Bei dieser Gattung wird es etwas kompliziert. Teilweise sind sich die einzelnen Arten sehr ähnlich. Das macht die Bestimmung öfters mal schwierig. Da nehme ich mich nicht heraus. Deshalb kommt dieses Kapitel auch so ziemlich zuletzt an die Reihe.
Und so fange ich mit einer Art an, die eindeutig zu bestimmen und ein echter Sympathieträger ist. Ich kenne keinen Fotografen, der einige Aufnahmen dieser hübschen Vögel nicht im Archiv haben möchte!
Letzter Edit: 25.08.2026
Der Papageitaucher ist ein kleiner, gedrungener Meeresvogel mit seinem auffälligen, dreieckigen Schnabel und dem schwarz-weißen Gefieder. Sein europäisches Brutgebiet liegt vor allem an den Küsten des Nordatlantiks, insbesondere in Island, Norwegen, Großbritannien und Irland. In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist er kein regelmäßiger Vogel, sondern wird nur äußerst selten als Irrgast beobachtet. Zur Brutzeit lebt er in großen Kolonien an steilen Küsten und nutzt selbst gegrabene Erdhöhlen als Nistplatz. Seine Nahrung besteht überwiegend aus kleinen Fischen, die er tauchend erbeutet und häufig mehrere Fische gleichzeitig im Schnabel transportiert. Der Papageitaucher ist ein ausgeprägter Zugvogel und verbringt die meiste Zeit außerhalb der Brutzeit auf dem offenen Meer. Sein Winterlebensraum liegt weit draußen im Nordatlantik, wo er monatelang unabhängig von Land lebt.
Die Lachmöwe ist eine mittelgroße Möwe mit weißem Gefieder, grauen Flügeln und einem dunkelbraunen Kopf im Brutkleid. Ihr europäisches Brutgebiet erstreckt sich über weite Teile Nord-, Mittel- und Osteuropas, besonders an Seen, Flüssen und Küsten. In Deutschland ist sie ein häufiger Brutvogel und kommt auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg regelmäßig vor, vor allem an größeren Gewässern. Sie ist sehr gesellig und tritt außerhalb der Brutzeit oft in großen Schwärmen auf, wobei sie geschickt nach Nahrung sucht und auch menschliche Siedlungen nicht meidet. Ihre Nahrung ist vielseitig und reicht von Insekten, Würmern und kleinen Fischen bis zu Samen, Früchten und Abfällen. Die Lachmöwe ist ein Teilzieher; viele Vögel ziehen im Winter nach Süd- und Westeuropa, während andere in Deutschland bleiben. Als Lebensraum bevorzugt sie Seen, Flussufer, Feuchtgebiete und Küstenbereiche, wo sie auf Inseln oder an geschützten Uferstellen brütet.
Die Silbermöwe ist eine große, kräftige Möwe mit weißem Kopf und Körper, hellgrauen Flügeln, gelben Beinen und einem kräftigen gelben Schnabel mit rotem Fleck. Ihr europäisches Brutgebiet erstreckt sich vor allem entlang der Küsten des Nordatlantiks, der Nord- und Ostsee sowie des Mittelmeers. In Deutschland ist sie ein häufiger Brutvogel an der Küste und tritt im Binnenland, auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, vor allem als Durchzügler und Wintergast auf. Sie ist sehr anpassungsfähig und sucht ihre Nahrung sowohl im Wasser als auch an Stränden, auf Feldern, Müllplätzen und in Siedlungsnähe. Ihre Nahrung ist vielseitig und reicht von Fischen, Würmern und Krebsen bis zu Insekten, Aas, Eiern und menschlichen Abfällen. Die Silbermöwe ist überwiegend Standvogel oder Kurzstreckenzieher, wobei nördliche Populationen im Winter weiter nach Süden ausweichen. Als Lebensraum bevorzugt sie Küsten, Inseln und offene Gewässer, nutzt aber zunehmend auch Binnengewässer und vom Menschen geprägte Landschaften.
Die Mittelmeermöwe ist eine große, kräftige Möwe mit weißem Kopf und Körper, hellgrauen Flügeln und gelben Beinen sowie einem kräftigen gelben Schnabel mit rotem Fleck. Ihr europäisches Brutgebiet liegt vor allem an den Küsten des Mittelmeers und des Schwarzen Meeres und hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich nach Norden ausgedehnt. In Deutschland ist sie inzwischen regelmäßig anzutreffen und brütet auch lokal an größeren Gewässern; in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg wird sie zunehmend beobachtet, vor allem an Seen, Flüssen und Kiesgruben. Sie ist anpassungsfähig und gesellig und sucht ihre Nahrung sowohl schwimmend auf dem Wasser als auch an Ufern, Feldern und in Siedlungsnähe. Ihre Nahrung ist vielseitig und umfasst Fische, Würmer, Insekten, Kleinsäuger, Eier, Jungvögel, Aas und menschliche Abfälle. Die Mittelmeermöwe ist überwiegend Stand- und Kurzstreckenzieher, wobei viele Vögel im Winter in küstennahe Gebiete oder südlichere Regionen ausweichen. Als Lebensraum bevorzugt sie Küsten, Inseln, Flussmündungen und größere Binnengewässer mit offenen Brutplätzen.
Die Dreizehenmöwe ist eine mittelgroße, schlanke Möwe mit hellgrauem Rücken, weißen Flügeln und einem charakteristischen schwarzen Flügelrand. Ihr europäisches Brutgebiet liegt vor allem an den felsigen Küsten des Nordatlantiks, insbesondere in Großbritannien, Irland, Norwegen und Island. In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist sie kein regelmäßiger Brutvogel, sondern wird nur selten als Durchzügler oder Wintergast beobachtet. Sie ist eng an das Meer gebunden und verbringt außerhalb der Brutzeit einen großen Teil ihres Lebens auf dem offenen Ozean. Ihre Nahrung besteht vor allem aus kleinen Fischen, Krebstieren, Weichtieren und anderen Meerestieren, die sie meist von der Wasseroberfläche aufnimmt. Die Dreizehenmöwe ist ein ausgeprägter Zugvogel und zieht nach der Brutzeit weit über den Nordatlantik bis in südlichere Meeresgebiete. Als Lebensraum bevorzugt sie zur Brut steile Felsküsten und Klippen, während sie den Winter überwiegend auf dem offenen Meer verbringt.
Unsere Bilder der Dreizehenmöwe entstanden in Norwegen und Island!
Der Eissturmvogel ist ein kräftiger Meeresvogel mit grauweißem Gefieder, langen, schmalen Flügeln und einem kurzen, kräftigen Schnabel. Sein europäisches Brutgebiet liegt vor allem an den Küsten des Nordatlantiks und der Nordsee, insbesondere in Island, Großbritannien, Irland, Norwegen und auf den Färöern. In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist er kein regelmäßiger Vogel, sondern wird nur äußerst selten als Irrgast beobachtet. Außerhalb der Brutzeit verbringt er fast sein gesamtes Leben auf dem offenen Meer und ist dort ein ausdauernder Flieger, der selbst starke Winde nutzt. Seine Nahrung besteht vor allem aus Fischen, Tintenfischen, Krebstieren und anderen Meerestieren, ergänzt durch Aas und Fischereiabfälle. Der Eissturmvogel ist ein weitgehend ortstreuer Meeresvogel, unternimmt aber weiträumige Wanderungen über den Nordatlantik und die Nordsee. Zur Brutzeit besiedelt er steile Felsküsten und Klippen, während er außerhalb der Brutzeit überwiegend auf dem offenen Meer lebt.
Unsere Bilder von den Eissturmvögeln stammen aus Island. Die Aufnahmen sind aus dem Jahre 2010 und haben bestenfalls dokumentarischen Charakter.
Die Skua ist eine kräftige, dunkelbraune Raubmöwe mit breiten Flügeln und einem markanten, kräftigen Schnabel. Ihr europäisches Brutgebiet liegt vor allem in den arktischen und subarktischen Regionen Nordeuropas, insbesondere in Island, Norwegen und auf den britischen Inseln. In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist sie ein äußerst seltener Gast und wird nur ausnahmsweise im Binnenland beobachtet. Typisch ist ihr aggressives Verhalten gegenüber anderen Seevögeln, denen sie Nahrung häufig im Flug abjagt, aber auch selbst Fische und andere Beutetiere erbeutet. Ihre Nahrung umfasst Fische, kleinere Vögel, Eier, Jungvögel, Krebstiere und Aas. Die Skua ist ein Zugvogel und zieht nach der Brutzeit weit über den Nordatlantik in die südlichen Meeresgebiete. Als Lebensraum bevorzugt sie während der Brutzeit offene Tundra und Küstenheiden, außerhalb der Brutzeit dagegen das offene Meer.
Die Schmarotzerraubmöwe ist eine schlanke, dunkel gefärbte Raubmöwe mit langen, spitz zulaufenden Flügeln und verlängerten Schwanzfedern, die besonders beim Altvogel auffallen. Ihr europäisches Brutgebiet liegt vor allem in den arktischen und subarktischen Regionen Skandinaviens, Islands und der britischen Inseln. In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist sie ein sehr seltener Durchzügler oder Irrgast und wird meist an größeren Gewässern beobachtet. Typisch ist ihr Verhalten, anderen Seevögeln ihre Beute im Flug abzujagen, daneben erbeutet sie aber auch selbstständig Fische, Kleinvögel und Insekten. Die Schmarotzerraubmöwe ist ein ausgeprägter Zugvogel und verbringt den Winter vor allem auf dem offenen Atlantik und in südlichen Meeresgebieten. Als Lebensraum bevorzugt sie zur Brut offene Tundra, Küstenheiden und Inseln, während sie außerhalb der Brutzeit weitgehend auf dem offenen Meer lebt.
Die Küstenseeschwalbe ist eine schlanke, elegante Seeschwalbe mit hellgrauem Gefieder, schwarzer Kopfkappe und rotem Schnabel. Ihr europäisches Brutgebiet erstreckt sich vor allem über die Küsten Nordeuropas, insbesondere Skandinaviens, Islands und Großbritanniens. In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist sie ein seltener Durchzügler und wird meist an größeren Seen, Flüssen oder Kiesgruben beobachtet. Typisch ist ihr ausdauernder Flug über dem Wasser und ihr charakteristischer Sturzflug, mit dem sie kleine Fische und andere Wassertiere erbeutet. Die Küstenseeschwalbe ist ein ausgesprochener Langstreckenzieher und legt zwischen den Brutgebieten der Arktis und den Überwinterungsgebieten der Antarktis jedes Jahr enorme Entfernungen zurück. Als Lebensraum bevorzugt sie zur Brut störungsarme Küsten, Inseln, Dünen und flache Tundrengewässer, während sie außerhalb der Brutzeit weitgehend auf dem offenen Meer lebt.
Die Trauerseeschwalbe ist eine mittelgroße Seeschwalbe mit dunklem Körper, silbergrauen Flügeln und einem charakteristisch dunklen Kopf im Brutkleid. Ihr europäisches Brutgebiet liegt vor allem in Nord- und Osteuropa sowie in Teilen Mitteleuropas, wobei die Bestände in Deutschland stark zurückgegangen sind. In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist sie heute vor allem als seltener Durchzügler anzutreffen und brütet dort nur noch sehr lokal beziehungsweise unregelmäßig. Typisch ist ihr eleganter Flug über flache Gewässer, von denen sie sich häufig mit einem kurzen Sturzflug auf die Wasseroberfläche herabfallen lässt. Sie ernährt sich hauptsächlich von kleinen Fischen, Wasserinsekten und deren Larven sowie kleinen Krebstieren. Die Trauerseeschwalbe ist ein Langstreckenzieher und überwintert vor allem in Afrika südlich der Sahara. Als Lebensraum bevorzugt sie flache Seen, Altarme, Teiche und Feuchtgebiete mit schwimmender Vegetation, auf der sie ihre Nester anlegt.
Die Flussseeschwalbe ist eine schlanke, elegante Seeschwalbe mit hellgrauem Gefieder, schwarzer Kopfkappe und einem langen, roten Schnabel mit schwarzer Spitze. Ihr europäisches Brutgebiet erstreckt sich von den Küsten Westeuropas über Nord- und Osteuropa bis in Teile des Mittelmeerraums. In Deutschland ist sie ein verbreiteter, aber regionaler Brutvogel und kommt auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg vor, vor allem an geeigneten Flüssen, Baggerseen und größeren Stillgewässern. Typisch ist ihr spektakulärer Stoßtauchflug, bei dem sie sich aus der Luft ins Wasser stürzt, um kleine Fische zu erbeuten. Sie ernährt sich hauptsächlich von kleinen Fischen, ergänzt durch Wasserinsekten und andere kleine Wassertiere. Die Flussseeschwalbe ist ein Langstreckenzieher und verbringt den Winter überwiegend an den Küsten West- und Südafrikas. Als Lebensraum bevorzugt sie offene, störungsarme Gewässer mit kiesigen oder sandigen Inseln und Ufern, die geeignete Brutplätze bieten.
Die Raubseeschwalbe ist die größte Seeschwalbe der Welt und fällt durch ihre kräftige Gestalt, den schwarzen Kopf und den langen roten Schnabel mit schwarzer Spitze auf. Ihr europäisches Brutgebiet liegt vor allem an den Küsten Nord- und Osteuropas, mit kleineren Vorkommen im Mittelmeerraum. In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist sie ein seltener, aber regelmäßiger Durchzügler, während sie in Deutschland nur lokal brütet. Typisch ist ihr kraftvoller Flug über größeren Gewässern und ihr spektakulärer Sturzflug, mit dem sie Fische von der Wasseroberfläche erbeutet. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Fischen, gelegentlich nimmt sie auch kleinere Vögel oder andere Wassertiere. Die Raubseeschwalbe ist ein Zugvogel und überwintert vor allem an den Küsten West- und Südafrikas sowie im Mittelmeerraum. Als Lebensraum bevorzugt sie große Seen, Flussmündungen, Lagunen und Küstengewässer mit offenen, störungsarmen Brutplätzen.