Unsere fünfte Reise mit der Fa. "Taruk International" führte uns diesesmal nach Südafrika, eines der kontrastreichsten Länder Afrikas. Die Route ging von Johannesburg/Pretoria über den Blyde River Canyon zum krüger Nat.Park, weiter über ein Privatwildschutzgebiet durch das Zwasiland zum Pongolastausee. Danach Hluhluwe Nat.Park, Zululand und Drakensberge.

Ein Inlandsflug von Durban nach Port Elizabeth kürzte unsere Fahrzeit, um noch mehr Zeit im Addo Nat. Park und in einem weitern Privatwildschutzgebiet zu haben. Anschließend noch die Gardenroute mt Tstsikama Regenwald und natürlich zum Schluss drei Tage in Kapstadt und Umgebung. Da hatten wir nach den drei Wochen viel von diesem schönen Land gesehen.

Alles war wieder von "Taruk Reisen" perfekt geplant und in jeder Lodge wurden wir mehr als freundlich empfangen. Die Begegnungen mit den Menschen haben wir auf dieser Reise besonders genossen, egal ob es sich um Ranger, Hotelpersonal oder Reisende handelte. Von der oft besagten Kriminalität spürten wir nichts - allerdings vermieden wir auch fast jegliches Risiko. Der Wert unseres Equipments beläuft sich mittlerweile doch auf einen fünfstelligen Eurobetrag.

Wenige Tage vor der Abreise entschlossen wir uns noch, die 5D Mark III anzuschaffen, da die doch schwierige Lichtsituationen viel besser beherrscht als die mittlerweile doch in die Jahre gekommene 40 D.

Das war auch mal gut so, denn ein wichtiger Parameter unserer Reise war doch diesesmal sehr ungünstig, nämlich das Wetter. Die Regenzeit machte ihrem Namen in diesem Jahr alle Ehre, denn solche Wassermassen sind in Südafrika kaum in einem Sommer mal runtergekommen.  Und nur zu oft hörten wir in den Lodges: "Gestern war noch das schönste Wetter!!!" Es war teilweise wie verhext!!!! Grrrrrr!!!!!! Und so begleiteten uns die grauen Wolken sehr hartnäckig fast bis nach Kapstadt. Erst da erlebten wir dann doch mal die ersten komplett regenfreien Tage.

Uns so machte sich die Investition mehr als bezahlt, denn mit einer hochwertigen Kamera wie der 5 D kann man halt auch bei schlechtem Wetter noch recht gute Bilder machen. Aber natürlich ersetzt sie keine schönen Lichtsituationen, wie wir sie 2 Jahre zuvor in Namibia erleben durften, wo wir oft einen glutroten Gewitterhimmel hatten.

Natürlich schien aber auch öfters die Sonne und so kommen im Endeffekt doch zahlreiche sehenswerte Aufnahmen zusammen.

Die bedienen nicht immer das klassische Afrikaklischee, aber genau das macht möglicherweise den Reiz von Südafrika aus. Lasst Euch einfach überraschen.

Die texte zu einzelnen Kapiteln schreibe ich jetzt nach und nach. Auch die Bildordner sind noch lan.ge nicht komplett

Pretoria

Nach einem Nachtflug "Frankfurt-Johannesburg" in der südafrikanischen Metropole angekommen, holte uns Reiseleiter Franz Malan am Flughafen ab, um uns ein paar Sehenswürdigkeiten zu zeigen und uns später noch ein Briefing für die kommenden 3 Wochen zu geben.

Johannesburg ließen wir komplett aus, und so fuhren wir gleich in Südafrikas nahe gelegene Hauptstadt Pretoria, die doch etwas charmanter daherkommt als das hektische Jo'burg.

Durch die langwierige Abfertigung im Flughafen etwas unter zeitdruck geraten, steuerten wir nur das "Voortreckerdenkmal" und das Univiertel mit der neuen riesengroßen Nelson Mandela - Abbildung an. Beides mehr als sehenswert, aber der Drang hinaus in die Natur war nicht zu verleugnen. Und so erreichten wir am Nachtmittag unsere erste Unterkunft, die wunderschön idyllische "Zebralodge".

Dort zeigte uns Franz noch einmal die ganze Tour auf der Karte und nach einigen wertvollen Tipps verabschiedete er sich von uns.

So waren wir drei ab jetzt auf uns allein gestellt: Doris, ich und unser neu erworbenes Navi., das auf der ganzen Tour eine sehr gute Hilfe war.

Ich hab mir zwar fast die Zähne ausgebissen, um die nicht ganz billig erworbene Afrikakarte mit unserer, Telekom sei Dank, miesen Internetverbindung zu installieren. Aber der Aufwand hat sich gelohnt, denn das Wege suchen und finden war größtenteils mit dem Navi. ein Kinderspiel.

Am Spätnachmittag hatten wir noch etwas Zeit, die Umgebung der Lodge etwas zu erkunden. In unmittelbarer Nähe entdeckten wir dann auch einige Gnus, Zebras , Impalaantilopen und noch eine Giraffenfamile in sehr schönem Licht. Graue Wolken und Donnerschläge kündigten aber schon das erste Gewitter unserer Reise an, es sollte nicht das letzte sein.

Insgesamt war der Tag ein gelungener Auftakt, nicht zuletzt wegen der konfortablen Zebralodge und ihrem aufmerksamen Personal.

Blyde River Canyon

Mit herrlichem Sonnenschein ging es morgens nach einem üppigen Frühstück auf die mehrere hundert Kilometer weite Fahrt Richtung Blyde River Canyon.Ein wenig mußte ich mich noch an das Linksfahren gewöhnen.  Die zur Fußballweltmeisterschaft ausgebauten Straßen halfen mir dabei sehr.

Nach ein paar Stunden gelangten wir dann als erstes zum "God's Window". Hier hat man einen Blick durch ein tief eingeschnittenes Tal in die Landschaft, die uns allerdings nicht soooo besonders beeindruckte. Vielleicht waren es auch die Massen an Reisenden und Tagesbesuchern, die uns schnell weiterfahren ließen. Nächtes Etappenziel waren die Lisbon Falls.

Mittlerweile war sehr schwül geworden und mal wieder zeigte sich in der Ferne ein Gewitter. Wir waren ja schliesslich in der Regenzeit unterwegs. Nicht weit vom "God's Window" ließ uns eine sehr schöne Lichtsituation noch einmal stoppen, bei der es mir gelang, die imposante Landschaft mit einem niedergehenden Blitz zu fotografieren. Auf die Millisekunde genau löste die Kamera aus. Da kann man dann getrost von einem Kunstschuss reden.

Der guten Beschilderung folgend erreichten wir dann später die Lisbon- und die Berline Falls! Bei diesen Sehenswürdigkeiten zahlt man 10 Rand, was ungefähr 80 Cent entspricht. Dafür erhält man aber doch einen gewissen Schutz vor Dieben, da diese Parkplätze bewacht sind. So kann man sich dann beruhigt auf die Fotografie konzentrieren. Ausserdem bieten hier die Einheimischen ihre Produkte an - und das sehr unaufdringlich. Doris kaufte an einem Stand ein paar Platzdeckchen inclusive ein Modelling für Portraits, das wir noch heraushandel konnten. Das Shooting dann hat wohl beiden Parteien Spaß bereitet. mit großem Hallo betrachteten sich die Damen auf dem Cam.Monitor!!!

Wir hatten geplant, am Spätnachmittag am Canyon mit den drei Türmen zu sein, da auch unsere Lodge ganz in der Nähe ihren Standort hat. Leider verzockten wir uns da zeitlich etwas, denn kurz vor unserem Eintreffen holten uns die Gewitterwolken ein. Wir konnten zwar noch ohne Regen ein paar Aufnahmen machen, aber jetzt kam eine graue Wolke nach der anderen in den Canyon und bald danach regnete es wie aus Kübeln, begleitet von heftigen Windböen. Trotzdem bleibt der Blick von dem Aussichtspunkt in diese beeindruckende Landschaft etwas besonderes!!!!

Auch die Lodge bietet einen fabelhaften Viewpoint auf den Canyon, jedoch nicht mehr an diesem Tag.

Na ja, so ungewöhnlich ist das Nass von oben in dieser Region nicht. Aber die ganze Nacht stürmte es weiter und die Hoffnung sank, diesen einmaligen Canyon am nächsten Morgen nochmal bei guten Lichtverhältnissen fotografieren zu können. Unsere Laune wurde auch nicht durch das höchst durchschnittliche Abendessen, das uns höchst unmotiviertes Personal servierte, verbessert. Mit diesem Eindruck waren wir auch nicht ganz allein. Tage später trafen wir auf eine Reisegruppe aus Belgien, die zur gleichen Zeit dort waren und uns ihren Unmut über diese Unterkunft bekundeten. Diese Lodge hat einen genialen Trumpf durch seine Lage, den sie an diesem Tag leider nicht ausspielen konnte.

Der nicht ganz so angenehme Aufenthalt in punto Service sollte während unserer dreiwöchigen Reise aber wirklich auch der einzige sein.

Krüger National Park

Am nächsten Morgen galt natürlich der erste Blick dem Wetter, aber leider hatte sich an unserer Tiefdrucksituation nichts geändert - im Gegenteil, der Himmel zeigte sich noch wolkenverhangener als tags zuvor. Noch schnell ein paar Aufnahmen am nahe gelegenen Canyon, dann aber schleunigst Richtung Krüger Nat.Park, wo ja schon die vielen wilden Tiere auf uns warteten ;-)))

Auf den ca. 100 Kilometern dorthin wurde der Himmel aber noch grauer und das Nass ergoss sich in einem beschaulichen Landregen über die Landschaft. Am Tor angekommen ernteten wir auch nur mitleidige Blicke und Kopfschütteln des Personals auf die Frage nach einer Wetterbesserung. Na ja, was soll's!!!

Wir nehmen es halt so, wie es kommt.

Von Norden näherten wir uns dann ganz langsam dem "Satara Camp, wo wir due nächste Nacht verbringen sollten.

In dem satten grün ist es allerdings sehr schrierig, Wildtiere zu entdecken. Und so waren unsere Resultate an diesem Tag doch sehr dürftig. Ein paar schöne Portraits, einen Elefanten im stömenden regen ...und mehrere Hyänenbabys direkt an der Straße - immerhin!!! Und dann war da noch eine kleine Eskapade mit dem Auto bei einem Schlenker auf einer Schotterpiste. Weit und breit kein anderes Fahrzeug zu sehen stecketen wir plötzlich in einer Bachfurt im Schlamm fest. Der Boden war vom Regen so aufgeweicht, dass es mir nur mit höchster Mühe gelang, unseren "Twowheel" angetriebenen Leihwagen aus dieser Furt zu heraus zu bekommen. Das wäre schon mehr als peinlich gewesen, kurz vor Toresschluss dort steckenzubleiben. Na ja, das ging gerade noch mal gut.

Im Camp gab es dann neben Dauerregen auch noch ein geschlossenes Restaurant.

Das ließ uns aber auch nicht erschüttern! Wir kauften im Shop ein paar Snacks und machten es uns auf der Terasse unseres Zimmers gemütlich. So eine nacht in einem Nat.Park mit der ganzen Palette an Wildtieren in der "Nachbarschaft" ist immer etwas besonderes.

Den nächsten Tag durchstreiften wir unserem Fahrzeug von früh morgens bis zum Toresschluss weiterhin den gigantisch großen Krüger Park. Zeitweise zeigte sich dann auch mal die Sonne und da sah doch die Welt schon ganz anders aus. Highlight aus fotografischer Sicht waren mehrere Leoparden, Bienenfresser, ein Fight von zwei Zebrahengsten....

Die nächste Lodge lag knapp ausserhalb südlich vom Krüger in einem Privatwildschutzgebiet.

Von dort aus unternahmen wir nach einer angenehmen Übernachtung morgens dann mit einem Guide nochmal einen Gamedrive in den Krüger und am Nachmittag ging es mit dem selben guide in das private Schutzgebiet.

Morgens sahen wir innerhalb kürzester Zeit gleich vier Nashorngruppen, eine Menge Büffel...

Thanda Nani Gamelodge

Rund um den Krüger Nat. Park haben sich im Laufe der Jahre viele Privatwildschutzgebiete angesiedelt, die ihren Anteil an die Erhaltung von Naturreserven haben. Oft sind es mehrere Lodges, die sich ein Gebiet teilen. Wir wohnten zwei Tage in der wunderschön gelegenen und sehr gastfreundlichen "Thanda Nani Lodge". Bei den Gamedrives begleitete uns neben einem erfahrenen Ranger auch ein Praktikant namens Leroy, der ein halbes Jahr ein Praktikum in der Lodge absolviert. Interessanterweise war der gebürtige Kapstädter vor seinem Praktikum noch nie im Krüger gewesen. Als er uns erzählte, dass Kapstadt ein paar tausend Kilometer von hier entfernt ist, war es doch nicht mehr ganz so erstaunlich. Uns führte es vor Augen, wie groß Südafrika ist.

Die beiden konnten uns alten "Safarihasen" doch noch einige bemerkenswerte Verhaltensweisen der Wildtiere erklären, waren aber auch erstaunt, wie gut wir uns in der Tier- und auch der Vogelwelt Afrikas auskennen. Besonders angenehm überrascht waren die zwei, als ich ihnen ein paar Makros auf dem Kameramonitor zeigte, die ich in der Mittagspause direkt in der Lodge aufgenommen hatte. Die Insektenwelt hat für Fotografen einiges zu bieten.

Es war auf jeden Fall ein wunderschöner Tag - nicht zuletzt auch wegen des schönes Wetters incl. afrikanischer Abendstimmung an einem See, die uns ordentlich Endorphine ins Blut spülte. Ja, so hatten wir uns Südafrika vorgestellt.

Besonders gefreut hat uns die begegung mit den seltenen Nyalaantilopen und natürlich das Giraffenfotoshooting am See. Giraffen sind in Afrika nicht unbedingt selten, aber so schön mit dem liquiden Hintergrund hatten wir sie bis dato noch nicht erwischt.

Auf diesem Wege nochmal ein herzliches Dankeschön an die "Thanda Nani Lodge" und viel Erfolg für Leroy bei seinem Studium zum Reisefachmann.

Pongolastausee

Abends in der Thanda Nani Lodge hatte der Chef sich bei der Verabschiedung für das miese Wetter entschuldigt. So schlecht war es doch zumindestens an diesem Tage nicht gewesen. Oder meinte er etwa den nächsten Tag????

Kann sein - denn nachdem die Sonne während des frühstücks noch schien, wurde der brennende Planet wenig später wieder mal durch graue Wolken verdeckt.

Unser Ziel war der Pongolastausee südlich vom Swaziland, das wir zum Erreichen komplett durchqueren mussten.

Das Swaziland ist ein mehr oder weniger unabhängiges Land mit eigener Regierung und Bediensteten in einem anderen Land. Unangenehmerweise muß man auch hier bei der Ein- und Ausreise das typisch afrikanische Grenzprozedere hinter sich bringen. Das heisst, jeweils zweimal Blättchen ausfüllen mit Reisepassnummer, erstem Aufenthaltsort, Beruf und Zweck der Reise.....alles wichtige Papiere, geprüft von noch wichtigeren Beamten. Als Trost für dieses mehr als nervige Ritual gibt es hübsche Stempel in den Reisepass.

Ach so, fast vergessen, ein paar Rand kostet die ganze Geschichte dann auch noch.

Wir wählten die schönere aber längere Panoramaroute, die im strömenden Regen aber auch nicht so richtig Spaß bereitete. Auch die Streckenführung durch die Hauptstadt machte nicht so Freude. Da konnte unser Navi. mal richtig zeigen, was es konnte. Ohne das würden wir vielleicht jetzt noch dort herumirren.

In Südafrika dann nach ca. 4 Stunden wieder angekommen, begrüßte uns dann neben einer schönen Mittelgebirgslandschaft auch wieder die Sonne und bald auch der blaue Pongolastausee, der in einem lang gezogenen Tal liegt, das von grünen Hügeln flankiert ist.

Bald erreichten wir die Tiger Lodge, die sich unweit der Staumauer befindet. Eigentlich wollten wir die folgende Nacht auf einem Hausboot verbringen, das hier seinen Ankerplatz hat. Leider war aber das schwimmende Hotel exclusiv ausgebucht, so dass wir in der Lodge übernächtigeten. Als Ausgleich war dann eine Bootsausfahrt in einem kleinen, schnellen Boot gebucht, mit dem man in den 2 Stunden Ausfahrtzeit die Gebiete erreichen kann, wo man Wildtiere beobachten kann.

Doch man buchte noch kurz vorm Ablegen des Bootes noch ein möglicherweise frisch verliebtes, nicht mehr sooo junges, pakistanisches Wohlstandspaar hinzu. Und die zwei entwickelten sich dann zum größten Ärgernis unserer gesamtem Afrikareisen!!!! Kennt man Menschen dieser und ähnlicher Herkunft eher als bescheiden und nett, waren diese das genaue Gegenteil!!! Reichtum und Rücksicht - das passt nicht allzu oft zueinander, leider!!!!

Der wohl beleibten Dame war erstmal das wendige Boot zu untypisch für einen "Abendcruise". Dehalb mußten wir dann in ein größeres umsteigen, das aber zu langsam war, um die Wildgebiete zu erreichen. Das war ja schon mehr als ärgerlich, aber zu allem Überfluss gackerten die beiden Turteltäubchen pausenlos in voller Lautstärke, und als Höhepunkt durften wir dann noch fünf mal hintereinander ein Lied aus der "SWR 3 Heavydauerberieselungsrotation", von ihrem krächzenden Smartphone präsentiert, geniessen.

Auch die Entschuldigung des Bootsführers (der arme Kerl konnte ja nichts dafür) nach Beendigung der Planschiausflugsfahrt konnte uns nicht wirklich trösten. Da standen wir am Steg und hatten zum ersten Mal bei einer Afrikareise eine Stinkwut, die sich erst bei einem opulenten Mahl während des Abendessens halbwegs legte.

Besonders ärgerlich noch die Tatsache, dass wir an diesem Abend ausnahmsweise mal sehr gute Lichtbedingungen hatten.

Gern hätte ich auf die Bootsfahrt verzichtet. In der Hotelanlage flatterten wunderschöne Schmetterlinge herum, die weit schönere Fotomotive waren als alles andere, was wir mit unserer adrenalingeschwängerten Wahrnehmung während des Abendcruise hätten ablichten können.

Ein paar Makros dann noch nach dem Frühstück - aber dann ging's schnell zum nahe gelegenen "Shushluwe-Nationalpark".

Hluhluwe Nationalpark

Die 80 Kilometer bis zur Bushlandslodge nahe des "Hluhluwe Nat.Parks" waren schnell absolviert. Begrüsst durch ein Heer von flatternden Schmetterlingen bezogen wir unsere Hütte, die wir über ein Netz von hochgelegten Holzstegen erreichten. Die Unterkünfte liegen alle in einem dichten Waldgebiet verteilt, recht weit voneinander entfernt, so dass man den Aufenthalt hier in vollen Zügen geniessen kann. Nach den obgligatorischen Aufnahmen der Zimmer und der Lodge ging es natürlich sofort auf Schmetterlingsjagd. Aber kaum war eine Stunde vergangen, setzte mal wieder ein heftiges Gewitter ein, das sich über die Mittagszeit genau über uns austobte. Üblicherweise sind in Südafrika solche Wolken nach ca. 2 Stunden wieder verschwunden, aber wohl nicht in diesem Sommer. Den ganzen Tag über blieb die graue Suppe am Himmel, so dass wir beschlossen, den Nationalpark im eigenen Fahrzeug zu erkunden. Die Ausfahrt mit dem Ranger verschoben wir auf den nächsten Morgen.

Der Hluhluwe ist landschaftlich einer der schönsten Parks von ganz Afrika, aber bei miesem Wetter kommt das leider überhaupt nicht zur Geltung. Auch ließen sich bei dem kalten Wind kaum Tiere blicken. Bis auf einige Elefanten - die Begegnungen hatten es allerdings in sich. Man hatte uns schon vorgewarnt, dass die Dickhäuter hier doch etwas speziell sind. Ausserdem sind die Elefantenbullen zur Zeit in der Mast. Das steigert das Aggressionspotenzial noch ungemein. Nachdem wir mit unserem Fahrzeug schon ein Elefantenbaby aufgeschreckt hatten, wobei ihre Mama auf uns zugestürmt kam und wir mit Vollgas flüchten mussten, trafen wir kurz vor dem Tor noch auf einen Bullen, der uns den schmalen Weg versperrte. Er verspeiste in aller Seelenruhe die Blätter eines Baumes am Strassenrand, stand aber gleich mitten auf der Fahrbahn, sobald ich versuchte, das riesige Tier zu passieren. Was tun jetzt? Eine gute halbe Stunde blieb uns noch, bis das Tor schliesst. Da sollten wir pünktlich sein. Andernfalls gibt es eine saftige Geldstrafe.

Einzige mögliche Taktik war, ein Stück zurückzufahren und hoffen, dass der Fleischberg sich in die Büsche schlägt. Das machte er dann auch, aber erst nachdem er uns noch einen Kilometer die Strasse zurückgetrieben hatte.

Ein paar Minuten später erreichten wir das Tor. Das Personal hatte schon mit der Vorbereitung der Schliessung angefangen. Uff - das war gerade noch rechtzeitig!!!!!

In der Lodge zurück hatten wir dann wenigstens etwas zu erzählen. Beim Abendessen gab's neben kulinarischen Genüssen jede Menge "Jägerlatein", zumahl sich noch ein Ranger zu unserer Runde gesellte. Auch machten wir die Bekanntschaft mit einem Bushbaby, einem nachtaktiven Halbaffen, der gern die für ihn ausgelegten Äpfel nascht. Fotografiert haben wir ihn in der Dunkelheit nicht, weil wir dann einen Blitz hätten einsetzten müssen. Das wollten wir den empfindlichen Augen des hübschen Affen unter keinen Umständen zumuten.

Am nächsten Morgen war eine leichte Wetterbesserung eingetreten, aber die Hauptfarbe des Himmels war weiterhin grau - aber immerhin hellgrau.

Beim Gamedrive mit dem Ranger sahen wir erneut viele Elefanten, ein Nashorn und kurz vor Beendigung der Ausfahrt noch einen Wiedehopf - ein einigermassen versöhnlicher Abschied vom Hluhluwe.

Man möchte es sich nicht vorstellen, wie dieser Aufenthalt hier bei guten Lichtbedingungen gewesen wäre. Fazit: zur falschen Zeit am richtigen Ort!!!

 

Zululand - Isibindi Lodge

Wenn man sich keine großen Illousionen von einem Aufenthalt macht, ist die Chance groß, dass es gut wird. So geschehen bei der Isibindi-Lodge im Zululand. Die Fahrt dorthin einige hundert Meter in die Höhe und meherere hundert Kilometer in die Weite erinnerte uns gelegentlich an deutsche Mittelgebirgslandschaften, begleitet immer wieder zwischendurch von Regenschauern.

Nach einer kurzen, herzlichen Begrüßung ging es gleich in Begleitung des Chefs der Lodge und einer angestellten Zulu zu einer dem Stamm angehörigen Familie, die uns großzügigerweise ihr komplettes Anwesen zeigte. Das männliche Familienoberhaupt, seine zwei angetrauten Ehefrauen und einige Enkel zeigten sich sehr fotogen, und nach ca. einer Stunde hatten wir dann etliche Aufnahmen der hier lebenden Menschen mit ihrem Umfeld im Kasten.

Auf dem Rückweg zur Lodge besuchten wir noch den einzigen Laden hier in der abgelegenen Gegend, den ein hier geborener Deutschafrikaner betreut. In dem sehr authentischen Shop bekommen die Einheimischen alles, was man hier wirklich brauchen kann. Nebendran ist sogar noch eine kleine Mühle, wo man das Getreide mahlen lassen kann.

Zurück in der Lodge begann dann bald noch eine Zulutanzaufführung, wo eine jugendliche Gruppe die traditionellen Tänze der Zulus zum besten gab. Für die Truppe ist eine Möglichkeit, ein wenig für den Lebensunterhalt ihrer Familien zu sorgen, andererseits bleibt so dieses Kulturgut für die Nachwelt erhalten. Wie wichtig den Zulus diese Tradition ist, belegt die Tatsache, dass die Tänze zu jeder Hochzeit und zum 21. Geburtstag eines jeden ihres Stammes aufgeführt werden.

Dass die Mädchen dabei einen entblössten Oberkörper haben, mag für manchen Touristen etwas befremdlich sein. In Afrika findet das weit weinger Beachtung, weil der ursprüngliche Kleidungstil nun mal keine Oberbekleidung vorsieht.

Neben teils akrobatischer Tanzeinlagen war die ganze Vorführung gewürzt mit natürlichem Charme der Tänzer, Sympathie und einer gehörigen Prise Humor.

Anschliessend wurden wir zum Abendessen noch verwöhnt mit Spezialitäten der Zuluküche. Nach anfänglicher Zurückhaltung griff dann doch jeder ordentlich zu.

Zusammen mit einem Paar aus England und einem aus Pretoria ließen wir bei ein paar Bierchen diesen wunderschönen Tag ausklingen.

Erfreulicherweise hatte sich mittlerweile auch unser eingestaubtes Schulenglisch wieder etwas verbessert, so dass für eine einigermassen gepflegte Konversation mit den "Nativespeakern" langte. Und für die fehlenden Vokabeln hat man ja schliesslich noch Hände und Füße. Jedenfalls war es ein lustiger und auch informativer Abend - vor allem auch interessant die deutschenglischen Fußballbegegnungen mal aus der Perspektive der Insulaner zu sehen ;-)))

Der schmückenden Rahmen war die wunderbare Isibindilodge, wo es uns außerordentlich gut wegen der Herzlichkeit und Gemütlichkeit gefallen hat. Allein die liebevollen Details sind schon einen Besuch wert.

Drakensberge

Drakensberge, auf deutsch Drachenberge - was würde uns dort erwarten???

Von weitem sieht man schon die Namesgeber dieser Gebirgslandschaft. Kahle Bergspitzen ragen dem Himmel entgegen.

Die ersten Europäer fühlten sich beim Anblick dieser imposanten Gebilde an Drachenköpfe erinnert.

Mittags angekommen in einem Hotel eines Golfresortes, nutzten wir gleich das sonnige Wetter, um eine kleine Wandertour zu starten. Diese Gegend eignet sich hervorragend für Wandertouren in allen möglichen Längen und Schwierigkeitsstufen. Wir nahmen uns im westlichen Teil der Drakensberge den steil ansteigenden Weg zur "Sphinx" vor, einem von unten unscheinbaren Felsen, der von oben betrachtet, seine ganze Schönheit entfaltete. Zwischendurch gab es tolle Asublicke in die Landschaft und viele Blumen, Insekten und Vögel. So dauert solch eine Wanderung schnell mal doppelt so lang als bei Nichtfotografen.

Die Unterbringung in der Monk's Cowl Lodge war durchaus positiv zu sehen, geräumige, konfortable Zimmer und ein gutes Essen. Was will man mehr??? Vielleicht ein wenig mehr Afrikaambiente, aber das gab es ja anderswo zu Genüge.

Da es am nächsten Morgen auch noch trocken war, beschlossen wir, mit dem Auto in den mittleren Teil der Drakensberge zu fahren, um dort nochmal so eine ähnliche Wanderung zu machen wie am Vortag.

Die Fahrt dorthin war schon ein reiner Genuss, denn die besiedelte Gegend wirkt fast wie Spielzeuglandschaft. Irgendwie Island mit afrikanischen Hütten!!! ;-))

Dann am Fuße der Berge - welch Überraschung - graue Regenwolken blieben an den Spitzen der "Drachenköpfe" hängen. Mutig gingen wir auf Schusters Rappen den grauen Spielverderbern entgegen. Eine Stunde ging es dann auch gut, dann öffnete der Himmel seine Schleusen, was uns natürlich zur Umkehr bewegte.

Es ist schon ein unangenehmes Gefühl, das teure Equipment nur mit einer dünnen Regenplane schützend auf den Schultern im Rucksack durch den strömenden Regen zu tragen, wenn einem das Wasser schon in den Schuhen schwappt.

Na ja, nach einer Stunde zurück am Auto hatten die nicht ganz billigen Fotorucksäcke ihre erste richtige Feuerrtaufe überstanden.

Hier auf dem nördlichen Teil unserer Reise sollten wir keine trockene Phase mehr erleben.

"Morgen geht es mit dem Flieger von Durban nach Port Elizabeth - dann dürften wir wohl die Wolken abgehängt haben" So machten wir uns Hoffnung!!!

Kann ja nur besser werden!!!! Wer weiß, wer weiß???

Addo Nationalpark & Zuurberglodge

Zwischen dem letzten Kapitel und diesem liegen ca. 1000 Flugkilometer, da wir von Durban nach Port Elisabeth mit einem Inlandsflug die Fahrzeit doch deutlich verkürzen konnten. In Durban im strömenden Regen in Flieger gestiegen, wurden auf halber Flugstrecke die Wolkenlücken immer größer, und schließlich am Ziel angekommen erwartete uns ein blitzblanker himmel! Hier im Süden ist es zu dieser Jahreszeit fast immer trocken!!! Hatten wir den regen jetzt endlich abgehängt???? Zumindestens für diesen Tag mal!!!!

Jetzt erst den neuen Mietwagen in Empfang nehmen und auf zur Zuurberglodge, die wie es der Name schon vermuten läßt, auf einem Berg angesiedelt ist. Enge Serpentinen führten uns bergauf, und als wir glaubten, dass es nicht mehr weiter ging, erschien die wunderschöne Lodge, wo wir eine Übernachtung hatten. 

Supergemütlich ist das Haus mit den geräumigen Zimmern und kulinarisch war auch alles bestens. Es gibt Lodges, wo man sich auf Anhieb noch ein bißchen wohler fühlt, als in anderen. Dies war eine davon. Schade, dass nur eine Übernachtung gebucht war.

Für den nächsten Tag war unser Zeitplan mal wieder recht eng gesetzt, aber das Angebot zu einer Safari im nahe gelegenen Addo Elephant Nat. Park wollten wir auf keinen Fall ausschlagen. Und so gings früh morgens die Serpentinen wieder runter, um dem auf Dickhäuter spezialisierten Addo einen Besuch abzustatten.

Es war auch nicht schwer, die grauen Riesen zu finden. Gleich am zweiten Wasserloch hatten sich schon mehrere Elefantenfamilien eingefunden. Und nach und nach trudelten immer mehr Rüsselträger ein, um sich am kühlen Nass zu laben, bzw. sich mit dem Schlamm eine dicke Schutzschicht gegen Insekten und die gleissenden Sonne zu verschaffen. Ihr könnt Euch vorstellen, dass unsere Kameras im Dauereinsatz waren. Einfach zu schön, die Interaktionen dieser sehr intelligenten und charakterstarken Tiere zu beobachten und zu fotografieren. Besonders imposant sind dabei natürlich die jungtiere, die im Schutze ihrer Mütter und Tanten wild und tollpatschig die besten Fotomotive abgeben.

Und wenn dann auch noch das Licht mitspielt, ist der gemeine Tierfotograf sehr zufrieden :-)))), grins, grins, smile!!!!!

Mit einigen hundert Aufnahmen im Kasten, brachen wir plangemäss den Aufenthalt im Addo ab, und brachten im Anschluss die ca. 50 Kilometer zum "Amakhala-Privatwildschutzgebiet hinter uns, wo die drei letzten Wildtierbeobachtungen auf uns warteten.

Amakhala Game Resort - Woodberry Tended Lodge

Am frühen Nachmittag erreichten wir die "Woodberry Tended Lodge" im Amakhala Game resort, wo sich vor ca. 25 Jahren einige Farmer zusammen getan haben und ihr bis dahin genutztes Farmland renaturierten, so dass sie die ca. 30 Quadratkilometer mit Wildtieren besetzten konnten. Das setzte natürlich vorraus, dass das Gebiet komplett umzäunt wurde. Es sind dort fast alle Wildtierarten anzutreffen. Aber es muß dort mehr von Menschenhand in die Populationen eingegriffen werden, als z.B. im riesigen Krüger Nat. Park. Anhand der Elefanten erklärte uns der Chef der Lodge, wie schwrierig es ist, die Bestände auf ein vernünftiges Mass zu regeln. Wenn man die Elefantenherde einfach sich selbst überlassen würde, wäre nach einigen Jahren nichts mehr von der Vegetation übrig. So verabreicht man den grauen Riesen regelmäßig die Antibabypille. Dabei muß man allerdings beachten, dass es für die Sozialstruktur der Elefanten enorm wichtig ist, dass sich Jungtiere in der Herde befinden. So erfordert die Regelung enorm viel Fingerspitzengefühl und eine gute Abstimmung zwischen den einzelnen Lodgebesitzern.

Wir hatten jedenfalls noch mal beste Vorraussetzungen für interessante Wildtierbeobachtungen. Dreimal ging es nochmal mit dem Jeep auf Safari.

Am Nachmittag fuhren wir bei schönstem Sonnenschein los! Allerdings war es fürchterlich schwül nd heiß - aber hier im Süden gibt es ja höchstens mal ein kurzes Gewitter, das dann schnell wieder verschwindet. Dachten wir jedenfalls!!! Wir gelangten zum hoch gelegenen Sundownerplatz, um mal endlich in der Wildnis einen schönen Sonnenuntergang zu erleben. Aber graue Wolken hatten sich schon wieder vor die Sonne geschoben, und in der Ferne sahen wir schon zuckende Blitze und hörten ein donnerndes Grollen, das sich langsam näherte. Kurz vor dem Erreichen der Lodge kamen uns die mittlerweile fast schwarz gewordenen Wolken bedrohlich nahe, als dann unser Ranger über einen spitzen Ast fuhr, der dann einen Platten verursachte. Oh, oh, shit happens!!!! Und schon prasselten die ersten dicken Tropfen auf uns nieder. Wir versuchten noch, die ersten Schrauben des Reifens zu lösen, aber im nächsten Moment goss es schon wie aus Kübeln. An einen Reifenwechsel war da nicht mehr zu denken, weil man fast die Hand nicht mehr vor Augen sah!!! Für uns war da natürlich erstmal die Sicherung unseres Equipments das Wichtigste. Die Rücksäcke waren auch diesesmal absolut dicht, so dass es aus technischer Sicht zu keinen Ausfällen kam. Der Ranger hatte schlauerweise sofort über Funk seinen Kollegen angefordert, der sich auch schnellstens auf den Weg machte. Aber nicht schnell genug, um zu verhindern, dass wir uns nass bis auf die Knochen einige Minuten später vor dem Kaminfeuer wiederfanden. Das Feuer machte unseren Zustand etwas erträglicher, denn das Gewitter tobte noch 2 Stunden über uns, dass es undenkbar war, unser Zelt zum Gardeobewechsel zu erreichen. Aber mittlerweile war das Abendessen fertig, und so konnte sich die ganze Gruppe wenigstens von innen wärmen.

Am nächsten Morgen hatte sich die graue Suppe festgesetzt, und so konnten wir dann bei einem gemütlichen Frühstück den Ausführungen des Lodgebesitzers folgen. Er berichtete, dass wir einem Regenrekord beigewohnt hatten, denn soviel Regen wie am Abend zuvor gibt es sonst nur in einem halben Jahr! Spätestens jetzt fühlten wir uns wie waschechte "REGENMACHER"!!!!

Die Rekordwolken wollten den ganzen Tag nicht verschwinden, und so war unsere fotografische Ausbeute sowohl bei der Morgen- als auch bei der Abendtour recht bescheiden, oder wir sind in den letzten Jahren einfach zu anspruchsvoll geworden. Aber was wäre hier bei gutem Licht möglich gewesen????? Am besten gar nicht drüber nachdenken und abhaken!!!!

Allein das sehr engagierte Lodgepersonal incl. Ranger und die herzlich netten Gäste der Lodge hielten unsere Laune noch im grünen Bereich!

Es war einfach nur frustierend - solch eine Pechsträhne mit dem Wetter hatten wir bei all unseren Reisen noch nicht ansatzweise erlebt. Dabei war doch alles so perfekt geplant!!!!

Tsitsikamma Nationalpark

Die grauen Wolken hatten den gleichen Weg westwärts wie auch wir gewählt, und so begleiteten sie uns auch am nächsten Tag bis mittags. Dann wurden endlich die Lücken am Himmel größer und blauer!!!!

Und so konnten wir anders als der Name "Tsitsikammer REGENWALD" es erwarten ließ, diese tolle Landschaft jetzt im Sonnenlicht geniessen.

Gegen Mittag besuchten wir einen nahe an unserer Unterkunft gelegenen Vogelpark, der eine mehrere Hektar große Freifluganlage bietet. Da kommt man teilweise sehr nahe an die schönen Federträger heran. Integriert ist eine Flußlandschaft und natürlich der Regenwald auf mehreren Etagen. Alles gut erreichbar über Holzstege! Wirklich toll gemacht!

Auf dem Rückweg noch ein Besuch bei den Bungeejumpern, die sich mutig von einer imposanten Brücke stürzen, bevor wir dann abends in den Nat. Park direkt an der "Wild Coast" eintraten. Hier macht die wilde Küste ihrem Namen alle Ehre und den Fotografen viel Freude!!!!

Nicht auslassen darf man dann natürlich die kleine Wanderung zur "Suspension Bridge", die hier malerisch in die wilde Küstenlandschaft hinein gebaut wurde!

Auf dem Weg dorthin hat man einige tolle Ausblicke auf das tosende Meer!

Am nächsten Tag ging es weiter nach Knysnar. Von dort unternahmen wir eine kleine Strandwanderung bei sehr drückender Hitze, so dass wir uns entschlossen, landeinwärts zu fahren, um eine Tour in den eigentlichen Regenwald zu machen. 

Eine Tour, die diese einmalige Landschaft beeindruckend dokumentiert. Und mit solch einer Vegetation rechnet man hier im Süden Afrikas nicht unbedingt.

Auch die Fotomotive sind nicht unbedingt typisch afrikanisch, wir fotografierten einige Insekten, Pilze und Pflanzen.

Leider mußte ich mir abends eingestehen, dass mir ein entzündeter Insektenstich auf meiner Wade mehr Probleme bereitete, als mir lieb war. Dies zeigte sich durch einen heftigen Schüttelfrost, den ich trotz großer Hitze in unserer Lodge bekam. Gut nur, dass wir für alle Fälle ein Antibiotikum mitgenommen hatten. Wir sind beide keine Freunde dieser Medikamente, aber in fernen Ländern kann man sich durch die Einnahme schnell mal einige Urlaubsfreuden retten.

Ich kann es jedem Fernreisenden nur empfehlen, sich daheim in der Apotheke ein fast abgelaufenes Antibiotikum zu besorgen. Unangenehme Infektionen lauern überall. Braucht man es nicht, umso besser!!!! Aber dann natürlich zu Hause fachgerecht entsorgen!!!!!

Ich war jedenfalls nach zwei Tagen wieder topfit. Wer weiß, wie es ohne Antibiotikum weiter gegangen wäre. Zumindestens hab ich mir einen Arztbesuch und damit auch einige "Südafrikanische Rand" gespart.

Swartberg Manor

Die Reiseroute fürte uns jetzt wieder landeinwärts ins Swartberg Tal, ca. 50 km von Oudthoorn entfernt. Hier haben sich viele große Straussenfarmen angesiedelt sind. Einige bieten als Attraktion Ritte auf den großen Vögeln an. Da solche Belustigungen aber eindeutig als Tierquälerei einzustufen sind, verzichteten wir auf einen Besuch. Auch das zweite große Highlight dieser gegend haben wir und geklemmt, da uns ein überquellender Parkplatz am Eingang der mit Sicherheit sehenswerten Tropfsteinhöhle das Interesse nahm. Ausserdem konnte ich mich durch die Infektion kaum mehr als drei Stunden auf den Beinen halten. Immer wieder mußte ich mich in horizontaler Position im gemütlichen zimmer unserer Lodge erholen. Die abgelegene Gegend mit seiner angenehmen Ruhe taten ihr Übriges, um für ein Stünchen die Augen zu schliessen und ein Nickerchen zu machen. Ein idealer Ort, um nochmal vor dem letzten Highlight unserer Reise zu entspannen. Morgen um diese Zeit werden wir in Kapstadt sein!!!

Eine lange Fahrt erwartete uns am nächsten Tag, weshalb wir uns schon früh aus den federn quälten. Belohnt wurden wir durch ein wunderschönes Morgenlicht, das die hübsche Bergregion zu einem erstklassigen Fotomotiv machte. Dabei machte sich u.a. auch das schmale Wolkenband sehr gut, das sich über die Gipfel gelegt hatte.

Nach dem Frühstück machten wir uns dann auf den Weg Richtung Hermanus, wo wir Sonja treffen wollten. Sie ist eine südafrikanische Fotografin mit deutschen Wurzeln. Ich hatte sie durch die "Fotocommunity" kennengelernt.

Gardenroute

Eines mal vorweg. Das Wort Regen kommt jetzt in diesem Reisebericht garantiert nicht mehr vor.

Auf den meistens sehr gut ausgebauten Straßen kamen wir sehr gut voran. Ein bis zwei Fotostopps zwischendurch noch, erreichten wir um die Mittagszeit Hermanus, wo wir uns ja mit Sonja auf einem Parkplatz treffen wollten. Dumm nur, dass ich gar nicht genau wußte, wie sie aussieht. Aber ich wußte, daß sie auch eine Canon 5D III hat. Na, das war doch ein guter Suchbegriff. und so dauerte es auch nicht lange, bis wir Sonja identifiziert hatten. Sie ist Deutschsüdafrikanerin und hat einen wunderschönen englischen Akzent. Neben deutsch spricht sie natürlich englisch und afrikaans. Nach einigen Minuten des "Beschnupperns" stellten wir schnell fest, dass sie eine sehr nette und hilfsbereite Fotografin ist.

Leider sind zu dieser jahreszeit in Hermanus keine Wale zu sehen, weil die sich dann einfach dort nicht aufhalten. Wir schlenderten erst an der Strandpromenade entlang, fuhren dann mit Auto noch ein paar andere Plätze am Strand an, um dann gegen Spätnachmittag Richtung Capetown zu steuern, wo Sonja wohnt. Zwischendurch wollte sie uns noch ein paar Geheimtipps zeigen.

Sie startete ihren Wagen , aber der sonst so zuverlässige fahrbare Untersatz sprang nicht an. Was tun??? Es war Sonntag und keine Werkstatt hatte geöffnet. Wir boten ihr an, sie mit unserem Leihwagen nach Hause zu fahren. So wollte dann am nächsten Tage nochmal die 80 Kilometer mit einer Freundin nach Hermanus fahren und dann das Auto reparieren lassen. Sie hatte dann in typsch afrikanischer Manier das Ärgernis schnell abgehakt und so fuhren wir noch einige schöne Locations an, die in der regel an der Küste lagen. Unter anderm den Clarence highway, der wunderschön in die Felsen gebaut ist und obendrein noch alle paar hundert Meter  Viewpoints bietet. Hier spielte uns dann mal das Licht in die Karten, ein sehr schöner Wolkenhimmel im Abendlicht in dieser traumhaften Landschaft. Drei Fotografenherzen in Glückseeligkeit!!!! ;-)))

Sie zeigte uns dann noch ihren Heimatort unweit von Capetown, bevor wir sie daheim "ablieferten". Sonja gab uns noch wertvolle Tipps für Capetown, wir gaben ihr zumindestens noch das Spritgeld für den nächsten Tag, und so verabschiedeten wir uns sehr herzlich voneinander. Vielleicht gibt es ja irgendwann ein Wiedersehen!

Weingebiete und das Kap

Für zwei von unseren drei Tagen in Capetown hatte "Taruk" uns einen Reiseleiter zur Verfügung gestellt, der uns dann pünktlich im Hotel abholte. Zuerst wollte Jörg mit uns in die Winelands, wohin man von Capetown doch eine zeitlang unterwegs ist. Auf der Fahrt zum ersten Weingut erklärte er uns die Geschichte des südafrikanischen Weins sehr anschaulich, wie die Reben von Europa nach Afrika kamen und sich der Wein trotz teils großer Rückschläge weiterentwickelte.

Auf dem ersten Gut gab es mehrere Weine zur Probe mit korrespondierendem Käse, doch morgens schon die edlen Tropfen zu verköstigen, ist ehrlich gesagt nicht unser Ding. Aber egal. Die Mengen waren nicht so üppig, daß gleich sämtliche bilder verwackelten. Beim zweiten gab es ein gutes Mittagessen, dann schleuste Reiseleiter Jörg uns unter einem Vorwand ins superedle Weingut Graeff. Na, dort kann man die Kontraste Südafrikas wahrnehmen, was das monitäre anbelangt. Die Dekadenz zum Greifen. Gespickt mit hochpreisigen Kunstwerken ist der Weinvertrieb wohl mittlerweile hier zur Nebensache geworden. Hier gibt es auch Luxussuites mit eigenem Hubschrauberlandeplatz....von Kleckern keine Spur. Wenn man dagegen die ärmlichen Townships nahe dem Flughafen nur von weitem sieht, merkt man, dass die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander klafft. Es gibt wohl kaum einen anderen Ort auf der Welt, wo das so deutlich wird wie in Capetown.

Mit offenem Mund und gefülltem Speicherchip kehrten wir ins Reich von "Otto Normal" zurück auf die Straße. Nächstes Ziel war das Weingut von Dornier, von dem wir schon mal ein interessantes bild eines Gebäudes gesehen hatten. Die Form dieser Halle ist einer Flugzeugtragfläche nachempfunden. Das passt natürlich zum Flugzeughersteller Dornier. Dieses bild war aber wohl eine Flugaufnahme, so dass der Eindruck doch nicht ganz so prickelnd war. Trotzdem hat uns der kleine Ausflug Freude bereitet.

Jetzt wurde es langsam Zeit, sich für den Höhepunkt des Tages zu rüsten. Ein Besuch auf dem Tafelberg ist einfach unvermeidlich. Sonja hatte uns den Tipp gegeben, ihn abends zu besuchen, weil man dann besseres Licht hat. Natürlich hatte sie recht und auch Jörg teilte ihre Meinung.

Die Sonne stand noch recht hoch, als die Gondel oben auf dem Plateau ankam. Wir hatten alle Zeit der Welt, unsere Aufnahmen zu machen. Jörg wollte eigentlich schon recht früh wieder runter fahren, um seinen verdienten Feierabend zu genießen, aber er spürte, dass wir gern noch bis zum letzten Lichtstrahl oben geblieben wären, obwohl wir keinen "Pieps" in der Richtung von uns gegeben hatten.

Ganz von selbst verlängerte er den Aufenthalt hier an die bedeutungsvollen Stätte, bis wir mit der letzten Seilbahn wieder zum Parkplatz hinabgondelten.

Es war aber auch zu schön, mit vielen Sonnenuntergangsjüngern aus den verschiedensten Nationen den brennenden Planeten im Meer versinken zu sehen. Und die Stadt ist aus dieser Perspektive einfach am schönsten und bietet eine tolle Kulisse zum Sonnenspektakel.

Vielen Dank nochmal an Jörg auf diesem Wege!!!!

Er brachte uns dann zurück ins Hotel und wir ließen den Tag ganz entspannt mit einem Gläschen südafrikanischen Wein ausklingen. Vielleicht waren es auch zwei!!!! ;-)))

Kapstadt und Umgebung

Und wieder stand uns ein ereignisreicher Tag bevor. Nach dem 88Frühstück ging es auf zum Kap der guten Hoffnung, was natürlich auch fast schon ein Pflichtbesuch ist. Vorbei an der Felsformation die "12 Apostel" und noch einigen anderen fotostoppwürdigen Aussichtspunkten brauchten wir ca. 3 Stunden bis wir am Kap ankamen. Erstmal schauten wir uns natürlich das Kap von oben an. Dazu gibt es einen Haltestopp mit Seilbahn, Restaurant, Busparkplatz, Souvenirshop....Na ja, nicht unbedingt so unser Ding. Aber das gehört halt alles dazu. Hier haben wir auch zu Mittag gegessen und dann zum eigentlichen Kap. Als geborener Westfale würde ich das fast schon eher als Kappes bezeichnen. Drei Busladungen mit hektischen Chinesen, die mit allem fotografieren, was die Technik hergibt. Egal ob Camera, Smartphone oder Tablet. Ohhhh, da gibt es nur einen Ausdruck : fürchterlich. Und jeder Chinese wollte ein Foto, wo er oder sie mit ausgestreckten Armen in Siegerpose am äussersten Zipfel des Kaps stand. Einem bin ich dabei mal in Quere gekommen......wenn Blicke töten könnten.....Na ja, ich entdeckte ein paar Robben, die sich von der Brandung umspülen ließen und sich wahrscheinlich köstlich amüsierten wegen des Treibens der Menschen. Sie waren alledings das einzige, was ich für fotografierwürdig hielt. Ein Platz am legendären Schild war wegen der herumwuselnden Chinesen unmöglich. So gab es nur eine Devise: Nix wie weg!!!!

Beim anschliessenden Besuch auf einer Straussenfarm konnten wir dann wieder zur Ruhe kommen und nachdem wir dann alles Wissenswerte über die größten Vögel der Welt erfahren hatten, ging es weiter zur Pinguinkolonie. Das war natürlich schon wieder eher etwas für unseren Geschmack. Vor ein paar Jahren watschelten die zutraulichen Brillenpinguine teilweise mitten durch den Ort. Das war natürlich für den Straßenverkehr unerträglich und so baute man eine Ballustrade, um Mensch und Pinguin voneinander fern zu halten. Es ist natürich eine sinnvolle Maßnahme, denn so kann niemand die sympathischen Vögel bei der Brut stören und obendrei bietet das Podest eine gute Möglichkeit, die Tiere zu beobachten oder zu fotografieren.

Die Sonne stand schon relativ niedrig, aber es standen noch zwei Hauptpunkte auf der Liste. Als erstes der wunderschön gelegene botanische Garten von Capetown, dem wir einen fast schon "Blitzbesuch" abstatteten. Und wir wollten gern noch ein paar Aufnahmen vom Malayenviertel auf den Chip bannen.

Leider kamen wir dann natürlich in den Feierabendverkehr von Capetown. Jörg tat alles, dass wir noch ein paar Aufnahmen der hübschen bunten Häuschen im Abendlicht machen konnten. Aber als wir ankamen, war es schon zu spät. Trotzdem ließen wir es uns nicht nehmen, ein paar Impressionen einzufangen.

Zum Abschluss schlug Jörg vor, noch ein oder zwei Kaltgetränke an der "Waterfront" einzunehmen. Das war eine feine Idee! Denn hier befinden sich viele Bars und Restaurants direkt am Wasser. Menschen verschiedenster Nationen schlendern über die Plaza oder lassen sich von kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnen. Trotz der vielen menschen herrscht hier eine sehr entspannte Atmosphäre - ideal noch ein wenig Wehmut vor der Abreise zu tanken.

Der Platz gefiel uns so gut, dass wir am nächsten Morgen gleich noch die paar Stunden bis zum Flug nutzten, um hier noch ein paar Souveniers und Geschenke einzukaufen.

Dann hieß es Abschied nehmen, Leihwagen am Flughafen abliefern und wieder Richtung Heimat zu fliegen.

Es war eine perfekt geplante Reise in einem wunderschönen Reiseland. Alles funktionierte reibungslos. Nur das Wetter hätte besser sein können. Aber das war unser Risiko. Das wußten wir vorher.

Ein Grund mehr nochmal wiederzukommen!!!!