Alkenvögel, Möwen und Seeschwalben

 

Bei dieser Gattung wird es etwas kompliziert. Teilweise sind sich die einzelnen Arten sehr ähnlich. Das macht die Bestimmung öfters mal schwierig. Da nehme ich mich nicht heraus. Deshalb kommt dieses Kapitel auch so ziemlich zuletzt an die Reihe.

Und so fange ich mit einer Art an, die eindeutig zu bestimmen und ein echter Sympathieträger ist. Ich kenne keinen Fotografen, der diese hübschen Vögel nicht im Archiv haben möchte!

 

 

Papageitaucher (Fratercula arctica)

Der Papageitaucher ist ein kleiner, gedrungener Meeresvogel mit seinem auffälligen, dreieckigen Schnabel und dem schwarz-weißen Gefieder. Sein europäisches Brutgebiet liegt vor allem an den Küsten des Nordatlantiks, insbesondere in Island, Norwegen, Großbritannien und Irland. In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist er kein regelmäßiger Vogel, sondern wird nur äußerst selten als Irrgast beobachtet. Zur Brutzeit lebt er in großen Kolonien an steilen Küsten und nutzt selbst gegrabene Erdhöhlen als Nistplatz. Seine Nahrung besteht überwiegend aus kleinen Fischen, die er tauchend erbeutet und häufig mehrere Fische gleichzeitig im Schnabel transportiert. Der Papageitaucher ist ein ausgeprägter Zugvogel und verbringt die meiste Zeit außerhalb der Brutzeit auf dem offenen Meer. Sein Winterlebensraum liegt weit draußen im Nordatlantik, wo er monatelang unabhängig von Land lebt.

 

Lachmöwe (Chroicocephalus ridibundus)

Die Lachmöwe ist eine mittelgroße Möwe mit weißem Gefieder, grauen Flügeln und einem dunkelbraunen Kopf im Brutkleid. Ihr europäisches Brutgebiet erstreckt sich über weite Teile Nord-, Mittel- und Osteuropas, besonders an Seen, Flüssen und Küsten. In Deutschland ist sie ein häufiger Brutvogel und kommt auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg regelmäßig vor, vor allem an größeren Gewässern. Sie ist sehr gesellig und tritt außerhalb der Brutzeit oft in großen Schwärmen auf, wobei sie geschickt nach Nahrung sucht und auch menschliche Siedlungen nicht meidet. Ihre Nahrung ist vielseitig und reicht von Insekten, Würmern und kleinen Fischen bis zu Samen, Früchten und Abfällen. Die Lachmöwe ist ein Teilzieher; viele Vögel ziehen im Winter nach Süd- und Westeuropa, während andere in Deutschland bleiben. Als Lebensraum bevorzugt sie Seen, Flussufer, Feuchtgebiete und Küstenbereiche, wo sie auf Inseln oder an geschützten Uferstellen brütet.

 

Trauerseeschwalbe (Chlidonias niger)

Die Trauerseeschwalbe ist eine mittelgroße Seeschwalbe mit dunklem Körper, silbergrauen Flügeln und einem charakteristisch dunklen Kopf im Brutkleid. Ihr europäisches Brutgebiet liegt vor allem in Nord- und Osteuropa sowie in Teilen Mitteleuropas, wobei die Bestände in Deutschland stark zurückgegangen sind. In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist sie heute vor allem als seltener Durchzügler anzutreffen und brütet dort nur noch sehr lokal beziehungsweise unregelmäßig. Typisch ist ihr eleganter Flug über flache Gewässer, von denen sie sich häufig mit einem kurzen Sturzflug auf die Wasseroberfläche herabfallen lässt. Sie ernährt sich hauptsächlich von kleinen Fischen, Wasserinsekten und deren Larven sowie kleinen Krebstieren. Die Trauerseeschwalbe ist ein Langstreckenzieher und überwintert vor allem in Afrika südlich der Sahara. Als Lebensraum bevorzugt sie flache Seen, Altarme, Teiche und Feuchtgebiete mit schwimmender Vegetation, auf der sie ihre Nester anlegt.

 

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© Michael Voß

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