Rügen / Hiddensee / Darß

Im Mai 2019 besuchten wir den Nordosten von Deutschland. 6 Übernachtungen auf Rügen, 3 auf Hiddensee und 4 auf Darß.

Die fotografische Ausbeute könnt ihr auf dieser Seite anschauen.

Rügen

Die Wahl für die Übernachtungen in Sellin war gefallen, um ansprechende Bilder von der Seebrücke sowohl im Morgen-als auch im Abendlicht zu machen. Wir brauchten dann nur aus dem Hotel zum Strand zu gehen. Besonders morgens war das ein Vorteil, da auf Rügen die Sonne im Gegensatz zum heimischen Rheinland die Sonne schon deutlich früher aufgeht. Trotz "Heimvorteil" mußten wir aber schon um vier Uhr aufstehen. Im Urlaub wohl nicht jedermanns Sache.

In den ersten Tagen hatten wir auf Rügen mit einer seltenen Wetterlage zu tun - Seenebel. Für Fotografen nicht besonders attraktiv. Der Nebel hielt sich sehr hartnäckig fast den ganzen Tag. Glücklicherweise aber nicht überall. Gegen nachmittag fanden wir dann einmal in Sassnitz, am nächsten Tag an der Südspitze nebelfreie Gegenden. Und für unser Motiv in Sellin wurde es immer enger. Am vorletzten Morgen in Sellin war der Nebel dann endlich verschwunden und ein tolles Morgenrot ließ uns dann aus dem Bett steigen. Der Wetterbericht hatte recht behalten und der ganze Tag war traumhaft schön. Da haben wir dann alles reingepackt, eine Bootsfahrt um die Kreidefelsen, sind ein zweites mal nochmal nach Kap Arkona hoch, nachdem wir zwei Tage zuvor dort komplett im Nebel gestanden hatten.

Und zum Sonnenuntergang fuhren wir nach Dranske, von wo man einen Blick über die buhnen auf die Insel Hiddensee hat, die wir die nächsten drei Tage besuchen wollten.

Am Morgen der Abreise von Sellin gab nochmal einen tollen Sonnenaufgang an der Seebrücke, den wir natürlich auch nochmal mitnahmen.

Insgesamt muß man sagen, daß Rügen zahlreiche tolle Fotomotive bereit hält. Im Mai ist es noch relativ ruhig, was den Tourismus anbelangt, mir war es aber teilweise schon zuviel. Vor allem der Autoverkehr nervte an den Hauptstrecken schon kräftig. Ich möchte es mir ausmalen, wie es hier in der Hauptsaison zugeht. Wer aber etwas sucht, findet durchaus aber auch noch relativ einsame Ecken. Dazu muß man einen guten Reiseführer studieren und vielleicht ein gutes Bauchgefühl haben und einfach mal dort schauen, wo nicht alle hinfahren. Die Hauptattraktionen sind natürlich voll durchstrukturiert mit Parkplätzen und Bimmelbahnen, die auch den bequemsten Reisenden bis vor die "Tür" fährt. Für alles muß man natürlch den Geldbeutel öffnen. Da kann für alles im Laufe einer Woche ein beträchtliches Sümmchen zusammen kommen. Am besten sieht man zu, daß man sehr viel Kleingeld für die Parkautomaten dabei hat, die einen auch bei (fast) jedem kleinen Parkplatz treu begleiten!!!!

Hiddensee

Die Überfahrt nach Hiddensee lief problemlos. Auf der Insel sind Autos nicht erlaubt und so muß man während der Zeit das Fahrzeug auf Rügen lassen. Das ist alles gut durchorganisiert, das Ticket für die drei Tage kostete angenehmerweise nur 10 Euronen. Die Fähre hin und zurück schlug da schon etwas deutlicher mit 24 EU zu Buche, aber es hält sich doch noch einigermaßen Rahmen. Die Überfahrt von Schaprode nach Vitte war sehr kurzweilig,kann man doch schon Ausschau halten, was einen auf Hiddensee so erwartet. Und so kamen wir gegen Mittag bei strahlendem Sonnenschein auf der autofreien Entspannungsinsel an. Den ca. 3km langen Weg legten wir zu Fuß zurück. Von jedem Hotel stehen Handkarren zur Verfügung, mit denen man das Gepäck relativ komfortabel transportieren kann. Wem das zu anstrengend ist, kann sich auch einen der Hafen bereit stehenden Pferdkutsche mieten, was aber in unserem Falle um die 50 Euro gekostet hätte. Da brauchten wir nicht lange überlegen, für welches Transportmittel wir uns entscheiden würden.

Im Hotel angekommen, liehen wir uns gleich zwei Fahrräder aus - und da die Sonne noch schien, ging es erstmal raus zum Dornbusch im Norden der Insel, wo DAS Fotomotiv von Hiddensee auf uns wartete. Der schöne Leuchtturm mit der vom Westwind gezeichneten Kiefer davor.

Wir konnten das tolle Motiv noch einigermassen im Nachmittagslicht ablichten, ehe es an diesem Tage grau wurde und wir unsere Fotoaktivitäten einstellten. Na ja, Hiddensee ist ja bekannt durch seine entspanndende Wirkung und ein gutes Essen mit einem Weinchen oder einem Bierchen können ja auch mal ein netter Tagesausklang sein! ;-))) Und wirklich: nachdem mich der Autoverkehr auf Rügen schon ab und zu auf die Palme brachte, tat das hier richtig gut - keine Autos, kein W-lan.....

Am nächsten Morgen ging es auf den Drahteseln erstmal Richtung Süden zu dem zweiten etwas kleinerem Leuchtturm. Hier gab es leider  nur gelegentlich mal blaue Bereiche im Himmel, aber im Laufe des Tages öffnete sich der Himmel immer mehr, so daß wir dann abends nochmal zum Dornbusch fuhren. Der Wind blies sehr kräftig und man konnte gut die Form des "windflüchtenden" Baumes nachvollziehen, der natürlich auch wieder Model stehen mußte. Das ganze große "Lichtkino" gab es nicht, aber immerhin: die Bilder können sich doch sehen lassen.

Am Sonntag dann ließ der Wetterbericht nicht viel Gutes ahnen. Morgens war es immerhin noch trocken. Da sind wir nochmal zum Strand gefahren, um ein paar Langzeitbelichtungen mit den Buhnen zu machen. Aber ab Mittag gab es dann den nassen Segen für die viel zu trockene Natur, der uns den restlichen Tag dann im Hotelzimmer verbringen ließ.

Mieses Wetter während einer Reise ist ja nicht besonders erqicklich, aber was dann am nächsten Moreg bei der Abreise passierte, war dann doch wirklich übel.

Doris stolperte auf der engen Treppe des Hotels, stürzte und brach sich dabei den rechten Arm.

Nachdem sie sich vom Schock des Sturzes etwas erholt hatte mußten wir dann irgendwie zum Hafen und dann natürlich zum nächsten Krankenhaus ans Festland. Glücklicherweise pendelt wochentags ein kleiner Bus, der uns dann zum Hafen brachte. Mit der Fähre dann zurück nach Schaprode, wo unser PKW stand und dann nach Stralsund in die Kinik, wo dann in der Notaufnahme 36 Patienten vor uns an der Reihe waren. Stunden später kam Doris dann mit der Diagnose gebrochener Arm und einem prächtigen Gipsverband aus dem Behandlungszimmer. Ziemlich frustiert setzten wir dann unsere Reise fort. Das nächste Ziel war Prerow auf der Halbinsel Darß.

Darß

Von Stralsund ging es dann Richtung Prerow. Wir hatten in Erwägung gezogen, die ganze Reise abzubrechen, konnten aber die 4 Übernachtungen nicht stornieren und so entschieden wir uns, die Reise fortzusetzen. Behandlungstechnisch konnten wir sowieso nichts unternehmen. Der Bruch mußte jetzt unter dem Gipsverband von allein heilen. Mobilität war trotzdem gegeben und durch die verabreichten Schmerztabeletten war es für Doris doch recht erträglich. Nur mit dem Fotografieren war es jetzt natürlich vorbei.

Am ersten Abend gingen wir mit gesenkten Köpfen zum Strand, wo uns der wohl schönste Sonnenuntergang der gesamten Reise etwas tröstete. Glücklicherweise hatte ich wenigstens eine Kamera mit einem Objektiv dabei!!!!

Am nächsten Morgen stand erstmal ein Besuch bei einem Hausarzt zur Kontrolluntersuchung an. Der wirklich sehr nette Arzt gab für eine Fortsetzung der Reise grünes Licht. Nebenbei sei bemerkt, daß wir es hier überall mit sehr umgänglichen Menschen zu tun hatten. Egal ob im Hotel, den Restaurants, im Krankenhaus oder wenn man mal jemanden nach dem Weg gefragt hat. Vielleicht verschwindet ja die "Mauer in den Köpfen" doch so allmählich. Und den nordeutschen Menschschlag mit seinem trockenen Humor mag ich sowieso sehr gern!!!

Wir erkundeten jetzt jedenfalls die Gegend auf Schusters Rappen - im Gegensatz zu den meisten Touris, die sich eher auf dem Fahrrad bewegten. Natürlich mußten wir aber auch längere Pausen einbauen, da Doris natürlich nicht allzu belastbar war.

Abends buchten wir noch eine Bootstour, die in den Bodden führte. Neben der schönen Landschaftbekamen wir auch noch u. a. Kraniche zu sehen.

Zum Sonnenuntergang postierten wir uns an der Seebrücke von Prerow, wo ich zumindestens Langzeitbelichtungen machen konnte.

Am nächsten Tag erkundeten wir dann den sehr fotogenen Weststrand. Dazu fuhren wir mit dem Auto nach Ahrenshoop, von wo man relativ schnell den Strand erreichen kann. Hier gibt es zahlreiche tolle Fotomotive, tagsüber und vor allem dann abends im Abendlicht. Mittags hatten wir einen sehr attraktiven Wolkenhimmel, abends dann einen tollen Abendhimmel mit einem wunderschönen Rot.

Da hatte es sich doch gelohnt, Stative, ND-Filter und den ganzen Fotokram mit rumzuschleppen.

Der Abend war ein toller Abschluss einer Reise mit einigen Hindernissen, der uns trotz des Armbruchs aber in angenehmer Erinnerung bleibt.

 

Fast hätte ich noch den Besuch der Fototage im benachbarten Zingst vergessen. Immerhin hat die Fa. Canon unser Cams wieder gereinigt, zwei neue Tragegurte haben wir gekauft und manch Fotowerk von anderen Fotografen angeschaut. Mittags war aber dann unser Bedürfnis nach Fotografentrubel deutlch gestillt. Außerdem kündigten dicke graue Wolken einen verregneten Abend an. Und so verbrachten wir dann den allerletzten Abend mal wieder im Hotelzimmer, ehe es dann am Freitagmorgen wieder zurück in heimatliche Gefilde ging.