Finken, Ammern, Lerchen

Willkommen in der Welt der Finken, Ammern und Lerchen

 

Letzter Edit. 14.04.2026

 

 

Grünfink (Chloris chloris)

Der Grünfink ist ein kräftiger Finkenvogel mit überwiegend grünlichem Gefieder und auffälligen gelben Flügelbinden. Sein Brutgebiet erstreckt sich über weite Teile Europas, von Westeuropa bis nach Osteuropa, mit Schwerpunkt in offenen und halboffenen Landschaften. In Deutschland ist er ein weit verbreiteter Brutvogel und kommt auch häufig in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg vor. Typisch ist sein Verhalten, oft in kleinen Gruppen aufzutreten und mit kräftigem Schnabel Samen zu knacken. Seine Nahrung besteht überwiegend aus Samen, Knospen und Beeren, ergänzt durch Insekten während der Brutzeit. Der Grünfink ist meist ein Standvogel, wobei einige Populationen im Winter kurze Wanderungen unternehmen. Als Lebensraum bevorzugt er Gärten, Parks, Heckenlandschaften und Waldränder in Siedlungsnähe.

 

Buchfink (Fringilla coelebs)

Der Buchfink ist ein häufiger Singvogel mit auffälligem Geschlechtsdimorphismus: Das Männchen zeigt eine rötliche Brust und blaugrauen Kopf, während das Weibchen unauffälliger gefärbt ist. Sein Brutgebiet erstreckt sich über nahezu ganz Europa, von Westeuropa bis nach Osteuropa sowie in weite Teile Nordeuropas. In Deutschland ist er einer der häufigsten Brutvögel und kommt flächendeckend vor, auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Typisch ist sein Verhalten, sowohl am Boden als auch in Bäumen nach Nahrung zu suchen und dabei oft einzeln oder in kleinen Gruppen aufzutreten. Seine Nahrung besteht aus Samen, Beeren und während der Brutzeit vor allem aus Insekten. Der Buchfink ist teilweise ein Zugvogel: Während viele Weibchen und nördliche Populationen im Winter nach Süden ziehen, bleiben zahlreiche Männchen in ihren Brutgebieten. Als Lebensraum bevorzugt er Wälder, Parks, Gärten und strukturreiche Landschaften mit Bäumen und Sträuchern.

 

Bergfink (Fringilla montifrigilla)

Der Bergfink ist ein auffälliger Fink mit orangefarbener Brust, schwarzem Kopf und weißen Flügelpartien. Sein Brutgebiet in Europa liegt vor allem in den nördlichen Birken- und Nadelwäldern Skandinaviens sowie in Teilen Nordosteuropas. In Deutschland tritt er überwiegend als Wintergast auf, auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, oft in teils großen Schwärmen. Typisch ist sein Verhalten, im Winter gemeinsam mit Buchfinken in großen Trupps auf Nahrungssuche zu gehen. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Samen, insbesondere Bucheckern, sowie im Sommer auch aus Insekten. Der Bergfink ist ein ausgeprägter Zugvogel, der im Herbst aus seinen nördlichen Brutgebieten nach Mitteleuropa zieht und im Frühjahr zurückkehrt. Als Lebensraum nutzt er im Winter offene Landschaften, Wälder und landwirtschaftliche Flächen, während er zur Brutzeit lichte Wälder bevorzugt.

Bergfinken sind gelegentlich in riesigen Schwärmen anzutreffen, das aber sehr lokal...und leider nicht bei uns in der Gegend. Ich war ganz überrascht, als ich im Januar 2026 eine kleine Gruppe von Bergfinken bei uns an einem See entdeckte. Ein weibliches Exemplar ließ sich dann auch ablichten. Es ist gewiss nicht das beste Foto, aber für mich eine neue Art, die ich im Archiv habe.

 

Distelfink oder Stieglitz (Carduelis carduelis)

Der Distelfink, auch Stieglitz genannt, ist ein farbenprächtiger Fink mit rotem Gesicht, schwarz-weißem Kopf und gelben Flügelbinden. Sein Brutgebiet erstreckt sich über große Teile Europas, von Westeuropa bis nach Osteuropa, mit Schwerpunkten in offenen Kulturlandschaften. In Deutschland ist er ein weit verbreiteter Brutvogel und kommt regelmäßig auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg vor. Typisch ist sein Verhalten, oft in kleinen Trupps umherzuziehen und geschickt an Pflanzen zu klettern, um Samen zu erreichen. Seine Nahrung besteht vor allem aus Samen von Disteln und anderen Korbblütlern, ergänzt durch kleine Insekten. Der Distelfink ist überwiegend Standvogel oder Kurzstreckenzieher, wobei einige Populationen im Winter nach Süden ausweichen. Als Lebensraum bevorzugt er offene Landschaften, Gärten, Streuobstwiesen und brachliegende Flächen mit reichlich Samenpflanzen.

 

Bluthänfling (Linaria cannabina)

Der Bluthänfling ist ein schlanker Fink mit braunem Gefieder, wobei das Männchen zur Brutzeit eine auffällige rote Stirn und Brust zeigt. Sein Brutgebiet erstreckt sich über weite Teile Europas, besonders in offenen Landschaften mit Hecken und Sträuchern. In Deutschland ist er ein verbreiteter Brutvogel und kommt auch regelmäßig in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg vor. Typisch ist sein Verhalten, in kleinen Trupps zu leben und oft singend auf exponierten Sitzwarten zu sitzen. Seine Nahrung besteht überwiegend aus Samen von Kräutern und Gräsern, im Sommer auch aus kleinen Insekten. Der Bluthänfling ist ein Teilzieher, wobei ein Teil der Population im Winter in mildere Regionen zieht. Als Lebensraum bevorzugt er offene Kulturlandschaften, Heiden, Weinberge und Feldränder mit dichter Strauchvegetation.

 

Erlenzeisig (Carduelis spinus)

Der Erlenzeisig ist ein kleiner, lebhafter Fink mit gelb-grünem Gefieder und schwarzer Kopfkappe beim Männchen. Sein Brutgebiet in Europa liegt vor allem in den Nadel- und Mischwäldern Nord- und Mitteleuropas sowie in Gebirgsregionen. In Deutschland ist er als Brutvogel verbreitet, auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, wobei er außerhalb der Brutzeit oft häufiger in Erscheinung tritt. Typisch ist sein Verhalten, in kleinen, oft sehr aktiven Trupps aufzutreten und geschickt an Zweigen zu hängen, um Samen zu erreichen. Seine Nahrung besteht überwiegend aus Samen von Erlen, Birken und Nadelbäumen sowie aus kleinen Insekten. Der Erlenzeisig ist ein Teilzieher, dessen Auftreten im Winter stark schwanken kann, je nach Nahrungsangebot in den Brutgebieten. Als Lebensraum bevorzugt er Nadel- und Mischwälder, kommt aber im Winter auch in Gärten und Parks vor.

 

Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes)

Der Kernbeißer ist ein kräftiger Fink mit großem Kopf und besonders starkem Schnabel, der zum Knacken harter Kerne spezialisiert ist. Sein Brutgebiet erstreckt sich über weite Teile Europas, vor allem in Laub- und Mischwäldern von West- bis Osteuropa. In Deutschland ist er ein verbreiteter, aber oft unauffälliger Brutvogel und kommt auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg regelmäßig vor. Typisch ist sein eher zurückhaltendes Verhalten; er hält sich meist in Baumkronen auf und wird oft erst durch seinen kräftigen Schnabel oder seinen kurzen Ruf bemerkt. Seine Nahrung besteht vor allem aus harten Samen und Kernen, etwa von Kirschen oder Hainbuchen, ergänzt durch Knospen und Insekten. Der Kernbeißer ist überwiegend Standvogel, unternimmt jedoch außerhalb der Brutzeit gelegentlich kurze Wanderungen. Als Lebensraum bevorzugt er strukturreiche Wälder, Parks, Gärten und Streuobstbestände mit alten Bäumen.

Unser größter heimischer Fink, der Kernbeißer kommt leider bei uns in der Gegend nicht sehr häufig vor. Einmal erwischte ich einen im Schwetzinger Schlossgarten während der Kirschblüte.

 

Rohrammer (Emberiza schoenicius)

Die Rohrammer ist ein mittelgroßer Ammernvogel, bei dem das Männchen im Prachtkleid einen auffälligen schwarzen Kopf mit weißem Halsring zeigt. Ihr Brutgebiet erstreckt sich über weite Teile Europas, vor allem in Feuchtgebieten von West- bis Osteuropa. In Deutschland ist sie ein verbreiteter Brutvogel und kommt regelmäßig auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg vor. Typisch ist ihr Verhalten, sich in Schilfbeständen aufzuhalten und von erhöhten Sitzwarten aus ihren Gesang vorzutragen. Sie ernährt sich überwiegend von Samen, während der Brutzeit zusätzlich von Insekten und anderen kleinen Wirbellosen. Die Rohrammer ist ein Teilzieher, wobei nördliche Populationen im Winter nach Süden ziehen, während viele mitteleuropäische Vögel bleiben. Als Lebensraum bevorzugt sie Röhrichte, Feuchtwiesen, Uferzonen und andere wassernahe Lebensräume mit dichter Vegetation.

 

Goldammer (Emberiza citrinella)

Die Goldammer ist ein auffälliger Singvogel, bei dem das Männchen durch seinen leuchtend gelben Kopf und die gelbe Unterseite besonders ins Auge fällt. Ihr Brutgebiet erstreckt sich über große Teile Europas, vor allem in offenen und halboffenen Landschaften von West- bis Osteuropa. In Deutschland ist sie ein häufiger Brutvogel und kommt auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg weit verbreitet vor. Typisch ist ihr Verhalten, von exponierten Sitzwarten wie Sträuchern oder Zäunen aus ihren charakteristischen Gesang vorzutragen. Sie ernährt sich überwiegend von Samen, im Sommer zusätzlich von Insekten, besonders zur Jungenaufzucht. Die Goldammer ist meist ein Standvogel, unternimmt jedoch im Winter teilweise kurze Wanderungen. Als Lebensraum bevorzugt sie offene Kulturlandschaften, Felder, Wiesen, Hecken und Waldränder mit einzelnen Sträuchern und Bäumen.

Die Goldammer ist die weitverbreiteste Ammer in Europa. Sie besiedelt am liebsten Kulturlandschaften mit Hecken, Äckern, Obstgärten und Wiesen. Ihren Gesang mit dem "hab dich, hab dich liiiiiiieb!) hat bestimmt schon jeder mal gehört. Daran kann man sie auch gut orten, wenngleich die Goldammer recht scheu und aufmerksam ist. So schön goldfarben sind nur die Männchen. Die Weibchen sind dagegen ehr schlicht gefärbt.

 

Grauammer (Emberiza calandra)

Die Grauammer ist die größte europäische Ammer und wirkt durch ihr graubraunes, unscheinbares Gefieder eher unauffällig. Ihr Brutgebiet erstreckt sich über weite Teile Europas, mit Schwerpunkten in offenen Agrarlandschaften Mittel- und Südeuropas. In Deutschland ist sie regional verbreitet, jedoch vielerorts rückläufig, kommt aber auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg noch vor. Typisch ist ihr Verhalten, auf niedrigen Sitzwarten wie Pfählen oder Sträuchern zu sitzen und ihren klirrenden Gesang vorzutragen. Sie ernährt sich überwiegend von Samen und Getreidekörnern, während der Brutzeit auch von Insekten. Die Grauammer ist überwiegend Standvogel, zeigt jedoch teilweise kleinräumige Wanderbewegungen im Winter. Als Lebensraum bevorzugt sie offene, weitgehend baumlose Landschaften wie Felder, Wiesen und Agrarflächen mit einzelnen Ansitzmöglichkeiten.

 

Lerchen

Feldlerche (Alauda arvensis)

Die Feldlerche ist ein unscheinbar gefärbter Singvogel mit braun gestricheltem Gefieder, der vor allem durch seinen ausdauernden Gesang auffällt. Ihr Brutgebiet erstreckt sich über nahezu ganz Europa, besonders in offenen Landschaften von West- bis Osteuropa. In Deutschland ist sie ein weit verbreiteter Brutvogel und kommt auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg häufig vor. Typisch ist ihr Verhalten, im Singflug hoch in den Himmel aufzusteigen und dabei lange, trillernde Gesänge vorzutragen. Sie ernährt sich überwiegend von Samen und Pflanzenteilen, während der Brutzeit auch von Insekten. Die Feldlerche ist ein Kurz- bis Mittelstreckenzieher, wobei viele Vögel im Winter nach Süd- und Westeuropa ziehen. Als Lebensraum bevorzugt sie offene, weitgehend baumfreie Landschaften wie Felder, Wiesen und Äcker.

 

Haubenlerche (Galerida cristata)

Die Haubenlerche ist ein eher unscheinbarer Singvogel mit sandbraunem Gefieder und einer auffälligen, aufstellbaren Federhaube. Ihr Brutgebiet in Europa liegt vor allem in Süd- und Südosteuropa sowie in wärmeren Teilen Mitteleuropas, ist jedoch stark zurückgegangen. In Deutschland ist sie heute sehr selten geworden und gilt in vielen Regionen als ausgestorben; auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg tritt sie nur noch ausnahmsweise auf. Typisch ist ihr Verhalten, überwiegend am Boden zu leben und sich laufend fortzubewegen, wobei sie nur selten längere Strecken fliegt. Sie ernährt sich hauptsächlich von Samen und kleinen Insekten. Die Haubenlerche ist überwiegend Standvogel und bleibt meist ganzjährig in ihrem Gebiet. Als Lebensraum bevorzugt sie trockene, offene und oft vom Menschen geprägte Flächen wie Brachland, Industriegelände oder sandige Bereiche mit spärlicher Vegetation.

 

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© Michael Voß

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