Gänse, Ente, Schwäne

Die Vertreter dieser Vogelgruppen gehören teilweise zu den häufigsten Vögeln, die jedermann beim Spaziergang sieht, sowie Stockenten, Graugänse oder Höckerschwäne. Allerdings  gibt es auch seltenere Arten, die bestimmt nicht jeder kennt. Ich biete ihnen allen hier einen Platz. Auch dieses Verzeichnis hat nicht den Anspruch auf ein Nachschlagewerk mit allen Arten. Ich zeige hier die Arten, die wir bisher fotografieren konnten. Wenn wir mal von einer Art wenige Bilder haben, ist es eventuell möglich, dass mal eine Aufnahme ohne den berühmten Aha-Effekt dabei ist - also eher dokumentarischen Charakter hat.

 

Letzter Edit: 08.04.2026

 

 

GÄNSE

Rostgans (Tadorna ferruginea)

Die Rostgans (Tadorna ferruginea) ist eine mittelgroße Gans mit auffällig rostorangefarbenem Gefieder und dunklen Flügeln.
In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg tritt sie vor allem lokal auf, häufig handelt es sich um verwilderte oder aus Gefangenschaft stammende Populationen.
Man findet sie an Seen, Flüssen, Baggerseen und anderen größeren Gewässern.
Rostgänse sind oft paarweise unterwegs und können ihr Revier sehr energisch gegen andere Wasservögel verteidigen.
Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Pflanzen, Gräsern, Samen sowie gelegentlich aus kleinen Wirbellosen.
Ein Teil der Tiere bleibt ganzjährig im Gebiet, während wildlebende Populationen ursprünglich Zugvögel aus Zentralasien sind.

 

Weißwangengans (Branta leucopsis)

Die Weißwangengans (Branta leucopsis) ist eine mittelgroße Gans mit schwarzem Hals, schwarzer Brust und auffälligem weißem Gesichtsfeld.
In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg wird sie vor allem als Durchzügler und Wintergast beobachtet, besonders an großen Flüssen und Seen.
Ursprünglich brütet sie in arktischen Regionen wie Grönland, Spitzbergen und Nordrussland.
Während des Winters hält sie sich häufig in größeren Trupps auf Wiesen, Feldern und an Gewässern auf.
Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Gräsern, Kräutern und anderen Pflanzen.
Die Weißwangengans ist ein Zugvogel und überwintert hauptsächlich in Westeuropa, unter anderem auch in Deutschland.

 

Saatgans (Anser fabalis)

Die Saatgans (Anser fabalis) ist eine große, graubraune Wildgans mit dunklem Kopf und einem meist orangefarben gezeichneten Schnabel.
In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg tritt sie hauptsächlich als Wintergast und Durchzügler auf, besonders an großen Flüssen, Seen und auf landwirtschaftlichen Flächen.
Ihre Brutgebiete liegen in den Moor- und Tundralandschaften Nordeuropas und Sibiriens.
Während des Winters hält sie sich oft in größeren Schwärmen auf Wiesen, Feldern und an Gewässern auf.
Die Saatgans ernährt sich überwiegend von Gräsern, Kräutern, Wurzeln sowie von Getreide auf abgeernteten Feldern.
Sie ist ein Zugvogel und überwintert in Mittel- und Westeuropa, während sie im Frühjahr in ihre nördlichen Brutgebiete zurückkehrt.

 

Kanadagans (Branta canadensis)

Die Kanadagans (Branta canadensis) ist eine große Gans mit braunem Körper, schwarzem Hals und Kopf sowie einem auffälligen weißen Kinnstreif.
In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist sie heute vielerorts als Brutvogel verbreitet, besonders an Seen, Flüssen und in Parkanlagen.
Ursprünglich stammt sie aus Nordamerika und wurde in Europa als Ziergeflügel eingeführt, von wo aus sich freilebende Populationen gebildet haben.
Kanadagänse leben oft in größeren Gruppen und können ihr Revier während der Brutzeit sehr energisch verteidigen.
Sie ernähren sich überwiegend von Gräsern, Wasserpflanzen, Samen und landwirtschaftlichen Pflanzen.
Viele Populationen sind Standvögel, einige unternehmen jedoch kurze Wanderungen oder saisonale Zugbewegungen.

 

Nilgans (Aegyptia anser)

Die Nilgans (Alopochen aegyptiaca) ist eine auffällige Gans mit hellbraunem Gefieder, dunklen Augenflecken und rosafarbenen Beinen.
In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg hat sie sich in den letzten Jahrzehnten stark ausgebreitet und ist heute an vielen Gewässern häufig.
Ursprünglich stammt sie aus Afrika und wurde in Europa als Park- und Ziergeflügel gehalten, bevor sich freilebende Bestände etablierten.
Nilgänse leben meist paarweise oder in kleinen Gruppen und können während der Brutzeit sehr aggressiv gegenüber anderen Wasservögeln sein.
Sie ernähren sich hauptsächlich von Gräsern, Kräutern, Samen und Wasserpflanzen.
Die Art ist überwiegend ein Standvogel und bleibt das ganze Jahr über in ihrem Gebiet.

 

Brandgans (Tadorna tadorna)

Die Brandgans ist eine auffällige, große Entenart mit kontrastreichem weiß-schwarz-rostbraunem Gefieder und rotem Schnabel. Ihr europäisches Brutgebiet liegt vor allem an den Küsten der Nord- und Ostsee sowie in Teilen Westeuropas, zunehmend aber auch im Binnenland. In Deutschland kommt sie regelmäßig vor, wobei sie in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg vor allem als Durchzügler und teilweise auch als Brutvogel in geeigneten Gebieten anzutreffen ist. Typisch ist ihr Verhalten, auf offenen Flächen oder im flachen Wasser nach Nahrung zu suchen und dabei oft in kleinen Gruppen aufzutreten. Sie ernährt sich hauptsächlich von Muscheln, Schnecken, Würmern und anderen wirbellosen Tieren. Die Brandgans ist teilweise ein Zugvogel: Während einige Populationen ziehen, bleiben andere ganzjährig in ihren Brutgebieten. Als Lebensraum bevorzugt sie Küsten, Wattgebiete, Flussmündungen sowie größere Binnengewässer mit offenen Uferzonen.

 

ENTEN

Löffelente (Spatula clypeata)

Die Löffelente (Spatula clypeata) ist eine mittelgroße Schwimmente mit einem auffallend breiten, löffelförmigen Schnabel.
In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg kommt sie vor allem als Durchzügler und seltener Brutvogel an Seen, Teichen und Feuchtgebieten vor.
Sie bevorzugt flache Gewässer mit reicher Ufervegetation.
Typisch ist ihre Nahrungssuche: Mit dem breiten Schnabel filtert sie kleine Nahrungsteilchen aus dem Wasser.
Dabei frisst sie vor allem Kleinkrebse, Insektenlarven, Wasserorganismen und Pflanzenteile.
Die Löffelente ist ein Zugvogel und überwintert überwiegend in West- und Südeuropa sowie im Mittelmeerraum.

Bei uns in den Naturschutzgebieten ist sie hauptsächlich im Winter anzutreffen.

 

Stockente (Anas platyhynchos)

Die Stockente (Anas platyrhynchos) ist die häufigste und bekannteste Wildente Europas; das Männchen erkennt man am grünen Kopf, während das Weibchen braun gemustert ist.
In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist sie sehr weit verbreitet und kommt an fast allen Gewässern vor, auch in Städten und Parks.
Sie lebt an Seen, Flüssen, Teichen, Baggerseen und anderen stehenden oder langsam fließenden Gewässern.
Stockenten sind sehr anpassungsfähig und halten sich oft in kleinen Gruppen oder größeren Schwärmen auf.
Ihre Nahrung besteht aus Wasserpflanzen, Samen, Insekten, Schnecken und anderen kleinen Wasserorganismen.
Viele Stockenten sind Standvögel, doch im Winter werden die Bestände durch ziehende Vögel aus nördlicheren Regionen verstärkt.

 

Reiherente (Aythya fuligula)

Die Reiherente (Aythya fuligula) ist eine mittelgroße Tauchente; das Männchen hat ein schwarzes Gefieder mit weißer Flanke und eine auffällige Federhaube am Hinterkopf.
In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg kommt sie häufig als Brutvogel und Wintergast an Seen, Flüssen und größeren Teichen vor.
Sie bevorzugt tiefere Gewässer, in denen sie gut tauchen kann.
Reiherenten verbringen viel Zeit auf dem Wasser und tauchen regelmäßig nach Nahrung.
Dabei fressen sie vor allem Muscheln, Schnecken, kleine Krebse, Insektenlarven und andere Wasserorganismen.
Viele Reiherenten sind Zugvögel und überwintern in milderen Regionen Europas, während andere im Winter in Mitteleuropa bleiben.

 

Kolbenente (Netta rufina)

Die Kolbenente (Netta rufina) ist eine auffällige Tauchente; das Männchen hat einen leuchtend rostorangenen Kopf, roten Schnabel und schwarzen Körper.
In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg kommt sie lokal als Brutvogel und häufiger als Durchzügler oder Wintergast an größeren Seen vor.
Besonders am Bodensee sowie an großen Baggerseen kann man sie regelmäßig beobachten.
Kolbenenten halten sich meist auf offenen Wasserflächen auf und tauchen häufig nach Nahrung.
Sie ernähren sich überwiegend von Wasserpflanzen, Samen und Algen, nehmen aber auch kleine Wasserorganismen auf.
Ein Teil der Population ist Zugvogel, während andere Vögel in Mitteleuropa überwintern.

 

Krickente (Anas crecca)

Die Krickente (Anas crecca) ist eine kleine Schwimmente; das Männchen erkennt man im Brutkleid an dem kastanienbraunen Kopf mit grünem Augenstreif.
In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg tritt sie vor allem als Durchzügler und Wintergast an Seen, Flüssen und Feuchtgebieten auf.
Sie bevorzugt flache, gut bewachsene Gewässer mit ruhigen Uferzonen.
Krickenten halten sich meist in kleinen Trupps auf und suchen im flachen Wasser nach Nahrung.
Sie ernähren sich vor allem von Samen, Wasserpflanzen, Insektenlarven und kleinen Wirbellosen.
Die Art ist ein Zugvogel und überwintert überwiegend in West- und Südeuropa sowie im Mittelmeerraum.

 

Schellente (Bucephala clangula)

Die Schellente (Bucephala clangula) ist eine mittelgroße Tauchente; das Männchen hat einen dunklen Kopf mit grünlichem Glanz und einen auffälligen weißen Wangenfleck.
In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg tritt sie vor allem als Wintergast und Durchzügler an größeren Seen und Flüssen auf.
Sie bevorzugt tiefere, offene Gewässer mit guten Tauchmöglichkeiten.
Typisch sind ihre schnellen Tauchgänge, bei denen sie mehrere Sekunden unter Wasser bleibt.
Die Schellente ernährt sich hauptsächlich von Muscheln, Schnecken, Insektenlarven, kleinen Krebstieren und gelegentlich kleinen Fischen.
Sie ist ein Zugvogel und überwintert in Mitteleuropa, während ihre Brutgebiete in Nord- und Osteuropa liegen.

 

Gänsesäger (Mergus merganser)

Der Gänsesäger ist eine große, schlanke Sägerente mit langem, schmalem Schnabel, der perfekt zum Fischfang angepasst ist. Sein Brutgebiet in Europa erstreckt sich vor allem über Nord- und Osteuropa sowie alpine Regionen, zunehmend aber auch über Mitteleuropa entlang größerer Flüsse und Seen. In Deutschland ist er ein regelmäßiger Brutvogel, auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, besonders an klaren, fischreichen Gewässern. Typisch ist sein Verhalten, tauchend nach Beute zu jagen, wobei er oft längere Strecken unter Wasser zurücklegt. Seine Nahrung besteht überwiegend aus Fischen, ergänzt durch Krebstiere und andere Wassertiere. Der Gänsesäger ist je nach Region Stand- oder Kurzstreckenzieher, wobei nördliche Populationen im Winter nach Süden ausweichen. Als Lebensraum bevorzugt er klare Seen, größere Flüsse und ruhige Gewässer mit ausreichend Fischbestand und geeigneten Brutplätzen wie Baumhöhlen.

 

Zwergsäger (Mergus albellus)

Der Zwergsäger ist die kleinste europäische Sägerente und fällt durch sein kontrastreiches schwarz-weißes Gefieder beim Männchen auf. Sein Brutgebiet in Europa liegt vor allem in den nördlichen Nadelwaldzonen Skandinaviens und Russlands. In Deutschland tritt er hauptsächlich als Wintergast auf, auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, wo er an geeigneten Gewässern regelmäßig beobachtet werden kann. Typisch ist sein Verhalten, tauchend nach Nahrung zu suchen, oft in kleinen Gruppen auf offenen Wasserflächen. Er ernährt sich vor allem von kleinen Fischen, ergänzt durch Insektenlarven und Krebstiere. Der Zwergsäger ist ein Zugvogel, der im Winter aus seinen nördlichen Brutgebieten nach Mitteleuropa und weiter nach Süden zieht. Als Lebensraum bevorzugt er klare Seen, ruhige Flüsse und im Winter größere, eisfreie Gewässer.

 

SCHWÄNE

Höckerschwan (Cygnus olor)

Der Höckerschwan ist ein großer, weißer Wasservogel mit langem Hals und dem typischen schwarzen Höcker auf dem orangefarbenen Schnabel. Sein Brutgebiet erstreckt sich über weite Teile Europas, von Westeuropa bis nach Osteuropa, besonders in gewässerreichen Landschaften. In Deutschland ist er weit verbreitet und ein häufiger Brutvogel, auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Typisch ist sein oft territoriales Verhalten während der Brutzeit, wobei er sein Revier energisch gegen Eindringlinge verteidigt. Er ernährt sich überwiegend von Wasserpflanzen, die er gründelnd oder vom Ufer aus aufnimmt. Der Höckerschwan ist meist ein Standvogel, wobei einige Populationen im Winter kürzere Wanderungen unternehmen. Als Lebensraum bevorzugt er stehende oder langsam fließende Gewässer wie Seen, Teiche, Flüsse und Parkanlagen mit ausreichender Vegetation.

 

Singschwan (Cygnus cygnus)

Der Singschwan ist ein großer, weißer Schwan mit langem Hals und einem gelb-schwarz gefärbten Schnabel, der ihn vom Höckerschwan unterscheidet. Sein europäisches Brutgebiet liegt vor allem in den nördlichen Regionen Skandinaviens und Islands sowie in Teilen Nordosteuropas. In Deutschland tritt er hauptsächlich als Wintergast und Durchzügler auf, auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, meist an größeren Gewässern. Typisch ist sein Verhalten, in kleinen Trupps oder Familienverbänden aufzutreten und durch seine lauten, trompetenden Rufe aufzufallen. Er ernährt sich überwiegend von Wasserpflanzen, Gräsern und landwirtschaftlichen Feldfrüchten. Der Singschwan ist ein ausgeprägter Zugvogel, der im Winter aus seinen nördlichen Brutgebieten nach Mitteleuropa und weiter nach Westeuropa zieht. Als Lebensraum bevorzugt er während der Brutzeit abgelegene Seen und Moore, im Winter hingegen offene Gewässer, Feuchtgebiete und angrenzende Felder.

 

Druckversion | Sitemap
© Michael Voß

Diese Homepage wurde mit IONOS MyWebsite erstellt.