NAMIBIA /SÜDAFRIKA

Der Afrikavirus hat uns mal wieder nach Namibia getrieben. Ein Abstecher nach Südafrika in den Kaglagadi Nationalpark haben wir noch mit in die Reise eingebaut. Was ihr jetzt an Bildern seht, ist schonmal eine erste Auswahl! Anhand der Kapitel könnt ihr in etwa die Reiseroute erkennen. Weitere Bilder, Beschriftungen werden folgen und natürlich ein ausführlichen Reisebericht - das wird allerdings noch etwas dauern....aber jetzt ist ja Winterzeit, da geht es vielleicht etwas schneller als sonst ;-)))!!!

Kalahari

Bei dieser Reise wollten wir uns haupsächlich mit den Wüstenlandschaften des südlichen Afrikas auseinandersetzen. In Namibia ist das nicht allzu schwierig, da dieses weite Land ja hauptsächlich aus Wüsten besteht. Immerhin war es jetzt die vierte Namibiareise, vieles hatten wir schon gesehen. Einige Destinationen wie den Sossusvlei mit seinen wunderschönen roten Dünen wollten wir vertiefen, andere wie die Kalahari für uns entdecken.

So bot es sich an, direkt vom Flughafen in Windhoek direkt nach Südosten Richtung Kalahari zu steuern.

Die erste Übernachtung buchten wir in der "Kamelruhe" in Gochas, die in einer Distanz von ca. 400Kilometern von Windhoek liegt. Das war für den ersten Tag genug, fehlte einem doch vom Nachtflug noch etwas Schlaf und die Linksfahrerei.....war dann aber doch halb so wild, wir hätten auch noch die 150 Kilometer bis zum zweiten Ziel, der "Kalahari Game Lodge" schaffen können. Aber wir hatten uns auf die Fahnen geschrieben, es bei dieser Tour eher etwas ruhiger angehen zu lassen.

Die "Kamelruhe Lodge" kann man als Durchgangsstation nur empfehlen. Erstes Afrikafeeling, ein schönes Zimmer und ein grandioses Essen. Landschaftlich ist da nicht soviel los! Aber ein kaltes "Savanna Dry" schmeckte sehr gut beim Sundowner auf der Terasse. Ein schöner Wolkenhimmel  brachte noch ein tolles Abendrot, da konnten wir doch schon ein paar nette Aufnahmen machen. Außerdem waren einige Maskenwebervögel direkt vor unsere Zimmertür dabei, neue Behausungen zu konstruieren, da konnte ich dann auch gleich mal mein neues 600er auspropieren.

Ein erster Schwerpunkt sollte der "Kglagadi Transfrontier Park" sein, für den man allerdings einen Grenzübertritt nach Südafrika bewerkstelligen muß. Vier Tage hatten wir für den Nationalpark eingeplant.

Bei der Planung stießen wir dann auf die "Kalahari Game Lodge", die noch auf namibianischer Seite liegt, unmittlelbar zur Grenze nach SA.

Der Website dieser Lodge kann man entnehmen, daß man dort einen Gamedrive buchen kann und vielleicht auch schon Löwen vor die Linse bekommt. Da konnten wir nicht widerstehen und buchten hier sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückreise eine Übernachtung. Wir sollten es nicht bereuen. Am Tag der Ankunft stürmte es sehr arg und David, der Manager und Gamedrivefahrer meinte, heute hat es keinen Zweck - da muß man schon morgens früh los. Schade, aber so bezogen wir unser feines Quartier, was in einem Trockenflußbett lag - mit Blick auf die Landschaft mit ihren typischen tierischen Vertretern wie den Springböcken, Oryxantlopen und auch Gnus. Abends stiefelten wir dann hoch zum Sundowner Platz, der oben auf einer Düne liegt. Der Sonnenuntergang war wirklich klasse, wieder ein paar Wolken und tolle Abendstimmung in den roten Dünen. Neben Fotos machte ich dann noch eine schicke Timelapse mit meiner frisch erworbenen "Go Pro 7 Black". Die Portion Sonne, die durch die Wolken brach, war genau richtig, daß es keine Überstrahlungen gab. Und auch die Wolken zogen wunderschön über uns hinweg. Da hatte es sich doch gelohnt dieses kleine Wunderding angeschafft zu haben.

Nach einem erstklassigen Abendessen gab es dann eine unruhige Nacht, da auf unserem Dach einige Ginsterkatzen Mambo oder irgend etwas anderes tanzten. Tja, man ist halt mitten in der Wildnis!!!!

Der fehlende Schlaf war aber dann schnell wie weggeblasen, als es morgens nach dem Früstück zum Gamedrive ging.

Blauer Himmel mit einigen leichten Wolken ließen Gutes verheissen. So fuhren wir dann raus in die wunderschöne Wüstenlandschaft. gerade hier sind die Dünen wirklich wunderschön rot!!!!

Direkt um die Lodge findet man nur die harmlosen Vierbeiner wie Antilopen. Die begehrten "Kätzchen" sind in einem Areal, in das man nicht so ohne weiteres hineinkommt. Nachdem der Jeep das Tor passiert hatte, waren wir plötzlich in einer etwas anderen Welt. 40000 Hektar groß - da ist es allerdings nicht so einfach, die hier lebenden 22 Löwen zu finden, die sich in mehreren Rudeln dieses Habitat teilen. So auf gerade Wohl los zu fahren und auf einen Löwenfund zu hoffen, wäre wohl sehr aussichtlos. Aber einige der Löwen sind hier besendert und somit hat man bei diesen Gamedrives fast schon eine Löwengarantie!!!

David hatte auch gleich zwei besenderte Tiere direkt in der Nähe angepeilt und nach etwas Sucherei lagen da schon die ersten Exemplare direkt am Weg. Nach ein paar Minuten hörten wir in der Ferne ein anderes Auto herankommen. Wie von der Tranatel gestochen stoben unsere Miezenmodels rauf auf die Düne. David grinste und teilte uns mit, daß es sich bei dem Fahrzeug um dasjenige handele, mit dem gewöhnlicherweise der Onkel "Doc." kommt und den Löwen eine Betäubung verpasst, um sie zwischendurch mal untersuchen zu können. Sie hatten den Sound schon aus der Entfernung genau analysiert ....diesesmal war die Panik unbegründet. Der Doc. war heute nicht mit von der Partie, das Fahrzeug transportierte lediglich ein paar Arbeiter - aber woher sollten es die Löwen wissen. Wir konnten allerdings unsere Aufnahmen noch um ein paar Variationen bereichern. David ortete dann noch zwei Löwengruppen und vieles mehr. Das war ein toller Auftakt für unsere Reise.

Nach dem Gamedrive ging es für uns dann weiter über die Grenze in den "Kglagadi". Die nächsten zwei Nächte wollten wir im staatlichen "Twee Rivieren Camp" verbringen.

Nach den Grenzformalitäten ist man gleich im Nationalpark.

Bis zum Camp ist es ein 130 Kilometer langer Gamedrive, genau nach unserem Geschmack!!!!

Wir hatten den ganzen Nachmittag Zeit und so konnten wir in aller Seelenruhe die Strecke bis zum Camp absolvieren. Dabei hatten wir zahlreiche Tierbegegnungen, die natürlich von uns fotografisch dokumentiert wurden. Im Camp bezogen wir unsere großzügige Hütte, die alles beinhaltete, was man braucht, aber ein wenig lieblos geht es hier schon zu, das merkten wir vor allem im Restaurant. Aus dem Essen hätte man doch etwas mehr machen können - ist halt staatlich, da wird  nur das nötigste gemacht.

Das ändert aber nichts an den Möglichkeiten, die man vom Camp aus unternehmen kann. Von "Twee Rivieren" Richtung "Nossob" war die beste Strecke für Tierbeobachtungen, besonders das erste Stück bis zum nächsten Rastplatz. Das bestätigte auch später "William", unser Ranger von der Rooiput Lodge, die wir dann für zwei Tage nach "Twee Rivieren" bevölkerten. Aber mal eins nach dem anderen!

Morgens um 6Uhr öffnet das Tor zum Park und wir waren natürlich gleich die ersten, die hinausfuhren. Gleich am Tor ein paar Gnus, wenig später spielende Kapfuchsbabies direkt am Weg, Milch saugende Schakale, Erdmännchen, ein Gepard mit frischer Beute.....und alles in einer wunderschönen Landschaft, zumahl es vor wenigen Wochen ausgiebig geregnet hatte und die Bäume in sattem Grün standen.

Da lacht das Herz der Fotografen!!! Einmal sind wir ein Stück weiter Richtung Nossob gefahren, stellten dabei fest, daß Landschaft immer sandiger wurde. Es waren kaum noch Tiere anzutreffen....bis auf das Tier, daß man am wengsten hier zu sehen bekommt - eine gelbe Kapkobra, die sich im von der Sonne aufgewärmten Sand aalte.

Die zwei Tage vergingen wie im Fluge, da holte uns auch schon William von Twee Rivieren ab. Die nächsten zwei Tage waren in der privat geführten Rooiputs Lodge gebucht, die unweit der Grenze auf botswanischer Seite liegt. Traumhaft schön liegt sie in der Dünenlandschaft - von überall hat man einen weiten Blick in die Kalahari. Die Lodge liegt so weit in der Wildnis, daß man in der Dunkelheit von den Zimmern zum Haupthaus von einem Ranger begleitet werden muß. Den Grund dafür sollten wir später kennenlernen. Da wir uns bereits in der Nebensaison befanden, waren wir fast die einzigen Gäste, konnten die Annehmlichkeiten dieses sehr konfortablen Hauses fast für uns allein geniessen. Den Tipp hatten wir von Tarukreisen bekommen, die hier auch während ihrer Gruppenreisen einkehren.

Wir hatten noch den Luxus, Ranger "william" ganz für uns allein zu haben - viermal fuhren wir mit raus zum Gamedrive!!!

Durch sein Wissen und seine Erfahrung hatten wir Tierbegegnungen, von denen wir die letzten zwei Tage allein nur hätten träumen können. Kurz vor Sonnenuntergang trafen wir auf 2 Gepardenbrüder, die einen Springbock anvisiert hatten. Das Licht war fantastisch und da wir im Nationalpark wohnten, konnten wir die Szene bis zum Schluss beobachten, während andere auf die Uhr schauen mußten, um rechteitig wieder im Camp zu sein. Leider wurde es für die Jagd dann doch zu dunkel, aber die Szene war eine der schönsten während unserer gesamten Afrikareisen.

Am nächsten Morgen sollten wir dann auch Grund für unsere Begleitung in der Lodge treffen.

William scheuchte uns schon beim Frühstück morgens um 5Uhr. Schnell den Kaffee schlürfen und dann ab in den Wagen. Er hatte Löwengebrüll gehört. Wohlwissend, daß  ein imposanter Löwenmann fast jeden Morgen das Wasserloch in der Nähe der Lodge besucht, garantierte er uns gute Aufnahmen. Es war fast noch dunkel, als wir ihn dann auch nahe der Wasserstelle fanden. Ein wirklich prächtiges Tier. Iso auf 5000, schon mal ein paar Aufnahmen machen...es wurde rasch heller, unser Model machte sich so langsam auf, seinen Lieblingsruheplatz unter einem Abdach eines der Hütten einzunehmen.

Dabei wußte William instinktiv, wie er fahren mußte, so daß wir den Löwen optimal fotografieren konnten. Er machte einfach einen klasse Job. Ohne Ranger hätten wir nicht einmal ansatzweise solche Aufnahmen machen können. Ich muß zugeben, daß das nicht ganz billig ist, aber wenn man schonmal da ist, will man doch auch alles sehen und nicht nur die Hälfte!!!!

Dann ging die Fahrt zurück wieder nach Twee Rivieren, wo wir unser Auto wieder übernahmen, und mit dem wir dann anschliessend die 130 Kilometer zur "Kalahari Game Lodge" zurücklegten.

Hier hatten wir dann nochmal das gleiche Programm wie 4 Tage zuvor, aber es braucht niemand zu befürchten, daß wir uns gelangweilt hätten. Wir machten wieder unser Sundownerprogramm und morgens wieder einen ähnlichen Gamedrive. Diesemal fuhr David noch ein Stück weiter in das Areal hinein, weil dort ein noch hübscherer Löwenmann lebt. Auch er ist besendert und so fanden wir ihn schliesslich auf einer Düne. Ja, der war wirklich hübsch mit seiner dunklen Mähne...und seine Mädels natürlich auch!!!!

Einziger Wehrmutstropfen - keine Babies, denn die Löwendamen bekommen die Antibabypille. In den Privatschutzgebieten muß man über jede Tierart wachen. So groß sind auch die unendlich scheinenden 40000 Hektar wieder nicht!!!!

Für uns endete jetzt auf jeden Fall das erste Hauptkapitel unserer Reise. Die Kalahari hat uns wirklich fasziniert mit ihren Bewohnern und der wunderschönen Landschaft, eines Tages werden wir zurückkommen!!!!!

 

Bei den zwei verlinkten Videos könnt ihr euch einen guten Überblick verschaffen. Das erste zeigt hauptsächlich die Aktivitäten auf der "Kalahari Game Lodge", das zweite den "Kgalagadi Transfrontier Park". Und ihr könnt euch anschauen, was wir mit der neuen "Go Pro" so fabriziert haben!

Viel Spaß dabei

Mesosauruscamp

Von der "Kalahari Game Lodge" bis zum "Mesosaurus Camp" sind es ca. 3 - 4 Stunden Fahrtzeit. Gegen Mittag trafen wir an der Rezeption dieses einfachen Camps ein. Auf Anraten von Taruk war es nach 2012 unser zweiter Besuch hier auf dem Gelände, wo ca. 5000 Köcherbäume stehen. Nicht die 50 Stück, die unweit vorn an der Hauptstraße nach Keetmanshoop beheimatet sind, 5000 das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Damals hatten wir allerdings ein Shooting der Superlative, konnten die Bäume, die eigentlich Liliengewächse sind, leuchtend vor einem dramatischen Gewitterhimmel fotografieren. Gern könnt ihr nochmal in den Reisebericht von 2012 reinschauen.

Daß wir solch ein Glück nicht nochmal haben würden, war uns schon klar. Dafür hatten wir diesesmal aber bessere Technik im Gepäck. Man durfte jedenfalls auf das Ergebnis gespannt sein. Zum Abend fuhren wir in das Gebiet gegenüber der Straße, wo wir auch damals abends fotografiert hatten. Aber bei einem relativ langweiligen Himmel wollte es nicht so richtig zünden. Ja, einiges vorzeigbares bannten wir auf den Chip - aber egal, der Besuch war für uns ein bißchen Vergangenheitsbewältigung oder besser gesagt eine Auffrischung der Erinnerungen an dieses tolle Shooting damals. Der Wirt hatte uns zwischenzeitlich schon eine delikate Grillauswahl, einen leckeren Salat und selbst gebackenes Brot in der Lodge serviert. Ich hätte nichts anderes als das Brot essen können...mmmmmh....einfach genial - der Rest natürlich auch.

In aller Herrgottsfrühe ging es dann auf die andere Seite des Areals, um die Köcherbäume im Sonnenaufgang abzulichten. Dazu stiegen wir auf den kleinen Berg, von dem man herrlich in die Weite schauen kann. Und siehe da, es zogen wunderschöne leichte Federwolken auf, die unsere Bilder mächtig aufpeppten. Da hatten wir doch wieder etwas besonderes fotografiert. Nach etwa einer Stunde war das Licht schon wieder zu grell, aber mit guten Fotos auf dem Chip schmeckt dann das Frühstück doch umso besser! ;-)))

Der Besuch in diesem einfachen aber sehr charmanten Camp hatte sich wieder sehr gelohnt. Wir haben uns auch in diesem Jahr hier wieder sehr wohl gefühlt. Ich kann es nur empfehlen, eines der drei Hütten oder einen Platz auf dem Campingplatz zu reservieren. Neben der Übernachtung kann man auch eine Führung buchen, bei dem man dann auch die Mesosaurusversteinerungen kennenlernt, die dem camp den namen geben. Die hatten wir damals schon gesehen und beschränkten uns diesesmal auf die Köcherbäume!!!

Im folgenden Video geht es um die Köcherbäume und den Aufenthalt in "Klein Aus Vista"

Aus

Nachdem wir die Reise bisher fast ausschliesslich auf Schotterpiste hinter uns gebracht hatten, kamen wir ab Keetmanshoop dann mal in den Genuß einer Teerstraße, die uns bis nach "Klein Aus Vista" in der Nähe Örtchens Aus führte.

Auch hier waren wir 2007 schonmal untergebracht, damals allerdings im Haupthaus. Diesesmal hatten wir nur noch die Luxussuite "Eagle's Nest" als letzes freies Zimmer bekommen, das mit einigen anderen Suites ca. 7 Kilometer vom Haupthaus an einem Berghang liegt. Bei unserer Ankunft machte uns Piet, Chef von Klein Aus Vista gleich darauf aufmerksam, daß zurzeit die Chamäleons sehr aktiv sind und gern die Straße dorthin nutzen. Wir sollen doch bitte aufpassen, langsam fahren und wenn möglich die kleinen "Drachen" von der Straße heben. Am Tag zuvor habe er 15 überfahrene Exemplare einsammeln müssen. Wir hielten uns natürlich dran und prompt fanden wir auch 2 der Tiere, die vor der Rettung natürlich noch Fotomodels herhalten mußten.

Das war ja schonmal sehr schön, aber leider war hier in Aus der Wettergott nicht unbedingt mit uns. Es war sehr stürmisch, der Wnd hüllte die endlose Weite in ein nicht so fotogenes Kleid. Wir versuchten, das beste draus zu machen...und so übel sind die Bilder vom Sundowner nicht geworden. Irgendwie hat es sogar was mit dem Staub in der Luft.

Die Nacht war dann weiterhin sehr stürmisch, aber anders als mancher vielleicht denkt. Der Wind rappelte an allen Ecken und es war richtig kalt, daß wir die Bettdecke bis zu Ohren ziehen mussten. Mit Piet hatten wir eine Fototour ausgemacht. Fahrer Ricky sollte uns sehr früh abholen, wir würden ein paar schöne Viewpoints ansteuern. Ricky kam glücklicherweise in einem geschlossenen Fahrzeug, in einem offen hätten wir uns ziemlich einen abgeschnattert - wenn ich das mal so salopp formulieren darf!!!

Piet hält seit einiger Zeit einige Pferde hier auf seinem riesigem Grund. Drei von ihnen wurden dann auch gleich unsere ersten Models des Tages. herrlich anzusehen, wie sie sich hier (fast) frei bewegen können. Futter gibt es auch derzeit reichlich für sie. Nach 6 Jahren Dürre hatte es endlich mal wieder ausreichend geregnet. Das gilt auch für die berühmten Wildpferde von Garup, die ein paar Kilometer von hier beheimatet sind! Deren Bestand war bis auf ca. 80 Tiere gesunken. Nach den Regenfällen spriesst sogleich das Gras und sie haben sich schnell erholt. Die ersten zwei Fohlen wurden leider von Hyänen gerissen, man ist aber zuversichtlich, daß es bleibenden Nachwuchs bei den einzigartigen Tieren gibt!

Eigentlich hatten wir einen Besuch bei ihnen schon abgehakt, aber Ricky nahm sich noch etwas Zeit, um mit uns dorthin zu fahren. Mittlerweile war allerdings der Sonnenstand schon sehr hoch, das Licht flimmerte und durch den Wind war jede Menge Staub in der Luft. Bei solchen Bedingungen kann man dann keine guten Aufnahmen machen - na ja, ein paar respektable Ergebnisse waren dabei - aber egal - es geht ja auch um das Erlebnis!!! Und es war wirklich ein Genuß, sie in guter Kondition zu erleben.

Tirasberge

Nachdem wir mit Piet nach der Morgentour noch ein kurzes Abschlussgespräch hatten, ging es weiter Richtung Norden. Nächstes Ziel war die Lodge des "Kaanan Naankuse" Projektes, bei der wir das Fotoarrangement gebucht hatten. Das sollte eine sehr gute Entscheidung gewesen sein. Es war allerdings nicht so leicht, die Lodge zu finden. Auf dem ausgedruckten Voucher stand keine Adresse und auch in unserem nagelneuen Navi war nichts von dieser Lodge zu erörtern. Wir wußten lediglich, daß sie an der traumhaften D707 liegt, die wir schon zweimal bei den letzten Reisen befahren hatten.

Wir kannten diese "Gravelroad" jedoch in ganz anderen farben, eher gelb und rot durch die Trockenheit, jetzt nach dem Regen mischte sich sehr angenehm noch ein sattes grün mit rein, einfach wunderschön. Auch erblickten wir eine riesige Herde von ca. 150 Oryxantilopen ganz weit in der Ferne, was ein Anzeichen für viel Nass vom Himmel war.

Wir hatten schon zwei Abfahrten zu anderen Lodges passiert, ehe unser Adrenalinspiegel doch etwas anstieg. Waren wir hier richtig, oder liegt die Lodge ganz woanders. Schliesslich stand da doch ein eindeutiges Hinweisschild zur "Kaanan Naankuse"! Etwas erleichtert steuerte ich unser Auto dann nach rechts in den ca. 8km langen Weg zu unserem Tagesziel. 2 Nächte waren hier gebucht. Erstmal zur Rezeption, von wo man die Lage der eigentlichen Lodge noch gar nicht sieht, dann hoch zum Parkplatz, der einem den tollen Blick in die weite Landschaft Namibias beschert. Einfach klasse, hier zwei Nächte verbringen zu dürfen. Die Lodge ist erst vor ein paar Jahren hier sehr einfühlsam in die Natur integriert, ist sehr konfortabel, das Personal ist supernett....und dieser gigantische Blick!!!!

Vor dem Abendessen stellte sich Kai, der Manager vor und wollte unser Fotoprogramm mit uns durchsprechen. Unser Arrangement beinhaltete einen Morning-und Abenddrive, ein Nachtshooting, ein Gepardenshooting auf der Düne und eine Fütterung, die aber fotografisch nicht so interessant war. Die Fütterung ist der Programmpunkt, den alle Gäste beiwohnen können, die das Fotopaket nicht gebucht haben.

Lange Rede, kurzer Sinn - Kai wollte mit uns gleich das Nachtshooting machen, wir waren aber nach der stürmischen Nacht von Aus ziemlich müde, und so verschob Kai fast fast das ganze Programm auf den nächsten Tag.

Gleich um 5 ging es los zum Sonnenaufgang in die Dünen. Nur wir zwei, ein Fahrer und Kai waren mit von der Partie!

Kai erzählte uns, daß die sanften Dünen vor uns der eigentliche Anfang von den Dünen sind, die schliesslich im Sossusvlei ihren buchstäblichen Höhepunkt finden. In dem Morgenlicht mit Blick in die Tirasberge natürlich ein traumhaftes Fotomotiv, allerdings war das Gegenlicht schwer zu händeln und nebenbei war ich wohl irgendwie an den Knopf meines Autofokus des 14mm Weitwinkelobjektivs gekommen und hatte mit einer Kamera nur unscharfe Fotos produziert. Nur gut, daß wir immer jeweils mit zwei Bodies und alternativen Obejektiven arbeiten. So war es halb so schlimm, zumahl bei Doris alles glatt lief. Aber auch sie hatte etwas Probleme mit dem Gegenlicht, obwohl sie ja mit den Rechteckverlaufsfiltern arbeitet. Aber insgesamt war das trotzdem ein fulminater Auftakt unseres Aufenthaltes hier.

Nach der Mittagssiesta holte uns Kai dann zum Abendshooting ab. Wir fuhren ein paar Kilometer bis an den Fuß eines der Berge hier und stiegen dann einige Höhenmeter hinauf zu mehreren Köcherbäumen, die einen tollen Vordergrund zur dieser wirklich wunderschönen Landschaft gaben.

Wieder unten ging es weiter zu einem Weg mit teils lebenden und teils abgestorbenen Bäumen, die wir dann im eigentlichen Sonnenuntergang fotografierten. Der Vorbesitzer hat den Bäumen hier Namen gegeben und so hieß einer der "Moglibaum", ein anderer "Waltzing Mathilda". Wir fotografierten, was das Zeug hielt, nebenbei plauderten wir natürlich mit Kai, der uns viele interessante Geschichten erzählen konnte. Und immer fand man andere Perspektiven und das Licht veränderte sich ja ständig. Dieser Tag war jetzt schon nicht mehr zu toppen, obwohl das Nachtshhooting ja noch anstand!!!

Während des Abendessens in der Lodge trieb Kai uns schon etwas an, wir sollten nicht allzu lange bummeln, sonst würden wir die Milchstraße verpassen, da die schon bald durch die Erdrotation verschwunden sein würde. Es ging wieder raus zu den schönen Bäumen - wir suchten "Waltzing Mathilda" als Model raus. Hier war es aber jetzt so dunkel, daß man die Hand vor Augen nicht sehen konnte, nicht ein künstliches Licht störte unsere fotografischen Bemühungen.

Es war dann allerdings etwas mühsam, den Schärfepunkt des Objektivs zu finden - Kai schaltete dazu nochmal das Licht des Autos an, sonst wäre es wohl sehr schwer geworden.

Und er hatte natürlich insofern recht, daß sich die Milchstraße schon am Horizont befand, das Timing hätte nicht besser sein können!!! Zwischendurch stolperten wir dann noch fast über einen kleinen, nachtaktiven Wüstengecko, den wir ein paar Tage später noch in Swakopmund erleben sollten.

Ich schlug vor, nach "Waltzing Mathilda" noch einen anderen Baum anzusteuern - mit großer Mühe fanden wir ihn dann trotz starker Taschenlampen. Hier merkt man erstmal richtig, was Dunkelheit bedeutet, zumahl noch Neumond war!

Auch dann das Auto wieder zu finden, war eine kleine Herausforderung, aber nachdem wir irgendwann auf den Weg stiessen, brauchten wir ja nur dem folgen und wenige Minuten später gelangten wir zur Lodge bzw. unserem Zelt und schliefen dann sehr zufrieden ein.

Am nächsten Morgen war dann ja noch das Cheetahshooting auf der Düne!!!

Die "Kaanan Naankuse" ist eigentlich ein Projekt, die sich um Wildtiere kümmert. So leben hier zwei weibliche Geparden in einem riesigen Area, allerdings nicht autark bzw. wild. Ihre Mütter wurden erschossen oder sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Die Jungtiere sind dann von Menschen aufgezogen worden. Damit kann man sie nicht mehr auswildern. Sind sie einmal an Menschen gewöhnt, würden sie bei einer Auswilderung gleich zum nächsten Farmer laufen und ann um Futter betteln oder vielleicht die Ziegen reissen o.ä. Jeder kann sich ausmalen, wie dann die Überlebensrate wäre!!! So fristen sie ihr Dasein in diesem Gehege, sind total auf Kai bezogen. Jeden anderen würden sie angreifen, wenn Kai nicht dabei wäre. Auch wenn sie von Hand aufgezogen wurden, sind es keine Kuscheltiere, wie mancher vielleicht denken würde. Es sind Wildtiere und bleiben es!!!!

Wir sind beim shooting jedenfalls immer hinter Kai geblieben und unsere Models machten wirklich einen sehr guten Job, wenn ich das mal so formulieren darf. KFC (Kaanan's finest Cheetah) und die eher schüchterne Hannabella verstehen sich sehr gut, brauchen auch nur zu modeln, wen es ihnen passt! Wens sie in keiner guten Stimmung sind, kann es durchaus passieren, daß man mit leerer Speicherkarte wieder aus dem Gehege geht. Bei uns waren sie allerdings bestens drauf. Wir konnten sie in schönen Posen und bei ebensolchem Morgenlicht fotografieren. Da hatte es sich doch gelohnt, auch das lichtstarke Makro mitzunehmen, um sie mit Offenblende zu portraitieren.

Für uns war es der absolute Höhepunkt der Reise, was wir auch Kai und dem ganzen Team vermittelten. Hier stimmte einfach alles, angefangen von der angenehmen Atmosphäre, hin zu dieser tollen Landschaft und den schönen erlebnissen hier. Vielen Dank nochmal an die "Kaanan Naakuse"!!!!

Doris kaufte noch ein paar T-shirts im shop und weiter fuhren wir dann Richtung Sossusvlei!!!

Sossusvlei und Umgebung

Thema unserer Reise war ja wie schon geschrieben: die Wüsten des südlichen Afrika - da durfte natürlich die Namib, die älteste Wüste der Erde nicht fehlen. Der bekanntesten und touristisch am besten erschlossenen Gegend rund um den Sossusvlei hatten wir einen besonderen Schwerpunkt zugeordnet. Unbedingt wollten wir wieder genau so wie 2012 eine Nacht in der im Nationalpark liegenden "Sossus Dune Lodge" verbringen, um dort die Möglichkeit zu haben, ganz früh morgens bzw. bis zum letzten Abendlicht fotografieren zu können! Alle anderen müssen sich an die Eintrittszeiten des Parks halten.

Es war aber nicht ganz leicht, dort ein Zimmer in dem von uns in Frage kommenden Zeitraum zu bekommen. "Tarukreisen" war uns auch hier behilflich, wir mußten allerdings die "Kröte" schlucken, von dem nördlich liegenden Solitaire wieder zurück zu fahren und das nachts um 3 Uhr - warum, könnt ihr dann später lesen.

Mit einer Träne im Knopfloch von Naankuse war uns klar, daß es jetzt mit der Einsamkeit vorbei war. Die nächste Unterkunft war jetzt die Agama Lodge, die ca. 60 km vom Haupttor des Sossusvlei National Parks entfernt liegt. Die direkt am Tor liegenden Lodges waren entweder schon ausgebucht oder so sündhaft teuer, daß wir dann schliesslich die Agama buchten.

Bei prallem Mittagslicht erreichten wir die Agama, bei der wir 2 Nächte blieben. Die erste Reihe der Häuser steht oben direkt an der Straße - was für eine Ernüchterung - dachten wir!!!

Wir checkten ein und zu unserer Erleichterung bekamen wir unser Zimmer unten an einem Trockenflussbett, von dem die Straße nicht zu bemerken war! Die Zimmer schlicht und zweckmässig, allerdings mit einer Dachterasse und Klimaanlage!!! Mittlerweile war es richtig heiß geworden, so um die 40 Grad. Da war die Klimaanlage schon sehr angenehm!!!

Nach der für uns schon fast gewohnten Mittagssiesta erkundeten wir dann abends das nähere Umfeld der Lodge. Auch in dieser Gegend hatte es vor ein paar Wochen ausgiebig geregnet und so hatte sich ein großer Blütenteppich auf der anderen Seite des Flussbettes gebildet. Ein paar schöne Bäume, im Hintergrund die roten Berge der Namib und vorn die attraktiven weißen Blüten. Da ging doch gleich das Fotografenherz auf, und das nur ein paar hundert Meter von unserem Zimmer entfernt!

Als wir dann nach Sonnenuntergang das Flussbet wieder zur Lodge überquerten, trafen wir einen deutschen Dauercamper, der uns fragte, was es dann da oben gäbe. Als wir ihm dann von den Blüten erzählten, klappte seine Kinnlade runter, begletet von der Worten:" Jetzt bin schon 2 Wochen hier, das habe ich aber auch noch nicht mitgekriegt"!

Irgendwie habe ich den Eindruck, daß viele hier unterwegs sind, die nur die Hauptattraktionen abklabastern und beim schönsten Licht dann vorm Campingwagen sitzen und mit Grillen und Essen beschäftigt sind.

Ach so: "Essen" da war doch noch was!!!

In der Agama gibt es einen deutschen Koch. Was der uns auf den Teller gezaubert hat, das war absolute Spitzenklasse. Da gehen mir die Superlative aus!!!

Vom Starter über den Hauptgang bis hin zum Dessert bekamen wir einen Gaumenschmaus nach dem anderen serviert! Und das an beiden Abenden - einfach spitze!!!!!

Für uns ging es dann am nächsten Morgen um 5 Uhr los, um kurz vor sechs dann zur Toröffnung am Eingang des Nationalparks zu stehen. Wir bekamen die Nr. 14 schon sehr früh, schnell bildete sich hinter uns eine ansehnliche Schlange. So bißchen wie bei Formel eins: alle bereit zur Ralley Richtung Dead Vlei. Die ca. 60 Kilometer bis dorthin sind seit ein paar Jahren geteert, die 60 km per Stunde, die dort erlaubt sind, hält kaum einer ein, wie wir ein paar Minuten später feststellten.

Irgendwo am Weg  hielten wir kurz an, um eine Oryxantilope zu fotografieren, da brausten die Massen an uns vorbei - einer nach dem anderen.

Um den Touriströmen zu entkommen, entschlossen wir uns dann, nicht an der jetzt total überlaufenden Düne 45 zu halten, sondern einfach eine Düne anzusteuern, die ca. 8 Kilometer vor der berühmten 45er liegt. Allerdings mußten wir dahin erstmal 2 Kilometer laufen, hatten dann aber diese Düne komplett für uns. Der Kamm der Düne war unzertrampelt und ein paar schöne Bäume gab es auch.

Später fuhren wir dann bis zum Transferparkplatz, von dem man dann das Dead Vlei erreichen kann. Hier ging es zu wie auf dem Jahrmarkt. Hunderte von Pkws, Klein- und Reisebussen standen hier.

Doris und ich schauten uns an - wollen wir uns das wirklich geben und jetzt noch ins Dead Vlei fahren.

Wohlwissend, daß wir ein paar Tage später ja noch von der Sossus Dune Lodge ins Dead Vlei fahren, schlugen wir zu Fuß einfach die andere Richtung ein. Da standen auch sehr attraktive Bäume und siehe da, eine Oryx machte gerade ihre Spätvormittagssiesta und fungierte dabei als erstklassiges Model - sehr schön mit Dünenlandschaft dahinter.

Wieder hatten wir gute und etwas ungewöhnliche Bilder im Kasten....und waren wieder den Menschenmassen doch einigermaßen aus dem Weg gegangen!

Für den Abend hatten wir von der Managerin der Agama den Tipp bekommen, daß es ein kleines Wandergebiet von einer benachbarten Lodge gibt. Das testeten wir dann auch promt aus. Das Gebiet war wirklich auch sehr fotogen - allerdings wohl eher morgens. Jetzt waren die zur Lodge gewandte Bergseite im Schatten bzw. Halbschatten, was nicht so  war. Trotzdem tat es gut, sich vor dem Essen noch etwas die Beine zu vertreten.

Am kommenden Morgen war dann endlich mal "Ausschlafen" angesagt!!! Frühstück um 9Uhr als einzige Gäste in der Lodge - alle anderen waren unterwegs zum Sossusvlei!!!

Als nächstes Ziel war dann die Solitaire Guestfarm geplant, der wir 2012 auch schon einen Besuch abstatteten. Die liegt nur ca. 40 Kilometer von der Agama entfernt. Auf dem Weg dorthin kommt man dann natürlich an der berühmten Tankstelle vorbei, wo es neben einem kleinen Laden auch den mindstens genauso berühmten Afpelkuchen gibt. Ein Stopp dort ist Pflichtprogramm, neben den leckeren Backwerken gibt es dort noch ein paar verschrottete Oldtimer, die jetzt für uns auch zum drittenmal in unserer Fotokarriere herhalten mußten.

Aber trotz aller Verzögerungstaktiken erreichten wir die Guest Farm schon sehr früh. Uns war es wichtig, daß wir an dem Gepardenfeeding hier teilnehemn konnten, das es hier in der Nähe gibt. 2012 hatten wir hier die vielleicht besten Aufnahmen gemacht. Damals verzierten gewaltige Gewitterwolken die Bilder - das war natürlich an diesem Tage nicht zu erwarten, aber ein paar schöne Portraits von den hübschen Katzen hätten wir schon gern gemacht.

Irgendwann konnten wir unser Zimmer beziehen. Die waren wie damals sehr konfortabel und diesesmal sogar mit unbeschädigten Handtüchern ausgestattet. (Einer von euch Lesern wird den kleinen Seitenhieb wohl verstehen ;-)))

Wir hatten uns gerade im Pool etwas abgekühlt, da kam ein Mitarbeiter der Lodge zu uns und teilte uns mit, das Feeding würde mangels Nachfrage ausfallen. Nur wir zwei hatten gebucht, es müßten mindestens vier sein. Wenn wir für 4 Personen zahlen würden, könnte der Fahrer mit uns raus fahren. Doris bot großzügigerweise an, noch den preis für eine dritte Person zu zahlen, aber der Chef des Feedings lehnte ab. Na, so etwas unverschämtes hatten wir in Afrika auch noch nicht erlebt, zumahl man den Preis im letzten Jahr für das Feeding noch verdreifacht hatte.

Also kein Feeding und die Gegend hier hat auch für einen Sundowner wenig zu bieten!!!!

Also gepflegte Langeweile und ein sehr durchschnittliches Essen auf Fastfoodniveau!

Alles in allem resümierend war es ein verschenkter Tag. Und zu allem Überfluss mußten wir jetzt die höchst holperige Strecke von 80 Kilometern morgens um drei wieder zurückfahren, weil.......Doris kurz vor Antritt der Reise noch ihre Grativikation auf den kopf gehauen hat und für uns eine Ballonfahrt über den Nationalpark gebucht hatte. Dazu mussten wir dann um 5 Uhr morgens am Abflugplatz sein.

Nachts sollte man eigentlich wegen der wildtiere nicht in Namibia auf den Straßen unterwegs sein, es ging aber gut, und kurz vor sechs hoben wir dann mit 14 weiteren Personen im Ballonkorb ab!

Es ist schon ein tolles Gefühl, die Landschaft im ersten Morgenlicht so von oben zu sehen...und etwas Wind hatten wir glücklicherweise auch. Aber leider fliegt man nur über das "Vorland" der jetzt so schön angeleuchteten Dünen. Ein paar schöne Aufnahmen haben wir schon gemacht, aber nächstesmal lieber wieder einen Flug mit einem Kleinflugzeug. Da sieht man doch wesentlich mehr. Beides ist nicht gerade im Angebot, da hilft auch das opulente Frühstück nach dem Flug nicht drüber hinweg. Zumahl mein wohlbeleibter Ballonnachbar, der im Korb den wenigen Platz mit seiner ganzen Körperfülle verteidigte, mir meinen abgezählten Beerenjogurt wegfraß, weil ich mich mit einem schwedischen Teilnehmer etwas festgelabert hatte. So einer konnte natürlich nur aus "Schörmeni" kommen - es gibt doch immer wieder unangenehme Landsleute aus dem Land der ausgefahrenen Ellenbogen!!!

So nebenbei erfuhren wir, daß er laktoseintolerant sei - na hoffentlich ist ihm der Jogurt richtig gut bekommen!!!!! ;-)))

Wir hatten es jetzt jedenfalls nicht weit zur Sossus Dune Lodge, die uns für die nächste Nacht beherbergte!

Auch vor 6 Jahren hatten wir uns in dem schönen aber unklimatisierten Zimmer mittags einen abgeschwitzt, ehe wir dann am späten Nachmittag wieder in Nationalpark aufbrachen. Der Trend des Thermometers ging jetzt eindeutig in die Höhe. Das Quecksilber war bis auf die 45Gradmarke geklettert.

Diesesmal knöpften wir uns eine andere Düne vor, auch wieder mit schönen Bäumen davor, bevor wir dann den Sundowner an Düne 45 erlebten. Jetzt kurz bevor der Park schliesst, waren nur noch wenige Besucher dort, ich bin noch ein Stück die Düne rauf, mußte dann aber feststellen, daß es mit meiner Kondition nicht zum besten stand. Doris hatte gleich schon abgewunken. Sie wollte es sich gar nicht geben, da hochzukraxeln. Und sie hatte recht. Ich machte die gleichen Aufnahmen wie 2012, so viel Gestaltungsmöglichkeiten hat man von oben gar nicht. Die müden Beine erleichterten mir dann auch die Entscheidung, querfeldein wieder runter zu gehen, ehe die Sonne komplett am Horizont verschwindet.

Von unten kann man mit den Bäumen viel besser gestalten,......... und eine Stunde später saßen wir dann wieder in der Lodge beim Oryxsteak. Die Lodge ist staatlich und somit auch wieder ein wenig lieblos, aber das war jetzt ziemlich egal.

Morgens um halb fünf ging es dann mit einer kleinen Gruppe in den Dead Vlei - mit ca. eineinhalb Stunden Vorsprung vor der "Meute", die vor dem Tor mit den Hufen scharrten, während wir schon beim schönsten Licht jedes Sandkorn des Sossusvlei auf den Speicherchip bannten.

Ob wir jedes Sandkorn erwischten, weiß ich nicht - es war aber eine Herausforderung, sich selbst wieder mit besonderen Aufnahmen zu toppen. Es war schliesslich unser vierter Besuch hier.

Ich bin erst wieder die Düne rauf, während Doris gleich ins Dead Vlei wanderte.

Nachdem die Sonne über die Düne geklettert war, bin ich gleich wieder runter ins Dead Vlei. Das Timing war sehr gut - ich konnte auch gleich den ersten Lichtstrahl hier unten einfangen - aber gar nicht so einfach, immer wieder neue Perspektiven zu finden. Na ja, ein paar gute Ergebnisse konnten wir erzielen. Aber ob wir nochmal hierher müssen, ist mehr als fraglich!!!

Beim Herausgehen aus dem Vlei parkten da um kurz nach acht bereits 150 Fahrzeuge - von 2012 hab ich noch eine Aufnahme, wo da zur gleichen Zeit gerade mal 6 Autos standen. Es ist absoluter Wahnsin, wie sich das hier entwickelt hat. Für mich ist die Übernachtung in der im Park liegenden Lodge die einzige Möglichkeit, den Zauber dieser Landschaft zu erleben. Und wir waren ja in der Nebensaison hier - was mag hier in der Hauptsaison los sein. Irgendwann steht da die erste Burgerbude mit Einwegverpackungen..... Da haben die Amis dann auch noch ein zusätzliches Fotomotiv!!! ;-))

Wenn mal etwas abseits geht, findet man sowieso schon jede Menge Plastikmüll und die unvermeidlichen Fähnchen mit den dazugehörigen "Tretminen". Immer schön dran denken: Papier verrottet genauso wenig wie die vor Jahrunderten schon abgestorbenen Bäume des Dead Vlei!!!! Ich möchte nicht wissen, wie das hier in 10 Jahren aussieht, wenn das so weiter geht!

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