Eine Rundreise im Januar durch Namibia ist schon ein gewisses Risiko. Letztes Jahr wären wir öfters mal im Schlamm stecken geblieben. Denn zu dieser Jahreszeit ist in Afrikas Süden Regenzeit. Das bedeutet nicht, daß es den ganzen Tag regnet. Es gibt öfters mal eine Gewitterstimmung mit den entsprechenden Wolken. Meistens ist das Spektakel relativ schnell wieder abgehakt. Aber es ist im Landesinneren in der Mittagszeit um die 40 grad heiß. Das bestimmte dann doch öfters mal den Tagesablauf. Da wir tagsüber meistens mit unserem nagelneuen Toyota Hilux unterwegs zu einer anderen Lodge waren, hat uns das wenig gestört. Und zum Fotografieren ist ja bekanntlich das Morgen-bzw. Abendlicht sowieso viel besser geeignet.

Diesesmal waren wir als Selbstfahrer unterwegs. Die Reise wurde von der Firma "Taruk-Reisen" bis ins Detail geplant und alles verlief reibungslos. Da Doris und ich die Reise durch Namibia in ähnlicher Form im Jahre 2007 schon einmal durchführten, dachten wir Namibia schon zu kennen. Aber Fehlanzeige! Taruk-Reisen führte uns durch ihre Planung an viele Orte, die vielleicht doch noch Geheimtipp sind. Außerdem war die Tour gespickt mit Details, die das Fotografenherz doch höher schlagen lassen. Vielerorts hatten wir lokale Guides, die uns zu wunderschönen Orten führten oder zu interessanten Begegnungen mit Menschen der Gegenwart und auch der Vergangenheit. Auf diesem Wege nochmal ein ganz großes Dankeschön für diese geniale Reise. Bedanken werden wir uns mit hoffentlich genauso genialen Bildern.

 

Auf jeden Fall wünschen wir Euch viel Spaß beim Anschauen unserer Bilder.

Kalahari / Kiripotip Lodge

Wir kamen nach einem Nachtflug morgens um 7Uhr in Windhoek an. Dann Transfer zum Autoverleiher, Entgegennahme des Fahrzeugs (Steuer auf der rechten Seite, schalten mit links), und nun gleich in den Linksverkehr durch Windhoek, 38 Grad Außentemperatur, die Anreise nach Afrika ist meistens nicht so prickelnd. Wenn man dann aber das erste Ziel erreicht, und man dann noch so herzlich auf der paradiesischen Kiripotip-Lodge empfangen wird, kann die Reise richtig beginnen.

Wir hielten uns dort zwei Nächte auf, genossen die Gastfreundlichkeit mit dem köstlichen Essen, den Führungen (neben Viehzucht Teppichweberei, Schmuckherstellung, eigener Garten mit Obst und Gemüse, eigene kleine Kirche...) der Sundownerfahrt...

Rundum ein toller Start in unser "Afrika-Abenteur"

Köcherbäume / Mesoaurus Spitzkoppe Farm

Nach einer langen Autofahrt erreichten wir das Mesosaurus Rastlager, daß ca. 50km von Keetmanshoop liegt. Dort wollten wir uns den hiesigen Köcherbaumwald in fotografischer Hinsicht vorknöpfen. Untergebracht waren wir in kleinen, idyllischen Hütten, die zweckmäßig und sauber erschienen. Der Farmer ist ein älterer Herr, der uns sehr unterhaltsam ein leckeres Abendessen unter freiem Himmel servierte. Er gab uns Unterricht in africans, (meist gesprochene Sprache n Nambia) von uns schnappte er sicherlich ein paar Brocken Deutsch auf, das er für seine überwiegend deutschsprachigen Gäste gut gebrauchen kann.

2 Stunden vor Sonnenuntergang nahm er uns mit zu seinen 140 Millionen Jahre alten  Mesosaurusversteinerungen und natürlich zur schönsten Ecke seines Köcherbaumwaldes. Den ganzen Tag gab es einen bedeckten Himmel und auch etwas Regen, was im trockenen Namibia natürlich gutes Wetter bedeutet.

Aber ein kleine wolkenlose Lücke am unteren Ende des Horizontes in Richtung Sonnenuntergang ließ eine gute Lichtstimmung erahnen. Und so sollte es auch sein. Nicht nur, daß diese Bäume mitten in den Dolleritfelsen eine gute Figur machten, mit dem Sonnenlicht und dem dunkelm Himmel schien es, als würden sie brennen. Eine Lichtstimmung, wie man sie hier nur während der Regenzeit erleben kann.

Auch nachdem die Sonne verschwunden war, tauchte das Licht diese wunderschön utopische Gegend in zartrosa Licht. Ein Abend, den wir nicht vergessen werden. Nicht zuletzt wegen der Bilder, von denen ihr eine Auswahl betrachten könnt.

Fish River / Fish River Lodge

Nachdem der Weg doch nicht ganz so holprig wie angekündigt war, erreichten wir den südlichsten Zipfel unserer Reise. Der Fish River Canyon ist nach dem Grand Canyon in den U.S.A. der zweitgrößte der Welt. Die Lodge liegt mit ihren komfortablen Hütten direkt am Rand dieser grandiosen Lanschaft. Die Gäste können vom Bett aus direkt in den Canyon schauen. Luxus pur am Rande der Welt.

Man könnte sich den Tag ohne Probleme in der Lodge mit Pool und Köstlichkeiten vertreiben. Das haben wir natürlich nicht gemacht. Als Krönung unserers Aufenthaltes fuhren wir per Jeep in Begleitung zweier Guides in das vom Fluß in Jahrmillionen geschürfte Tal. Der Weg war teilweise gar kein Weg und nur durch die Baukunst japanischer Automobilhersteller zu bewältigen. Und so fraß sich die vierradgetriebene Maschine den Weg hinab in den Canyon. An einigen Stellen war man zu Fuß schneller unterwegs, und so stiegen wir aus, um ein paar Aufnahmen von dieser gigantischen Kulisse zu machen.

Als es dann mit dem Wagen absolut nicht mehr weiter ging, war in der heißen Mittagssonne ein entspanntes Bad im Fish River angesagt. Das nutzten wir natürlich und nach einem kleinen Mittagsimbiß ging es dann vom kühlen Nass erfrischt wieder zurück zur Lodge, die wir dann gut durchgeschüttelt nach ein paar Wildtierbegegnungen am späten Nachmittag  erreichten.

Ein Tag der Superlative ging zu Ende!!!

Lüderitz Kolmannskop

Waren wir in den ersten Tagen vom Wetter noch verwöhnt, hatten wir in Lüderitz doch etwas schlechtere Karten bei Petrus.

Mit einer Sondergenehmigung für die alte Diamantenstadt "Kolmanskop" in der Tasche, standen wir wie vereinbahrt morgens um 6 Uhr vor dem Eingang der historischen Kulisse. Es war noch nicht hell, aber der Blick gen Himmel verhieß nichts Gutes. Dicke Wolken verdeckten das erwartete Morgenrot, das wir im Geiste schon mit den halb verfallenen Gebäuden abgelichtet hatten. Die Wolken sind in Lüderitz nichts Ungewöhnliches. Sie werden von den den spärlichen Pflanzen regelrecht gemolken. Das ist so ziemlich das einzige Wasser, das es für die an die Wüstenverhältnisse angepaßten Gräser und Sokulenten gibt.

Diese Tatsache steigerte aber unsere Laune nicht besonders; auch nicht, daß der Vorarbeiter der Minengesellschaft uns gar nicht auf das Gelände lassen wollte. Er hielt uns wohl für ziemlich verrückt, daß man bei dem Wetter so frühmorgens da fotografieren wollte. Schließlich willigte er ein, und wir machten nun nicht gerade unsere Traumaufnahmen. Innerhalb der Gebäude gab es ein paar respektable Ergebnisse, aber die Außenaufnahmen blieben grau in grau. Um 9 Uhr gab es dann aber eine interessante Führung, die uns das Leben vor ca. 100 Jahren näher brachte. Anschließend fuhren wir zurück nach Lüderitz, fotografierten die hübschen Gebäude incl. der Felsenkirche, dem Goerkehaus ...Am Vortag durfte natürlich ein Besuch am Diaz Kreuz nicht fehlen. Aber nicht nur das Kreuz an der Küste war interessant. Auch unterwegs gab es eine ganze Reihe schöne Fotomotive, wie ein Salzsee und verschiedene Gesteinsformationen.

Unser Ziel für den Nachmittag war das 100 km entfernte Aus, wo dann auch die Sonne wieder schien.

Aus Pferde von Garub / Bahnhofshotel

Die Pferde von Garup leben ca. 15km von Aus in Richtung Lüderitz. Hinweisschilder zeigen den Weg zur Wasserstelle der Pferde, die natürlich auch andere Wildtiere benutzen. Es gibt verschiede Therorien darüber, wie die Pferde dort verwildert sind. Die glaubhafteste ist wohl, daß die Tiere bei einem deutschen Bombenangriff im Krieg gegen die Engländer und Südafrikaner ausgebüchst und damit in die Freiheit gelangt sind. Möglicherweise haben sie sich in den Kriegswirren auch noch mit Pferden eines nahegelegenen Gestütes vermischt.

Der Herde umfasst 100-300 Tiere, lebt fast autark in der Wüste. Sinkt die Zahl unter 80, wird etwas zugefüttert, da sie mittlerweile auch zu einer Touristen-attraktion geworden sind. Und ein wenig Tierliebe ist mit Sicherheit auch im Spiel, zumahl die tragenden Stuten und die Fohlen die ersten sind, die sterben.

Wir legten natürlich einen langen Stopp an der Beobachtungshütte ein, auch weil man da ein schattiges Plätzchen für einen mitgebrachten Imbiss hat.

Später ging es weiter in den kleinen Ort Aus, der erstaunlicherweise über eine neugebaute Teerstraße verfügt.

Eine Erfrischung im idyllischen Bahnhofshotel, und schon saßen wir im Wagen des Hotelbesitzers zur Besichtigung des Internierungslagers deutscher Kriegsgefangener im 1. Weltkrieg. Einige Spuren der Improvisationskunst zur Verbesserung der Haftbedingungen waren noch zu erkennen. Das Ganze war sehr informativ und spannend erzählt von unserem deutschsprachigen Guide.

Ein Überraschungsundowner stand in schwarzen Lettern in unserer Tourbeschreibung, was doch etwas Spannung bei uns erzeugte. Na ja, der Guide fuhr mit dem Fahrzeug geradewegs auf einen Berg zu und machte keine Anstalten, rechts oder links daran vorbeizufahren. Aber seit der Fahrt den Fish River Canyon hinunter konnte uns das, was jetzt kam, auch nicht mehr schocken. Denn er fuhr fast schon erwartungsgemäß den Berg in steilem Winkel einfach hinauf.

Der Landrover machte keinen Mucks und widersetzte sich brav gegen die Schwerkraft. Oben gab's dann bei herrlicher Aus- und Weitsicht ein paar kühle Getränke und interessante deutsch-namibische Philosophien.

Die Kamera war selbstverständlich auch mit dabei!!!

Ein mal wieder gigantisch gutes Essen im Hotel rundete den Tag ab, und ließ uns bis um 4 Uhr fest schlummern, als unsere Zimmernachbarn ca. eine Stunde brauchten, um sich auf den Weg zu machen. Dabei ließ man natürlich den Diesel vor unserem Fenster knattern...grrrrr.

Am nächsten Morgen machten wir uns nach einem köstlichen Frühstück mit einem starken Kaffee auf in nördlicher Richtung zu den Tsarisbergen, wo man in der Zebra River Lodge schon auf uns wartete. Auf Empfehlung von unserem Guide nahmen wir die westliche D 707, die traumhafte Fotomotive für uns bereit hielt. Nach undendlich vielen Fotostopps und etlichen Wasserpfützen erreichten wir dann abends die komfortable Unterkunft.

Tsarisberge / Zebra River Lodge

In der Zebra River Lodge hatten wir jetzt etwas Zeit zum Entspannen nach den vielen Kilometern der letzten Tage. Dieses Haus eignete sich in den 2 Tagen unseres Verbleibs aber auch vorzüglich zum Relaxen. Einige Stunden verbrachten wir einfach an dem kleinen Gartenteich, wo viele Vögel bei den hochsommerlichen Verhältnissen ihren Durst löschten. U.a. konnten wir einen Granatastrild und mehrere Wellenastridle beobachten und erfolgreich ablichten.

Eine Wanderung war tagsüber bei 45 Grad unmöglich, und so nahm uns der Chef der Lodge erst abends mit auf einen Gamedrive, um die seltenen Bergzebras zu fotografieren. Nachts hatten wir sie schon am hauseigenen Wasserloch gehört und durch die spärliche Beleuchtung auch leicht visuell wahrgenommen.

Einen einzelnen Hengst und eine kleine Herde konnten wir dann auch am Horizont entdecken, für ein gutes Bild reichte es leider nicht. Dunkle Wolken verkündeten einen Schauer Regen an und der düstere Himmel war mal wieder ein schöner Kontrast für gute Abendaufnahmen. Die Sonne war wieder genau im richtigen Moment herausgekommen. Es gab dann aber auch ein paar Tropfen, aber nicht genug, um das trockene Land mal richtig durchzutränken.

Dafür fiel dann aber das geplante Grillen nicht ins Wasser. Jermaine und Ruth verwöhnten uns mit kulinarischen Köstlichkeiten, bis es stockdunkel war, und wir in unseren komfortablen Behausungen verschwanden.

Am nächsten Morgen gab es dann noch einen Spaziergang zu den versteinerten Uralgen gleich in der Nähe der Lodge. Da zeigte man uns dann interessante Steingebilde inclusive der entsprechenden Informationen.

Jedes Detail dieses Aufenthaltes kann ich einzeln nicht aufführen. Die Zebra River Lodge war ein Aushängeschild für namibische Gastfreundlichkeit in jeder Hinsicht. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt.

Sossusvlei / Sossusvlei Dune Lodge

Eines der absoluten Höhepunkte und ein Muß bei jeder Namibiarundreise ist ein Besuch im Sossusvlei. Zu den schönsten Stellen wie dem Dead Vlei oder Düne 45 kommt man mittlerweile bequem über eine Teerstraße, auf der man jedoch nicht schneller als 60 km/h fahren darf. Das Benutzen dieser Straße wird durch den Kauf einer Eintrittskarte für Personen und Fahrzeug am Eingang des Nationalparks legitimiert.

Das Häuschen ist nur bis 18Uhr besetzt, und so muß man als Tagestourist (im namibischen Sommer) abends pünktlich wieder außerhalb des Parks sein.

Innerhalb des Parks gibt es eine einzige Lodge. Nur als Gast dieser Lodge hat man die Möglichkeit, auch bis zum Sonnenuntergang im Park zu bleiben und somit auch das letzte Licht des Tages zu nutzen. Die Fa. "Taruk Reisen" buchte für uns eine Übernachtung in der edlen "Sossusvlei Dune Lodge", und so hatten wir alle Möglichkeiten.

Glück mit dem Wetter hatten wir auch mal wieder, denn die letzten vier Tage vorher  war Nebelwetter, aber pünktlich zu unserer Ankunft kam Wind auf und vertrieb die Dunstwolken innerhalb weniger Stunden. So war es auch am Abend an Düne 45 sehr windig, was den Aufnahmen keinen Schaden tat. Es sah toll aus, wie der Wind die Grasbüschel verbog und den roten Sand über Dünenkämme trieb.

Und den Sonnenuntergang oben auf der Düne zu genießen, war ein unvergessliches Erlebnis, obwohl wir uns oben von dem anstrengenden Aufstieg durch den feinen Sand doch erstmal etwas erholen mußten.

Am nächsten Morgen war Weckzeit um 4 Uhr, um bei Sonnenaufgang schon auf der Düne oberhalb vom Dead Vlei zu stehen. Ein Geländewagen brachte uns bis an den Fuß der Düne. Raufstiefeln mußten wir dann natürlich selbst. Wie anstrengend das war, wußten wir noch vom Vortag. Genug gejammert, denn das war natürlich absolut gigantisch, wie das Licht langsam in diese grandiose Landschaft floss.

Nach einer Stunde ging es direkt querfeldein in den Dead Vlei. Die etwa 1000 Jahre alten Bäume sind das meistfotografierteste Motiv in Namibia, und so schreckten wir natürlich auch nicht davor zurück, ein paar hundert Aufnahmen auf den Chip zu bannen.

Danach gab's unter einem schattenspendenen Kameldornbaum ein gutes Frühstück, und schon kamen uns die ersten Tagestouristen mit ihren Knipskameras entgegen.

Nach dem Frühstück erkundeten Doris und ich noch einen etwas abgelegenen Teil vom Sossusvlei und überraschten dabei eine Oryxantilope und ein paar Springböcke, die sich natürlich mit den roten Dünen sehr gut auf den Bildern machen.

Am Spätvormittag sind überhaupt keine Kontraste in den Dünen mehr auszumachen, und so kann man dann getrost die Kamera in den Rucksack packen und später noch ein paar Stunden Schlaf nachholen.

Solitaire

Na ja Solitaire, was soll das schon bieten, wenn man morgens noch die Dünen vom Sossusvlei im Sonnenaufgang gesehen hat? Da kann man bestimmt mal ein wenig relaxen. Daraus wurde zum Glück nichts, denn kaum an der gemütlichen "Solitaire Guest Farm" angekommen, fragte uns das Personal gleich, ob wir Lust hätten, das hiesige Gepardenprojekt zu besuchen. Was gab's da zu überlegen? Wir stimmten zu und saßen eine Stunde später beim Projektleiter im Jeep, um mit ihm in das riesige Gehege mit seinen schutzbefohlenen Raubkatzen zu fahren.

Man muß wissen, daß die Geparden unter den Raubkatzen den schwersten Stand haben, weil sie nicht nur die Gewehre und Fallen der Farmer fürchten müssen sondern auch andere Tiere wie Löwen, Hyänen und Leoparden, die ihnen nicht nur den Riss streitig machen, sie sogar jagen und töten. Da die Raubkatzen in den letzten Jahrzehnten einen dramatischen Rückgang zu verzeichnen haben, sind solche Projekte sehr wichtig, um die Bestände wenigstens etwas zu sichern.

Im Projekt von Solitaire sind 7 der schnellen Jäger untergebracht, von denen 4 wieder ausgewildert werden sollen. Die anderen 3 sind entweder zu nahe am Menschen aufgewachsen oder in eine Falle getreten, so daß sie in freier Wildbahn keine Überlebenschance hätten.

Sie tragen alle ein Sendehalsband und so hatte unser Guide nach und nach fast alle gefunden. Er kontrolliert dabei, ob sie fit sind und gut gefressen haben. Einer der Geparde war noch mitten in der Mahlzeit und war über die Störung "not amused". Er fauchte seinen vertrauten Guide aber mächtig an, würde ihn aber nicht angreifen, meinte der selbige. Na gut, wenn er meint! Wir konnten die hübschen Tiere in der Zwischenzeit bequem vom Auto aus ablichten.

Das war alles wunderbar, aber im Laufe des frühen Abends hatten sich einige Quellwolken mächtig zu einer grauen Gewitterfront aufgetürmt, so daß ich mich zu einer Aussage hinreißen ließ, die da lautete: "Das könnte ein schöner Sonnenuntergang werden" Was dann später folgte, war ein Inferno am Himmel. Glühendes Rot im Kontrast mit den grauen Wolken. Intensivstes Licht leuchtete das hohe Gras an, als würde es brennen. In der Ferne sah man schon den Regenguß. Und drei Meter von uns lagen zwei Geparden. That's Africa!!!

Der Schauer zog dann vorbei, zum Ärger des Farmers. Und ihr werdet es kaum glauben. Zurückgekommen in der Lodge wurden wir mal wieder mit einem köstlichen Buffet verwöhnt.

Mit einem grollenden Gewitter in der Ferne schliefen wir an diesem Abend ein.

Swakopmund (incl. Flug) / Hotel Eberwein

Morgens machten wir uns auf den Weg Richtung Westen durch den wunderschönen Kuizebpass nach Swakopmund. Je weiter man sich dem am Meer gelegenen Ort nähert, desto trockener und öder wird die Landschaft. Nach Erreichen der Stadt gingen wir erstmal auf Erkundungstour in die "deutscheste" Stadt Namibias. Viele guterhaltene Gebäude aus der Kolonialzeit und manch deutschsprechender Ladenbesitzer brachten uns zum Staunen. Auch am Strand war Fremdsprache Nr. 1 deutsch. Es machte Spaß einheimische und ausländische Touristen beim Surfen oder Schwimmen in der Brandung zuzusehen. Und einen Sonnenuntergang am Meer bauten wir natürlich auch in unser Programm ein.

Am nächsten Tag dann morgens ging's mit einem Guide in die Hüttendörfer. Erstaunlich, wie diszipliniert die Bewohner der primitiven Behausungen ihr Leben meistern. Und überall wurden wir freundlich empfangen. Ein Besuch in einer Schule, bei einer Kräuterfrau und bei Ouma Lina, der Chefin eines großen Damaraclans durfte nicht fehlen. Anschließend gab es noch ein schmackhaftes, traditionelles Mittagessen OHNE Makalaniwürmer, denn die hatten keine Saison.

Insgeheim hatten wir allerdings nur eine Sache im Kopf. Den Flug über die Namib und die Skelettküste, der dann am späten Nachmittag von Swakopmund startete.

Flug über die Wüste:
Als wir vor 5 Jahren das erste Mal in Namibia waren,  wollten wir uns mittels Flugzeug die Namib von Oben anschauen. Leider kamen wir mit unserem Buchungswunsch zu spät: es gab keinen Platz mehr im Flugzeug. Dies sollte dieses Mal anders werden. "Ohne einen Flug über die Namib und die Skelettküste verlasse ich Namibia nicht", tat Doris störrisch kund. Bei Scenic Air buchten wir den letzten Flug am Nachmittag. Nach dem obligatorischen Wiegen – verdammt, das gute namibische Essen hinterlässt nachweislich  seine Spuren – und der Einführung in die Sicherheitsbedingungen, hob ‚unsere’ Cessna im schönsten Nachmittagslicht ab. Wir flogen über den Sessrim Canyon. Einer Oase gleichend schlängelt sich das Flussbett des Tsauchab-Flusses durch die Wüste. Der Fluss hat in den etwa einen Kilometer langen Canyon eine bis zu 30 Meter tiefe Schlucht geformt. Aus dieser Höhe lässt sich das Ausmaß der Schlucht jedoch nur erahnen. Wir überquerten erste Dünenberge und den Sossusvlei in Richtung Westen. Sossus bedeutet übrigens in der Sprache der Ureinwohner der Namas ‚Blinder Fluss’ und ‚Vlei’ ist die Bezeichnung der Buren für ‚Verdunstungspfanne’ Von hier oben gleichen die Dünen einem rotem Meer aus Wellen. Der Flug war sehr unruhig. Immer wieder fiel die Cessna in ein Luftloch und unsere Mägen lernten die Schwerelosigkeit kennen. Hoffentlich wird es mir jetzt nicht schlecht, dachte ich. Ich wollte jede Minute dieses Fluges genießen. War das da vorne nicht die Düne, die wir gestern Morgen noch erklommen haben? Ob unsere Fußabdrücke wohl noch dort sind? Ich strengte mich an, versuchte in diesem Meer von Sand etwas zu erkennen. War das da unten vielleicht ein Springbock oder eine Oryx?. Nein, Tiere halten sich zu dieser Tageszeit im Schatten auf. Nur Touristen können so unvernünftig sein, in der sengenden Nachmittagssonne die Landschaft von oben betrachten zu wollen. Wir verließen das Dead-Vlei. Das Flugzeug flog eine leichte Linkskurve. Wieder ändert sich die Landschaft. Die eben noch vorhandenen roten Dünen wurden nun gelb. Wir näherten uns der Skelettküste. Hier gab es vereinzelnde Wolken die nach und nach immer dichter wurden. Der Pilot hatte uns vorgewarnt. Wenn die Wolkendecke dichter wird, muss er über den Atlantik abdrehen. So lautet die Vorschrift. Doch wir hatten Glück. Rechtzeitig vor Erreichen des Schiffswracks der Eduard Bohlen, die hier 1909 gestrandet ist, riss die Wolkendecke auf und belohnte uns mit freier Sicht auf das Wrack. Der Pilot deutete nach links. Eine rosa Wolke wurde sichtbar: Flamingos, die in der Conception Bay ruhten. Wir näherten uns der Salzgewinnungsanlage von Walvis Bay. Die geometrisch angelegten Salzfelder erinnerten mich an ein Gemälde von Miró. Die Cessna setzte zur Landung an. Unfassbar, dass die zweieinhalb Stunden Flugzeit schon um waren. Die Zeit war buchstäblich im Flug’ vergangen.


Erongogebirge Bulls's Eye / Ameib Ranch

Von der Küste ging es jetzt wieder landeinwärts Richtung Erongogebirge! Das nächste Ziel sollte die Ameib Ranch nahe "Bull's Party" und der "Philipsgrotte" sein

Wir freuten uns schon unterwegs auf das Spitzkoppenpanorama, jedoch spielte Petrus an dem Tag nicht mit. Er hatte die tolle Berglandschaft in Nebel gehüllt. So ließen wir uns etwas Zeit und gegen Mittag verschwanden die meisten Wolken, aber so richtig tolles Fotografenlicht bekamen diesesmal nicht. Auch nachdem wir die Ameib erreicht hatten, änderte sich das auch nicht wirklich. Man berichtete uns, daß es die letzten Tage hier sehr wolkig und kühl war. Man erwartete aber für den nächsten Tag eine leichte Besserung.

Morgens drauf ging es nach dem Früstück Richtung Philipsgrotte, um die Felszeichnungen und natürlich die einmalige Landschaft zu betrachten. Bei der kleinen Wanderung hatten wir jetzt auch endlich mal die Gelegenheit, eines der zahlreichen Oryx-Steaks oder ein köstliches Dessert....durch die eigene Brennkammer zu jagen. Man sagt, daß die Erfolgchancen in Namibia einen Vegetarier zu "bekehren" recht gut sind. Das Fleisch hier ist von allerbester Qualität. Die Tiere leben hier absolut frei, bekommen keinerlei Präperate und haben auch keinen Schlachtstress, weil sie direkt in der Wildnis geschossen werden.

Ein gewisser Teil der Population muß gejagt werden, da die natürlichen Feinde stark auf dem Rückzug sind. Außerdem bringt jeder Abschuß mehr als reichlich  Devisen für das nicht gerade reiche Land. Leider werden oft die jungen Tiere geschossen, dessen Fleisch natürlich das Beste ist. Wir haben diese Dinge früher etwas anders gesehen, aber solange die Jagd kontolliert abläuft, profitieren Mensch und Natur davon. Wir bleiben allerdings bei der "Fotojagd".

 

Das Wetter hatte sich auch wirklich etwas gebessert, aber der Durchbruch war es noch nicht. Aber gute Aufnahmen von Landschaft und einigen Details waren doch möglich.

Nach einer langen Mittagspause stand uns der Höhepunkt des Aufenthaltes jetzt bevor. Eine halbstündige Fahrt mit dem Jeep brachte uns zur Bull's Party, einer unbeschreiblich utopischen Landschaft. 20m hohe Felskegel stehen in der Landschaft, als seien sie von überirdischen Wesen abgelegt. Doch die Entstehung dieser Naturwunder beruht auf eine "Wollsackverwitterung", wobei durch chemische Prozesse die Kanten des Felsen immer mehr abgeschliffen werden, solange der Stein noch im Boden ist. Wird er dann später durch irgendwelche natürlichen Ereignisse wie Überschwemmung o.ä. freigelegt, bleiben diese merkwürdigen Formen. Die Prozesse spielen sich natürlich über Jahrmillionen ab.

 

Nicht zu vergessen natürlich auch der "Elefantenkopf" eine Felsformation, die wirklich dem Kopf eines Elefanten stark ähnelt.

Ja, und da war doch noch was mit dem Wetter. Es blieb mal wieder spannend bis zum letzten Augenblick. Die Crew des Jeeps hatte schon begonnen, den Tisch für den unvermeidlichen Sundowner zu decken, als die Sonne doch schlußendlich ein paar Lücken in der Wolkendecke fand, und so konnten wir wenigstens für ein paar Minuten diese Kulisse im besten Licht fotografieren.

Mit guten Aufnahmen im Kasten wendeten wir uns dann den berühmten Sundownerspezialitäten der Ameib Ranch zu.

Zur Ameib Ranch sei noch gesagt, daß das Verhalten des Personals sehr verschüchtert und irritierend schien. Da konnte auch der in Armeeklamotten gekleidete weißhäutige Militaria mit seinem Riesenmesser im Gürtel nicht viel helfen. (vielleicht war der es auch, der uns irritierte) Wir kannten die Ameib noch von vor 5 Jahren und hatten beste Erinnerungen. Na ja, wir sind mal einfach davon ausgegangen, daß das wichtige Personal, mal abgesehen vom Koch wohl in Urlaub war.

Der Kassensturz war am Ende doch ein kleines Ärgernis, denn wir zahlten hier für unsere Getränke  das Dreifache von den sonst üblichen Preisen.

 

Twyfelfontein / Twyfelfontain Country Lodge

Vom Erongo führte uns die Reise jetzt nordwestlich ins Damaraland, eines der trockensten und verlassensten Gegenden Namibias.

Ziel war das Gebiet um "Twyfelfontain", wo die wichtigsten Felsritzungen Namibias zu bestaunen sind. Solche zweifellos interessanten ethnologischen Hinterlassenschaften gehören nicht unbedingt zu den absoluten Highlights unserer Reiseträume, und so hatten wir auch nur bescheidene Vorstellungen, was uns erwartete. Vor 5 Jahren stand der Twyfelfontain auch schon auf der Liste, damals verhinderten allerdings mehrere Reifenpannen einen Besuch an dieser bedeutungsvollen Stätte.

Gepflegte Langeweile erwartete uns nicht unbedingt, denn kaum angekommen in der konfortablen "Twyfelfontain-Lodge" ging es schon mit Siggi, einem junggebliebenen, "alten" Österreicher auf Pirschfahrt zu den Wüstenelefanten. Wir mußten ca. 70 km bis zum Flussbett des Aba Huab fahren, um eine Chance zu haben, die weit verstreuten Tiere zu finden. Also peitschte Siggi den uralten "Mercedes Unimog" über die Rüttelpiste, daß das robuste Gefährt nur so ächzte. Einige wenige Male hielt er unterwegs an, um uns sehr anschaulich Flora, Fauna und die geologische Entstehung dieser wunderschönen Landschaft zu erklären.

Schließlich erreichten wir das besagte Flussbett und begannen, die seltenen Dickhäuter zu suchen. Auch wenn man meinen könnte, mir würde zur Steigerung der Spannung in meinem Text nichts anderes einfallen, aber ich kann nichts anderes schreiben, als es gewesen ist. Denn kurz bevor Siggi wieder Richtung Lodge abdrehen wollte, fanden wir eine Gruppe Elefanten genau an der Stelle, wo Siggi einen Tag zuvor die friedlichen Tiere beobachten konnte.

Er stellt uns vor die Wahl, Sektsundowner oder Elefanten fotografieren. Wir entschieden uns für beides. Weder den eisgekühlten Tropfen, noch die Grünzeug verschlingenden Rüsselträger wollten wir uns entgehen lassen. Das funktionierte auch hervorragend.

Anschließend ging es dann aber im Eiltemop zurück. Mein lieber Mann, jetzt drückte Siggi aber auf die Tube. Jede kleine durch die schlechte Fahrbahn erzwungene Fahrverzögerung nutzten wir, um noch ein paar Bilder von dieser grandiosen Halbwüste zu machen. Mit deutscher ähhhhh österreichischer Pünktlichkeit erreichten wir um Punkt 8 Uhr die Lodge.

Siggi opferte dann am nächste Morgen seinen freien Tag für uns, um uns deutschsprachig den Twyfelfontain, den verbrannten Berg und die Basaltorgelpfeifen zu zeigen. Und wir sind ihm undendlich dankbar dafür, denn so detailliert hätten wir das Ganze mit unseren doch einigermaßen guten Englischkenntnissen nicht verstehen können. Er hatte fast für jede Felsritzung eine schlüssige Interpretation (u.a.dem weißen Löwen), erklärte uns die beim Vulkanausbruch entstandenen Basaltorgelpfeifen und den lilafarbigen, verbrannten Berg; Highlights wohl für jeden Hobbygeologen.

Wir verabschiedeten uns von Siggi und der "Twyfelfontain-Lodge" und machten uns auf den Weg zum Himbadorf.

 

 

Himbadorf / Gelbingen

Besuch bei den Himba
Eine Frage beschäftigt uns seit nunmehr 5 Jahren, als wir zum 1. mal das Dorf nahe Kamanjab besuchten: Ist es heutzutage überhaupt möglich, dem Modernen zu widerstehen und in traditioneller Art, seinen Alltag zu gestalten?

Anlaß zu diesen Überlegungen gab uns, ein erneuter Besuch in dem besagten Himbadorf. Die Farm Gelbingen gestattet es den Himba dort in nahezu ursprünglicher Form zu leben. Sie haben keine Elektrizität, Wasser gibt es aus einem Brunnen, sie kleiden sich traditionell und die Körperpflege besteht aus dem Auftragen einer Paste aus Eisenocker und Fett. Außerdem fallen sie durch komplizierte Frisuren und Schmuck auf. In dem Dorf leben zur Zeit ca. 30 Frauen und Kinder. Männer sind keine zu sehen. Ich fragte die Farmerin Andrea Hoth nach dem Grund des Fehlens der Männer. Himba-Männer seien allesamt faul und würden nur Probleme bereiten. Sie seien es gewohnt, die Frauen für sich arbeiten zu lassen und würden das Geld, das die Frauen mit der Herstellung von traditionellem Schmuck verdienen, in Alkohol umsetzen. Männer seien auf der Farm unerwünscht. Na ja, traurig und deprimiert wirkten die Frauen nicht auf uns und so ganz ohne Männer schienen sie auch nicht zu sein; sprangen doch sehr viel kleine Kinder im Dorf herum. Wir fühlten uns zunächst ein wenig befangen. Dies konnte teils an der, für westliche Verhältnisse freizügige Kleiderordnung liegen, zum anderen lag es sicherlich daran, in eine fremde und exotische Welt einzudringen und diese 'hemmungslos' abzulichten. Unsere Befangenheit legte sich jedoch sehr schnell. Den Kindern schient es richtig Spaß zu machen, wie ein Fotomodel vor der Kamera zu posieren, um sich das Resultat dann auf dem Display gleich anzuschauen. Die lockere Stimmung der Kinder übertrug sich sehr schnell auch auf die Erwachsenen. Immer mehr Frauen zeigten ihr natürliches Potenzial um 'African next Topmodel' zu werden. Die Atmosphäre wurde immer lockerer. Es wurde gesungen und getanzt bis ein heftiger Januarregen dem ganzen Treiben ein Ende setzte. Der Regen sorgte dafür, dass 'moderne' als auch 'traditionelle' Menschen sich plötzlich gemeinsam unter einem traditionellen Strohdach wiederfaden. Die Himba luden uns für den nächsten Morgen ein. Wir dürften sie bei der Arbeit im Maisfeld fotografieren und im Anschluss ihren traditionell gefertigten Schmuck bewundern und käuflich erwerben.



Afri Leo Foundation / Kavita Lion Lodge

Nicht weit vom Himbadorf liegt die "Kavita Lion Lodge", wo wir eine Übernachtung hatten. Wir hatten uns gewünscht, die Großkatzen ausgiebig fotografieren zu können. Eine Garantie hat man halt nur in solchen Projekten wie in dem hiesigen. Im Ethosha gleicht es dann doch eher einem Glückspiel, spektakuläre Aufnahmen von Löwen zu machen. Die Fütterung war erst am nächsten Morgen und so buchten wir für den Nachmittag einen Gamedrive, wo wir einige Wildtiere ablichten konnten.

Vor dem Lion-Shooting am nächsten Tag gab es durch die Chefin der Lodge noch ausgiebige Informationen, die sehr aufschlussreich waren und uns dieses Projekt in einem ganz anderen Licht erscheinen ließ, als man vorher erwartete.
Dieses Projekt kümmert sich um die Aufklärung der Einheimischen in Bezug auf diese gefährlichen Tiere.
Man muß wissen, daß es in ganz Afrika vor ca. 25 Jahren noch 200000 Löwen gab. Derzeit schätzt man die Zahl noch auf ein Zehntel d.h. 20000 Tiere, wobei in Namibia bis jetzt noch nicht die aidsähnliche Krankheit aufgetaucht ist, die z. B. in Südafrika große Teile der Bestände dahingerafft hat.
Aber immer wieder werden die Raubkatzen von Farmern entweder geschossen oder in Fallen getötet.
Immerhin hat sich mittlerweile herumgesprochen, daß die Touristen sehr darauf erpicht sind, die Big Five zu sehen und dazu gehört natürlich auch der Löwe. Und Tourismus bringt Arbeitsplätze und Geld . Viele der Einheimischen haben aber noch nicht einmal einen lebendigen Löwen zu Gesicht bekommen. Hier setzt das Projekt an, indem sie ganzen Schulklassen erstmal diese wunderschönen Katzen zeigt, so daß die Kinder damit aufwachsen, daß sie nicht mit einer Bestie zusammenleben müssen, sondern mit einem Raubtier, wo man für ein Nebenaneinder ein paar Regeln einhalten muß.
Das Gebiet der Kavita Lodge liegt in der Nähe von Ethosha. Immer wieder graben sich Warzenschweine unter dem Zaun durch und nach und nach werden die Löcher so groß, daß auch die großen Raubkatzen außerhalb des N.P. gelangen und es so natürlich Begegnungen zwischen Mensch und den Löwen gibt.
Eigentlich hat man ja schon seit ewigen Zeiten für den eigenen Schutz ein geeignetes Mittel. Man baute einen Kral aus Ästen und Dornenbüschen, in den die Rinder nachts unter Bewachung von Hunden und Hirten eingesperrt wurden.
So lehrt man die Menschen, genau diese Kräle wieder zu bauen und das Prinzip funktioniert heute noch genau so gut.
Die Katzen lernen schnell, daß die Rinder jetzt keine leichte Beute mehr sind und jagen wieder Wildtiere.
Es wird aber wohl noch Generationen dauern, bis sich das wieder durchsetzt. Hoffentlich ist es dann nicht zu spät!

 

Wir haben uns in der Lodge mehr als wohl gefühlt und danken hiermit nochmal ausdrücklich für die sehr herzliche Bewirtung.

Ethosha / Okaukuejo / Namutoni

DREI TAGE ETHOSHA, na wenn das nicht Luxus pur ist! Einen Tag sogar mit einem Scout, der natürlich viele schöne Ecken des riesigen Nat.Parks kennt.

Da hatten wir uns besonders drauf gefreut, denn die Tierfotografie ist nach wie vor doch unser Steckenpferd.

Aber leider hatten wir an zwei Tagen bedeckten Himmel und die Tiere sind während der Regenzeit sehr viel schwieriger zu finden, da es überall Wasser gibt und sie deshalb nicht zu den Hauptwasserlöchern müssen, wo man sie sonst reihenweise fotografisch abschießen kann.

Aber ich denke, wir haben das Beste aus der Lage gemacht und dabei war am Ende viel Gutes.

In der Gegend von Okaukuejo waren nur sehr wenig Tiere zu sehen. Am berühmten, beleuchteten Wasserloch nicht ein Großtier: unvorstellbar.

Die Elefanten halten sich zu dieser Jahreszeit weit im Norden auf, so daß es bei den grauen Riesen fast Fehlanzeige war. Unser unermüdlich suchender Scout fand eine kleine Gruppe, von denen wir einige aber eher unspektakuläre Aufnahmen machen konnten.

Am 2. Tag steuerten wir dann sehr gemütlich Namutoni an, wo wir 2 Übernachtungen hatten. Da war dann doch schon etwas mehr in Sachen Tiere los. Unterwegs trafen wir auch noch auf eine Gruppe von 3 Breitmaulnashörnern, die sich sehr nahe am Waldrand aufhielten und sich für einige Sekunden recht gut ablichten ließ.

Das war schon fast wie ein Sechser im Lotto.

Ansonsten gab es viele, viele Giraffen und Antilopen und Vögel. Zu unserer Freude ließen sich mehrere Bienenfresserarten gut ablichten und auch einige Raubvögel.

Am 3. Tag mit Scout hatten wir dann auch glücklicherweise wieder Sonnenschein und nahmen frühmorgens u.a. eine größere Gruppe Löwen in Augenschein.

Am Nachmittag dann die Sensation! Der Scout hatte nicht weit von einem abgelegenen Weg ein Spitzmaulnashorn entdeckt, das mittlerweile das seltenste Tier im Ethosha ist. Nicht nur weil weil sie extrem scheu sind, sondern auch weil Wilderer sie mittlerweile fast ausgerottet haben. Die Asiaten zahlen wegen eines ABERGLAUBENS horrende Summen für das Horn, und so gehen viele Wilderer das Risiko ein, die Nashörner zu jagen und den Deal ihres Lebens zu machen. WANN HÖRT DIESER WAHNSINN ENDLICH AUF???

Durch den anhaltenden Regen war der Ethosha N.P. angenehm grün und es waren an einigen Stellen kleine Seen entstanden, wo man viele eher namibiauntypische Vogelarten beobachten konnte.

Was wir sonst so gesehen haben, dokumentieren unsere Bilder natürlich viel besser.

Aber es ist schon ein wirklich tolles Erlebnis drei Nächte in einem Nat.Park mit allem Konfort zu verbringen, während man draußen von Wildnis mit der entsprechenden Fauna umgeben ist.

Wir haben es auch in allen Zügen genossen; wohlwissend, daß ohne Tourismus hier kein Zebra und keine Antilope mehr rumlaufen würde. Wir hoffen nur, daß es mit der Zahl der Touristen nicht übertrieben wird, so daß die Tere doch weitgehend ungestört bleiben.

 

 

Ombilistiftung

Nach drei Tagen Zoologie war jetzt als Kontrast ein paar Stunden Ethnologie an der Reihe.

Wir besuchten das Ombili-Projekt, das sich unweit vom Ethosha mitten im unbesiedelten Land befindet. Das Projekt unterstützt die schwächste Volksgruppe names San, oder auch als Buschmänner bekannt.

Dieser Stamm kannte in der Vergangenheit das Wort Besitz nicht, und auch heutzutage lernen diese Menschen die Vor-und Nachteile des Besitzstandes erst allmählich kennen.

In Mitteleuropa speziell in Deutschland wäre ein Stamm mit solch einer Mentalität mit Sicherheit nach spätestens 6 Wochen ausgerottet, weil nicht überlebensfähig, aber auch in Namibia haben sie einen schweren Stand, denn ihre Durchsetzungskraft ist nicht besonders ausgeprägt.

So gibt es aber glücklicherweise Menschen, die sich um sie kümmern. Das heißt, daß die Kinder die Möglichkeit haben, zur Schule zu gehen, daß Brunnen gebaut, daß sie einen großen Obst-und Gemüsegarten haben, und daß sie trotzdem in ihrer Dorfgemeinschaft weiter leben können.

Keiner braucht in diesem Projekt unfreiwillig zu hungern.

Gefördert wird dies allein durch Spenden, vornehmlich aus Deutschland und den Verkauf von Kunstgegenständen, die die San liebevoll herstellen.

Sehr fleißig ist eine alte Dame, die ein wenig Ähnlichkeit mit Keith Richards von den Rolling Stones hat. Sie fragt jeden nach einer Zigarette. Da wir Nichtraucher sind, konnten wir ihr nicht helfen, aber für ein paar Aufnahmen stellte sie sich trotzdem zur Verfügung.

Wir trafen in Ombili mehrere junge deutsche Volontäre, die hier ein Praktikum absolvieren. Nach einem netten Gespräch mit einer Tasse Kaffee, dem Besuch ihres kleinen Ladens und ein paar Fotos verabschiedeten wir uns von diesem sympatischen Projekt in Richtung Otaviberge.

 

Otaviberge / Gabus Game Ranch

So langsam neigte sich unsere Reise dem Ende zu, und so wurden wir ein bißchen wehmütig. Wir hatten schon so viel gesehen, hatten so viele Menschen kennengelernt und meinten, daß wir in puncto Bewirtung schon alle Superlative abgegrast hatten.

Da kannten wir aber die "Gabus Game Ranch" noch nicht. Nach einem herzlichen Empfang und Bezug in die sehr konfortablen Zimmer, die einen Blick auf das hauseigene Wasserloch zulassen, ging es recht schnell zum geplanten Gamedrive.

Lodgechef Heinzi zeigte uns sein ganzes Anwesen mit all den wilden Tieren.

Und das inmitten einer wunderschönen Landschaftdie von der Abendsonne angestrahlt wurde. Wir nutzten auch das letzte Licht, um diese Tour mit unseren Bildern unvergessen zu machen.

Heinzi erwies sich als perfekter Kenner der Vogelwelt, und so entdeckten wir für wieder Arten, die wir höchstens aus dem Vogelführer kannten.

Abens gab es ein Essen mit frisch gegrillten Steaks, die wohl die besten der ganzen Reise waren. Aber auch alles andere, was auf den Tisch kam, war ein Gaumenschmaus erster Güte.

Mit vollen Bäuchen gingen wir schlafen und freuten uns schon auf den nächsten Morgen, denn da wollte Heinz noch einmal mit uns los. Wir hatten ja noch nicht den Amethystglanzstar gesehen. Den konnten wir dann später sogar recht gut ablichten. Zudem gab es noch den seltenen Senegalkuckkuck, die Moormeise...

Auf diesem Wege auch nochmal vielen, vielen Dank für "Alles" an die Gabus Game Ranch.

Der Aufenthalt hier war zweifellos ein Höhepunkt der Reise, auch wenn er leider nur so kurz war.

Cats unlimited (Katzen total) / Düsternbrook

Her mit den Kätzchen!!!

Die Düsternbrook Ranch hat sich auf die Haltung von Raubkatzen zu touristischen Zwecken spezialisiert. Man kann dort Leoparden und Geparden beobachten und vielleicht auch mal ein Bild machen. Die Ranch ist unweit der Hauptstadt Windhoek, liegt aber landschaftlich sehr idyllisch inmitten der Natur.

Empfangen wurden wir von einer heftigen Gewitterschauer, die sich aber schnell wieder verzog, so daß wir den letzten Gamedrive unserer Reise durchführen konnten. Auch wenn man meint, das könnte auf Dauer langweilig werden. Für uns sind und bleiben die Ausfahrten das Salz in der Suppe bei einer Afrikareise. Es ist enorm spannend, was man hinter der nächsten Ecke zu sehen bekommt. Und Großtiere in der freien Wildbahn bekommt man halt in Afrika am besten vor die Linse.

Nach der Ausfahrt gab es ein köstliches Essen mit einer gepflegten Konversation mit anderen Gästen und dem Chef der Düsternbrook Ranch. Interessant war es vor allem, daß einige Reportagen, angeblich in der Wildnis gedreht oder fotografiert, hier fast unter Studiobedingungen entstanden sind. Das gibt doch zu denken. Aber keine Angst: Namen wurden nicht genannt.

Am nächsten Morgen war dann die Leoparden-und Gepardenfütterung angesagt. Der männliche Leopard fauchte uns mächtig an, und so ganz ohne Gitterstäbe war es schon ein besonderes Erlebnis, den Großkatzen so direkt ins Auge zu schauen. Meistens war natürlich zwischen Mensch und Tier eine unserer Kameras. Wir waren ja schließlich nicht zum Vergnügen da. Oder vielleicht doch? Ihr kennt uns ja, und da brauche ich wohl nicht weiter zu schreiben, ich sage nur: "Cats unlimited  / Pictures unlimited".

Nachdem auch das letzte Katzenhaar digitalisiert war, ging es dann zur letzten Station der Reise. Die Rückfahrt nach Windhoek stand an. Na ja, ein Tag blieb ja noch. Schweigend fuhren wir dann die 30 Kilometer bis zum Gästehaus Uhland in Namibias Hauptstadt Winhoek.

Windhoek / Uhland-Hotel

Angekommen im der sehr schönen und ruhig gelegenen Uhland-Hotel hieß es jetzt Abschied nehmen von Namibia. Da wir erst am nächsten Abend nach Deutschland zurück flogen, wurde uns die Wartezeit noch durch eine Stadtführung versüßt. Die deutschstämmige Alexandra holte uns wie vereinbahrt ab und zeigte uns in den nächsten 5 Stunden die sehr kontrastreiche Hauptstadt. 

In den letzten 5 Jahren seit unserem letzten Besuch hat sich das Stadtbild Windhoeks doch deutlich verändert. Vor allen Dingen der Bereich um die Christuskirche und der "Alten Feste"  ist nicht mehr das, was er mal war.

Da die Politiker sich von dem beschaulichen Kleinstadtimage lösen wollen, haben sie sich von den Chinesen und Koreanern die größte "Kaffeemaschine" der Welt genau in den angesprochenen sensiblen Bereich bauen lassen. Das stilfremde Gebäude soll als Museum dienen, aber man hat kaum Exponate. So muß man wohl bestehende Museen räubern, um den Klotz zu füllen. Alle Baufachleute schütteln den Kopf auch wegen der Bauweise, denn es ist jetzt schon absehbar, daß in den nächsten Jahren schon die erste Renovierung ansteht. Hauptsache die Chinesen bekommen ihre Steaks.

Wir haben jedenfalls einen regelrechten Kuturschock bekommen, und damit ist für uns Windhoek nicht mehr das, was es mal für uns war.

Aber die Hauptstadt hat natürlich noch mehr zu bieten. Alexandra brachte uns sehr kurzweilig alle wichtigen Gebäude der Kolonialzeit und der Neuzeit näher. Wir erfuhren noch viel mehr über die Geschichte und die Politik Namibias,alles  sehr anschaulich beschrieben.

Und eine Fahrt nach Katatura, dem "expodierenden" Stadtteil im Norden von Windhoek, durfte natürlich auch nicht fehlen. Dort besuchten wir u.a. das Frauenprojekt Penduka, wo Frauen, die schwere Probleme in ihren Familien oder mit der Gesundheit haben, aus Stoffresten und anderem Weggeworfenen wunderschöne Produkte wie Bettwäsche, Schürzen, Geschirr, Glasperlen.... herstellen.

Hier auch nochmal ein riesiges Dankeschön an Alexandra!!!

Danach wurde es doch ernst, verabschiedeten unser zuverlässiges Transportmittel beim Autoverleiher, bevor es dann zum Flughafen ging.

Eine unvergessliche, abwechslungsreiche, wunderschöne, einmalige Reise ging zu Ende, die uns die Fa. Taruk Reisen in der Form ermöglichte.

Baii Dankie Namibia  /  Vielen Dank "Fa. Taruk Reisen"