parks, Heckenlandschaften und Gärten mit dichtem Unterwuchs.
Typisch ist sein zutrauliches Verhalten und der klare, melodische Gesang, der oft schon sehr früh im Jahr zu hören ist.
Seine Nahrung besteht vor allem aus Insekten, Spinnen und Würmern, im Herbst und Winter auch aus Beeren.
Ein Teil der Population ist Standvogel, während andere Rotkehlchen als Kurzstreckenzieher in den Mittelmeerraum ausweichen.

 

Wer mag sie nicht, die hübschen Vögel mit der orangeroten Brust! Besonders im Winter sieht man sie oft an Futterstellen, wobei die Weichfutter liebenden Vögel da eher die Reste vom Boden aufsammeln. Wer den territorialen Vogel gern bei sich im Garten haben möchte, sollte für dichtes Gebüsch sorgen, das nicht allzu ordentlich sein sollte. Da fühlt sich das bodenbrütende Rotkehlchen wohl. Wer sie nicht zu sehen bekommt, der sollte ihren Gesang studieren. Dazu hat man fast das ganze Jahr Gelegenheit in der freien Natur. Wenn fast alle Vogelstimmen schon verstummt sind, dann singt das Rotkehlchen noch immer sehr lautstark.

 

Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruras)

Der Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros) ist ein schlanker Singvogel mit rostrotem Schwanz, der besonders beim Männchen durch sein dunkelgraues bis schwarzes Gefieder auffällt.
In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist er weit verbreitet und häufig in Siedlungen anzutreffen.
Ursprünglich ein Bewohner felsiger Gebirgslandschaften, brütet er heute bevorzugt an Gebäuden, Mauern, Industrieanlagen und in Ortschaften.
Typisch sind sein knickender, leicht knirschender Gesang und das ständige Zittern des rostfarbenen Schwanzes.
Er ernährt sich überwiegend von Insekten und anderen kleinen Wirbellosen, im Herbst auch von Beeren.
Viele Hausrotschwänze sind Kurzstreckenzieher und überwintern im Mittelmeerraum, einige bleiben jedoch auch im Südwesten Deutschlands.

 

Singdrossel (Turdus philomelos)

Die Singdrossel (Turdus philomelos) ist ein mittelgroßer Singvogel mit braunem Rücken und heller, dunkel gefleckter Brust.
In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist sie weit verbreitet und besiedelt Wälder, Parks, Gärten und Heckenlandschaften.
Auffällig ist ihr klarer, melodischer Gesang, bei dem sie einzelne Motive mehrmals wiederholt.
Am Boden sucht sie hüpfend nach Nahrung und schlägt Schnecken mit kräftigen Schnabelhieben an Steinen auf.
Zu ihrer Nahrung zählen Insekten, Würmer und Schnecken, im Herbst und Winter auch Beeren.
Viele Singdrosseln sind Teilzieher und überwintern in West- und Südeuropa, während andere in ihren Brutgebieten bleiben.

Die Singdrossel ist eine der Vogelarten, die im Frühling schon sehr zeitig anfangen, zu singen. Man hört ihren schönen variantenreichen Gesang bis weit in den Sommer. Langezeit wusste ich nie, wer da singt. Mittlerweile habe ich ihren Gesang gut abgespeichert...und freue mich jedesmal sie zu sehen und zu hören.

 

Rotdrossel (Turdus iliacus)

Die Rotdrossel (Turdus iliacus) ist eine kleine Drosselart mit auffälligem hellem Überaugenstreif und rostrot gefärbten Flanken.
In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist sie vor allem als Wintergast und Durchzügler aus Nordeuropa zu beobachten.
Sie hält sich häufig in Trupps auf und nutzt im Winter Streuobstwiesen, Parks, Feldgehölze und Waldränder.
Am Boden sucht sie hüpfend nach Nahrung und ist oft gemeinsam mit anderen Drosselarten anzutreffen.
Ihre Nahrung besteht aus Insekten, Würmern und im Winter vor allem aus Beeren und Fallobst.
Als ausgeprägter Zugvogel brütet sie in Skandinavien und Russland und überwintert in Mittel- und Westeuropa.

 

Meine Fotos der Rotdrossel stammen aus Island

 

Amsel (Turdus merula)

Die Amsel (Turdus merula) ist ein mittelgroßer Singvogel, dessen Männchen tiefschwarz mit leuchtend gelbem Schnabel ist, während das Weibchen braun gefärbt ist.
In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist sie flächendeckend verbreitet und einer der bekanntesten Gartenvögel.
Ursprünglich Waldbewohnerin, lebt sie heute ebenso in Parks, Gärten, Heckenlandschaften und Innenstädten.
Typisch sind ihr melodischer, flötender Gesang in den frühen Morgen- und Abendstunden sowie ihr selbstbewusstes Auftreten am Boden.
Sie ernährt sich von Insekten, Würmern und Schnecken, im Herbst und Winter vor allem von Beeren und Fallobst.
Viele Amseln sind Standvögel, doch ein Teil der Population zieht im Herbst in südlichere Regionen Europas.

 

Zaunkönig (Troglodytes troglodytes)

Der Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) ist einer der kleinsten heimischen Singvögel und wirkt mit seinem rundlichen Körper und dem steil aufgerichteten Schwanz besonders kompakt.
In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist er flächendeckend verbreitet und ganzjährig anzutreffen.
Er bevorzugt strukturreiche Lebensräume wie Wälder, Hecken, Gärten und Uferbereiche mit dichtem Unterholz.
Meist huscht er bodennah durch das Dickicht und fällt eher durch seinen überraschend lauten, schmetternden Gesang auf als durch seine Größe.
Seine Nahrung besteht überwiegend aus Insekten, Spinnen und anderen kleinen Wirbellosen.
Der Zaunkönig ist überwiegend Standvogel, kann in strengen Wintern jedoch kleinräumige Wanderungen unternehmen.

 

Wintergoldhähnchen (Regulus regulus)

 

Das Wintergoldhähnchen (Regulus regulus) ist der kleinste Vogel Europas und wiegt nur etwa fünf bis sieben Gramm.
Kennzeichnend ist der leuchtend gelbe Scheitelstreif, der beim Männchen orange überhaucht sein kann.
In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist es weit verbreitet und vor allem in Nadel- und Mischwäldern anzutreffen.
Es bewegt sich unermüdlich in den Baumkronen, oft kopfüber an Zweigen hängend, während es nach Nahrung sucht.
Seine Nahrung besteht aus winzigen Insekten, Spinnen und deren Eiern.
Das Wintergoldhähnchen ist überwiegend Standvogel, wird im Winter jedoch durch nord- und osteuropäische Zuzügler verstärkt.

Endlich habe ich einige Male ein Wintergoldhähnchen recht gut erwischt. Ich hoffe, dass es da bald noch mehr Bilder vom kleinsten Vogel Mitteleuropas gibt. Ich habe sie in diesem Winter (2025-26) bisher relativ häufig gesehen. Aber sie sind so klein und immer in den Bäumen fieberhaft dabei, Nahrung zu suchen. Da ist es enorm schwierig, sie mal einigermassen gut vor die Linse zu bekommen.

 

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© Michael Voß

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